Lokalsport

"Nur einmal wurde esfür Trapattoni eng"

Der Großkampftag ist vorüber, die letzten Spuren sind verwischt: Einen Tag nach dem VfB-Gastspiel war das Stadion von der Hinterlassenschaft von rund 7000 Besuchern (historischer VfL-Rekord) wieder gesäubert. Fleißige Helfer hatten die "Putzetse" im Rekordtempo bewältigt.

THOMAS PFEIFFER

KIRCHHEIM Das Fußball-Freundschaftsspiel zwischen dem VfL Kirchheim und dem Bundesligisten VfB Stuttgart (0:5) hatte viele Facetten und mit Giovanni Trapattoni einen weltmännischen Trainer an der Seitenlinie. Andere standen hinter den Kulissen ihren Mann. Hier ein paar zusätzliche Streiflichter zum denkwürdigen VfL-Fußballtag. Prominenz: Zwei VfB-Stars von einst ließen es sich nicht nehmen, das Spiel in Kirchheim live mitzuverfolgen. Helmut Roleder (Torhüter) und Karl Allgöwer (Torjäger) wurden auf der Tribüne gesichtet. Stadtvertreter: Am Vormittag schaute OB Angelika Matt-Heidecker auf der VfL-Geschäftsstelle vorbei, wünschte noch einen schönen Spieltag und entschwand hernach gleich wieder: wichtiger Termin in Sachen Kirchheimer Patenschiff U 16. Die Stadtverwaltung beim VfB-Spiel repräsentierte Bürgermeister Günter Riemer.Versteigerung: Ein Recaro-Sitz, der den VfL-Verantwortlichen im Vorfeld als Geschenk überlassen worden war und am Freitag mit den Originalautogrammen der VfB-Spieler "nachgerüstet" wurde, soll dem Teckstadtverein lukrative Zusatztantiemen bescheren. "Wir wollen das Stück in ebay versteigern", kündigte VfL-Geschäftsführer Kurt Antel an.Leibwächter: Ziemlich genau vier Stunden lang weilte der VfB-Tross am Freitag im Kirchheimer Stadion. Markus Hiller, VfL-Urgestein Charly Gamerdinger ("mein bisher größtes Spiel") und drei weitere VfL-Kräfte hatten in den 240 Präsenz-Minuten zwischen 17 Uhr und 21 Uhr nur eine Aufgabe: Star-Trainer Giovanni Trapattoni vor allzu hartnäckigen Autogrammjägern abzuschirmen. "Nur einmal, als die Fans direkt nach dem Abpfiff zu Hunderten aufs Spielfeld rannten, wurde es für Trapattoni eng", bilanzierte Hiller einen dankbaren Job. Bei den VfL-Bodyguards bedankte sich der Italiener hinterher ganz herzlich.Kurzgastspiel: Nur eine Halbzeit lang dauerte das Gastspiel von VfB-Präsident Erwin Staudt in Kirchheim: Mit dem Wiederanpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz war der Sitzplatz vor der Sprecherkabine schon wieder leer. Die Gründe für Staudts Verschwinden blieben unklar. Während VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz einen "wichtigen Termin" beim VfB-Oberen ausgemacht haben wollte, erzählten andere von einem plötzlichen Unwohlsein, das den Präsidenten während der ersten Halbzeit befallen haben sollte.Kontakte: Von allen Seiten bekam Scholz für eine gut funktionierende VfL-Organisation nach dem Spiel Lob eines kam von VfB-Manager Jochen Schneider. "Der hat mich nach dem Spiel angesprochen und gesagt, man sollte den Kontakt zwischen VfB und VfL nicht abreißen lassen", erzählte Scholz, der nun weitere Türen öffnen will: "Vielleicht können wir den VfB in naher Zukunft für ein weiteres Testspiel verpflichten."Kiosk-Renner: Statistisch betrachtet, stillte fast jeder zweite Stadionbesucher seinen Hunger mit einer Roten Bratwurst. "Rund 3000 haben wir verkauft, die Roten waren eindeutig der Renner", sagte Kiosk-Chef Günter Koal. Dazu genehmigten sich die meisten einen Gerstensaft: Fast 60 30-Liter-Fässer Bier brachten die VfL-Verkäufer an den Mann. Koal: "Der Umsatz war geschätzt etwa 30 Prozent größer als im DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 vor zwei Jahren." An Gesamteinnahmen aus Ticket- und Wirtschaftsverkauf rechnen die Verantwortlichen mit einer Summe von 50 000 Euro plus x endgültige Zahlen lagen bis gestern nicht vor. Putzetse: In Rekordzeit bewältigten die fünf, sechs eingeteilten VfL-Kräften die Aufräumungsarbeiten im Stadion am Tag danach: Rund vier Stunden brauchten sie, um das Areal von Pappbechern, Taschentüchern und sonstigen Überbleibseln zu befreien. "Allen am Spieltag beteiligten Helfern muss ich für ihr Engagement ein Dankeschön sagen", erklärte Scholz.

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