Lokalsport

Nur Hermida ist schneller

Mountainbiker Stefan Sahm gelang beim dritten Bundesliga-Lauf in Offenburg eine echte Überraschung: Hinter dem Olympiazweiten Jose Hermida wurde der Bissinger Zweiter.

EDGAR VELOCI

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OFFENBURG Die geballte Faust, ein gesenkter Kopf der Jubel von Stefan Sahm war mehr nach innen gekehrt. Es war, als wolle er sich seine glänzende Leistung im Offenburger Matsch selbst bestätigen. Vor einer Rekordkulisse von 12 000 zahlenden Zuschauern, die trotz Regengüssen gekommen waren, hatte er die Ziellinie mit 58 Sekunden Rückstand auf Jose Hermida als Zweiter überquert.

Der spanische Silbermedaillengewinner von Athen hatte sich bereits in der zweiten von sieben Runden gemeinsam mit seinem Multivan-Merida-Teamkollegen Ralph Näf (Schweiz) abgesetzt. 30 Sekunden dahinter folgten Sahm und seine beiden Giant-Gefährten Jochen Käß (Oberstenfeld) und Bart Brentjens (Niederlande), die später auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel kamen. Sahm war auf einem tiefen Boden, der die technischen Höchstschwierigkeiten noch schwieriger machte, klar der Stärkste aus dem Verfolgertrio. Obwohl ihm die vielen Laufpassagen nicht entgegen kamen, konnte der Bissinger gut dagegen halten. In den spektakulären Down-Hills präsentierte er sich enorm sicher und kassierte immer wieder Szenenapplaus.

In der vierten Runde war Sahm schon alleine auf der Jagd nach dem Spitzenduo, als er beim Laufen wegrutschte und etwas Zeit verlor. Doch eine 4-Kilometer-Schleife später war er bereits wieder alleine auf Position drei. Näf konnte das Tempo von Hermida jetzt nicht halten und Sahm nutzte die Chance, sich Ende der vorletzten Runde an dem Schweizer vorbei zu schieben. Näf wurde mit 2:22 Minuten Rückstand auf Hermida (2:08:30 Stunden) am Ende Dritter.

"Es war unglaublich hart auf diesem extrem schweren Kurs. Ich bin überglücklich über den zweiten Platz, schon weil ich kein guter Läufer bin. Am Berg konnte ich richtig gut Druck machen", erklärte Sahm in der ersten Euphorie im Ziel.

Die Enttäuschung vom Weltcup in Madrid hatte er gut weggesteckt. Später erzählte der 28-Jährige, dass ihn Manuel Fumic am Donnerstag im Training einen speziellen Impuls gegeben habe. Registrierend, dass Sahm am Berg richtig gut drauf war, hatte der darauf hingewiesen, dass es nur eine Frage des Kopfes sei, ob er vorne mitfahren könne oder nicht. Manuel Fumic behielt Recht.

Für Marc Gölz war das Rennen nach einer Runde beendet. Der Weilheimer kam am Start zwar glänzend weg, doch in der zweiten Startloop von 400 Metern touchierte er das Hinterrad eines Konkurrenten und stürzte kapital: Der Asphalt hinterließ jede Menge Bremsspuren auf der Haut. Gölz absolvierte anschließend zwar noch eine komplette Runde, aber weil die Wunden bluteten und der Daumen schmerzte, stieg Gölz aus. "Dumm gelaufen", sagte er.