Lokalsport

Nur ein Kurzprogramm für den TTC

Das Unternehmen Pokalverteidigung ist gescheitert: Nach dem ungefährdeten 3:0-Sieg über den SV Werder Bremen im Viertelfinale am Samstag unterlag der TTC Frickenhausen im Halbfinale des DTTB-Pokals gegen Müller Würzburger Hofbräu mit 0:3. Neuer Titelverteidiger wurde der TTC Grenzau.

OLAF NÄGELE

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JÜLICH Mit einer dem Spielverlauf nicht gerecht werdenden 0:3-Niederlage schied das Team von Trainer Qiu im Halbfinale aus dem DTTB-Pokal-Turnier aus und musste vorzeitig die Heimreise antreten. Nach der lösbaren Aufgabe im Viertelfinale gegen den SV Werder Bremen, die zwar mit einigen Problemchen, aber doch mit einem klaren 3:0-Sieg gelöst wurde, waren Ma Wenge und seine Teamgefährten gegen Ochsenhausen-Bezwinger Würzburg erstmalig in dem Turnier gefordert. Erst vor wenigen Wochen waren die beiden Kontrahenten in der Liga aufeinander getroffen in einbem Spiel der Extraklasse hatte die Mannschaft aus dem Neuffener Tal mit 6:4 triumphiert.

Vielleicht hat dies die Franken zusätzlich motiviert, denn sie entwickelten von Anfang an einen enormen Druck. Ma Wenge bekam das in seinem Spiel gegen Chu Yan Leung als Erster zu spüren. Normalerweise liegt dem 38-Jährigen die Spielweise seines Landsmannes, an diesem Vormittag kam er mit ihm nicht so richtig zu Recht. Die ersten beiden Sätze verlor er knapp mit 8:11 und 9:11. Als er den dritten Satz deutlich mit 11:3 gewann, keimte schon etwas wie Hoffnung bei der Gefolgschaft des TTC auf. In Satz 4 wehrte er beim Stand von 8:10 noch zwei Matchbälle ab, doch seine Niederlage konnte er nicht mehr abwenden.

Ähnlich erging es Bastian Steger. Im Liga-Spiel gegen die Franken bot er noch Tischtennis vom Feinsten, im Halbfinale um die Deutsche Pokalmeisterschaft landete er unsanft auf dem Boden der Realität. Er hatte es mit Rui Wu Tan zu tun, der bereits im Viertelfinalspiel gegen Ochsenhausen über sich hinaus gewachsen war und Adrian Crisan mit 3:0 und Dimitrij Mazunov mit 3:2 von der Platte gefegt hatte. Tan begann wie die Feuerwehr und legte im ersten Satz mit 11:6 vor. Steger konnte ausgleichen, gestaltete auch Satz 3 äußerst spannend, doch dann kam der Chinese richtig in Fahrt. 1:3 hieß es am Ende aus "Bastis" Sicht. Auch Bojan Tokic konnte gegen Thomas Heinath keine Wende erzielen. Die zwei lieferten sich sehr knappe drei Sätze, von denen Keinath zwei für sich verbuchte, dann spielten dem Slowenen im TTC-Dress die Nerven einen Streich. 1:3 lautete das Endresultat auch für ihn.

Die Enttäuschung im Lager des Vorjahres-Pokalsiegers war zwar groß, von Katastrophenstimmung war jedoch nichts zu spüren. "Wir sind nach Niederlagen immer enttäuscht", sagte Trainer Qiu. "Wir haben eine neue Mannschaft und müssen bei null anfangen. Wir können bei dieser starken Konkurrenz nicht alle Spiele gewinnen." Dennoch sieht Qiu bei seinem Team Steigerungsbedarf, vor allem im psychischen Bereich. "Einige Spieler müssen lernen, um jeden Ball zu kämpfen und dürfen nicht aufgeben, wenn es nicht so gut läuft." Manager Reuhl pflichtete seinem Coach bei. "Die Akteure sind hochmotiviert, können es aber in der Box noch nicht umsetzen. Vor allem, mit Situationen, in denen der Druck zunimmt, kommen die jungen Spieler nicht zu Recht." Daran müsse jeder Einzelne arbeiten.

Das Abschneiden bei der Pokalmeisterschaft fasste Reuhl nüchtern zusammen. "Wir gehören momentan zu den besten vier Mannschaften in Deutschland, aber es reicht noch nicht ganz zur Spitze. In einem Jahr wird dies ganz anders aussehen", prophezeite er.

In drei Wochen geht es für die TTC-Mannschaft in der Champions League und in der Bundesliga weiter. "Wir müssen uns jetzt auf unsere Saisonziele konzentrieren", verlangt Trainer Qiu, "die heißen Play-off-Teilnahme um die deutsche Meisterschaft und Viertelfinale in der Champions League."

Den DTTB-Pokal sicherte sich mit dem TTC Zugbrücke Grenzau der deutsche Meister von 2002. Die Grenzauer bezwangen Würzburg im Finale gestern mit 3:0.

DTTB-Pokal, Halbfinale

TTC Frickenhausen Würzburg 0:3 Ma Leung 1:3 (8:11, 9:11, 11:3, 10:12)Steger Tan 1:3 (6:11, 12:10, 11:13, 5:11)Tokic Keinath 1:3 (10:12, 11:9, 9:11, 5:11)