Lokalsport

Nur ein Fünkchen TTC-Hoffnung

Im Schlagerspiel der Tischtennis-Bundesliga gilt Borussia Düsseldorf daheim als haushoher Favorit

Bastian Steger sieht‘s realistisch. „Ein Düsseldorfer 3:1-Sieg wäre der Normalfall“, sagt der Nationalspieler des TTC Frickenhausen/Würzburg vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer und seinem engsten Verfolger. Der 27-Jährige lag zuletzt zehn Tage lang mit einer Grippe flach und konnte nicht trainieren. Am Sonntag zählt er wieder zum Aufgebot. Und würde gerne für eine Überraschung sorgen.

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thomas Pfeiffer

Frickenhausen. Kein Zweifel, wer im Schlagabtausch der Deutschen Tischtennis-Liga (DTTL) zwischen Tabellenführer Borussia Düsseldorf und dem zweitplatzierten TTC Frickenhausen/Würzburg am kommenden Sonntag (13 Uhr/ab 17.30 Uhr Zusammenfassung im DSF) als haushoher Favorit zu gelten hat. Hier der reiche Rheinclub, der drei aktuelle Top-50-Weltranglistenspieler, Timo Boll und 21 Meisterschaften hat, dort die TTC-„Schwabenpower“ (Eigenwerbung auf der Homepage), die zwar auch zwei Top-50-Spieler hat (Spitzenspieler Tan Wui Ru, Steger) sowie zwei Titelgewinne, die aber kräftig schwächelt in diesen Tagen: Die letzten drei TTC-Pflichtspiele gegen Bremen (1:3), Plüderhausen (1:3) und Fulda (0:3) gingen allesamt in die Hosen. Die Kontraste sind groß, die Formkurven gegensätzlich. Und fast alles spricht für Düsseldorf.

Umso mehr, als TTC-Trainer Jian Xin Qiu seit Wochen vom Pech verfolgt wird: Verletzungen, Abstellungen und Krankheiten haben dazu geführt, dass die Mannschaft zuletzt nie komplett antreten konnte. Auch Bastian Steger fiel aus, „war zehn Tage lang nur zu Hause, schlapp und konnte gar nichts unternehmen, geschweige denn trainieren“, wie er selber sagt: Den 27-Jährigen plagte eine schwere Grippe.

Seit dem vergangenen Montag ist Steger („der Trainer hat jeden Tag angerufen“) nicht mehr krank geschrieben und zieht seither wieder das volle Übungspensum durch: Eine Trainingseinheit jagt(e) bis zum Samstag, wenn die Spieler in den Mannschaftsbus steigen und eine sechsstündige Anfahrt und Hotelübernachtung vor sich haben, die andere. Zehnmal will Steger bis zum Düsseldorf-Spiel trainiert haben – jeweils für mindestens anderthalb Stunden. Ob er physisch gegen Boll und Co. schon wieder bei hundert Prozent ist, ist offen – sicher ist nur, „dass ich das Tischtennisspielen nicht verlernt habe in den Krankheitstagen.“

Steger weiß, was er kann – bis ans kämpferische Limit gehen. Selbiges ist in Düsseldorf auch ein Muss. „Wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen, müssen alle Spieler fit und die Mannschaft komplett sein“, weiß Coach Jian Xin Qiu, der allerdings noch zwei „Sorgenkinder“ hat: Die Rückkehr von Patrick Baum (21) und Kenta Madsudaira (17) von den Katar Open steht noch bevor. „Hoffentlich kommen sie gesund zurück“, bangt Qiu.

Viel Pech hatte der TTC übrigens im Vorrundenspiel, das vor 1 100 Besuchern in der Sporthalle auf dem Berg hauchdünn mit 2:3 verloren ging, als das Doppel Steger/Matsudaira den Borussen Ovtcharov/Süss in der Verlängerung des fünften Satzes 11:13 unterlag. „Das ganze Match gegen Düsseldorf war sehr eng“, sagt der TTC-Trainer, „dies lässt mich hoffen, dass die Mannschaft am Sonntag vielleicht doch für eine Überraschung sorgt.“

Tut sie‘s, würde das Rennen um Rang eins wieder spannend: Düsseldorf (18:4 Punkte) führt derzeit relativ deutlich vor dem TTC (16:8), TTF Ochsenhausen (14:8), Fulda-Maberzell und Plüderhausen (jeweils 12:12). Verliert der TTC, muss er hingegen sogar noch um Platz zwei zittern.

„In diesem Fall wird das Spiel in Ochsenhausen am 12. April wohl zu einem echten Endspiel“, glaubt Steger.