Lokalsport

Nur ein Sieg bringt die Kirchheimer Rettung

Läuft die Uhr des VfL Kirchheim in der Verbandsliga ab? Eine Antwort auf diese Frage könnte das vermutlich dramatische Saisonfinale gegen den Tabellendritten Olympia Laupheim am Samstag (15.30 Uhr) bringen.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Nein, die große Mathematik muss morgen auf Kirchheimer Seite niemand bemühen. Das Vermeiden des Relegationsspiels gegen einen Landesliga-Zweiten am 19. Juni in Donzdorf ist nur an eine einzige Bedingung geknüpft: Einen Sieg. Tabellarisch wäre im Erfolgsfall alles in Butter für den VfL.

Diese Einfachheit hat trotz des scheinbar dichten Gedränges auf den Plätzen neun bis zwölf einen Grund: Mit der SpVgg Au (bei der am vergangenen Wochenende Trainer Uli Haug seinen Hut nehmen musste) und den SF Dorfmerkingen (mit Ex-VfL-Trainer Norbert Stippel) duellieren sich am letzten Spieltag zwei Relegationskandidaten direkt. Egal wie das Spiel der Auer gegen die SFD ausgeht falls der VfL Kirchheim zeitgleich gegen Olympia Laupheim gewinnt, wäre das Team von Spielertrainer Michael Rentschler auf jeden Fall vor einem dieser beiden Clubs und damit am rettenden Ufer angelangt.

Zu schön um wahr zu sein für den VfL nach den schier endlosen Negativerlebnissen der vergangenen Wochen mit zig schweren Verletzungen, unverständlichen Schiedsrichterentscheidungen, Niederlagen, und Formtiefs. Nun hängt der Ligaerhalt am seidenen Faden. 90 Minuten Kampf, aber auch Nervenflattern liegen vor den Kirchheimern. Es passt förmlich ins Bild der unseligen fußballerischen Gegenwart unter der Teck, dass Olympia Laupheim ausgerechnet beim VfL um die letzte Chance bezüglich der Oberliga-Relegation kämpft. Zwar geben sich selbst die eisernen Insider auf der Olympia-Homepage angesichts eines Drei-Punkte-Rückstands auf den Liga-Zweiten TSG Balingen (Heimspiel gegen die gerettete SV Böblingen) fast schon geschlagen, doch die Gäste dürften vermutlich trotzdem nicht mit angezogener Handbremse agieren noch besteht eben jener winzige Hoffnungsschimmer.

Dabei schien der Laupheimer Weg in die Oberliga schon vorgezeichnet. Doch ab Ende des vergangenen Jahres sorgte der Club als Tabellenführer für ungewollte, weitere Schlagzeilen im finanziellen und sportgerichtlichen Bereich. Kurz vor Jahreswechsel versiegte mit der Inhaftierung von Hauptsponsor Erlfried König, Chef der Managementagentur ISMM in Erlenmoos, die Haupteinnahmequelle. Fünf "Profis" und Trainer Gursel Purovic mussten aus finanziellen Gründen gehen. Neuer Trainer wurde Harry Brobeil (einst beim SSV Ulm 1846), der das Ziel Meisterschaft weiter verfolgen sollte. Auch das Verbandssportgericht wurde aktiv und zog den Laupheimern zwei Punkte ab, weil Spieler eingesetzt wurden, die mehr Geld als erlaubt erhalten haben sollen. Zunächst hatte die WFV-Gerichtsbarkeit sogar einen Vier-Punkte-Abzug beschlossen, nach Intervention der Laupheimer wurde die Strafe völlig überraschend punktetechnisch halbiert was nicht nur beim direkten Olympia-Relegationskonkurrenten TSG Balingen für Kopfschütteln sorgte.

Für den VfL beginnen jedenfalls morgen ab 15.30 Uhr Minuten der Wahrheit. Nachdem Kapitän Mario Grimm bereits am vergangenen Samstag beim 0:3 in Böblingen wieder in der Anfangself stand, hoffen die VfL-Veranwortlichen nun auf eine Rückkehr von Mittelfeldspieler Coskun Isci nach dessen Zwangspause wegen eines Mittelhandbruchs. Nur für den Notfall sollte man sich auf Kirchheimer Seite aber schon mal für den Ernstfall rüsten: Der mögliche Gegner für das Relegationsspiel am 19. Juni (Anpfiff: 17 Uhr) wäre zum aktuellen Zeitpunkt unter den derzeitigen Landesliga-Zweiten SV Fellbach, TV Echterdingen, TSV Hildrizhausen und FC Isny zu finden.

Aber vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass zumindest VfL-Spielertrainer Michael Rentschler schon erprobt in solchen entscheidenden Partien ist: "Ich war bei der SpVgg Bayreuth und den TSF Ditzingen zweimal in einer ähnlichen Situation wir mussten am letzten Spieltag unbedingt gewinnen, um nicht abzusteigen." In beiden Fällen siegte das Team, in dem Rentschler stand.