Lokalsport

Nur ein Wunder hilft

Frickenhausens Tischtennis-Cracks vor zwei schwierigen Nagelproben: Sowohl gegen den amtierenden Champions-League-Sieger Royal Villette Charleroi (Belgien) als auch im Bundesliga-Duell gegen den TTC Fulda-Maberzell gilt es, Sebastian Steger zu ersetzen. So droht international das Aus und im nationalen Rennen ein Punktverlust.

MIKE RENNERS

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FRICKENHAUSEN Am Freitag (ab 19.30, Sporthalle auf dem Berg) kommt es zum Viertelfinal-Knaller in der Champions League gegen Titelverteidiger Charleroi, der mit Europas Nummer zwei, Vladimir Samsonov, antritt. Am Sonntag bestreitet der TTC gegen den TTC Fulda-Maberzell, dem Verein von Jan-Ove Waldner, das erste Bundesliga-Spiel des Jahres (ab 16.30 Uhr).

Bittere Pille allerdings: Das Team von Trainer Qiu muss einen schwerwiegenden Spielerausfall verkraften. Bastian Steger, vor Kurzem noch genauso wie Teamkollege Patrick Baum in den Kader der Nationalmannschaft für die Team-WM Ende Februar im chinesischen Guangzhou berufen, fällt mit einer Oberschenkel-Verletzung längerfristig aus. "Bastian wird uns drei bis sechs Wochen fehlen", sagt Trainer Qiu, der von einem "großen Verlust" spricht. Gegen Charleroi wird somit Patrick Baum als dritter Spieler hinzustoßen.

Der TTC geht als klarer Außenseiter in dieses Europacup-Spiel. Denn La Villette gilt als beste Vereinsmannschaft Europas. Siebenmal hintereinander stand sie im Finale der Champions League, fünf Mal gewann sie. Hinzu kommen 29 nationale Meistertitel. Auch in dieser Saison sieht vieles nach einem Triumph der Belgier aus. Souverän gewannen sie ihre Vorrundengruppe und verloren dabei lediglich ein Einzel. Zwei absolute Weltklassespieler stehen in ihren Reihen: Zum einen der Weißrusse Vladimir Samsonov, vielfacher Europameister und Sechster der aktuellen Weltrangliste, zum anderen der Koreaner Oh San Eun, in der Weltrangliste als Nummer neun geführt. Der Russe Alexei Smirnov, ebenfalls unter den besten 20 in der Welt, komplettiert dieses herausragende Team.

Keine Frage: Der TTC müsste schon eine Sensation schaffen, um in der Champions League nach dem Rückspiel am 8. Februar (20 Uhr) in die nächste Runde zu gelangen. Gegen Charleroi droht das Aus.

Frickenhausens Manager Christoph Reuhl sieht die Rollen sogar in beiden Wochenend-Spielen zuungunsten des TTC verteilt: "Ohne Bastian Steger sind wir auch gegen Fulda Außenseiter." Die Hessen, ebenfalls im Europoacup, unterlagen im Hinspiel allerdings mit 2:6. Allerdings waren damals schon einige Spiele sehr eng. Wie schon in Würzburg, wird der junge Schwede Fabian Akerström Steger vertreten. Die etablierten Spieler Ma Wenge und Bojan Tokic dürfen sich keinen Ausrutscher erlauben, will der TTC Stegers Ausfall kompensieren.

Für Fulda gab es in dieser Saison sportlich ein Auf und Ab, und die Mannschaft ist im Kampf um die Play-off-Plätze zurückgefallen. Im vorderen Paarkreuz spielt Feng Zhe, ein Chinese, der nun für Bulgarien antritt. Immer noch dabei sind die routinierten Schweden Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson. Beide waren Weltmeister, Waldner sogar Olympiasieger. Das Publikum kann sich also auf zwei Spieler freuen, die den Tischtennissport über Jahrzehnte geprägt haben.

Außerdem kommt es zum Wiedersehen mit dem Ex-Frickenhausener Jörg Schlichter.