Lokalsport

Nur virtuell das volle Programm

PETER BITTNER

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KIRCHHEIM Obwohl die Wettermodelle der letzten Tage den gestrigen Sonntag nach Aussagen des Chefmeteorologen Jupp Dahlem als guten Wertungstag auswiesen, konnten gestern zwar alle Segelflugklassen starten, aber die Doppelsitzer, die Standard- und die 15-Meter-Klasse mussten neutralisiert werden. Soll heißen, dass die Piloten aller drei Klassen unverrichteter Dinge wieder landen mussten. Ursache dafür war die von Frankreich hereinziehende Abschirmung ein geschlossener Wolkenschleier in großer Höhe , was die Bildung von Thermik verhindert.

Die Piloten der 18-Meter-Klasse und Offenen Klasse waren wesentlich früher gestartet und konnten die Flugaufgaben mit Vorgaben von 346,8 km beziehungsweise 263,7 km angehen. Ob die Offenen-Klasse-Piloten die erforderlichen 100 km Mindestwertungsstrecke erzielt haben, konnte gestern Abend bis Redaktionsschluss nicht endgültig geklärt werden. Die 18-m-Klasse musste im Nachhinein neutralisiert werden.

Wesentlich unkomplizierter ist der virtuelle Wettbewerb, der parallel zu den "echten" Wettbewerben auf der Hahnweide stattfindet. Das Wetter hat dort keine Chance, wird es doch vom Veranstalter selbst gemacht. Insgesamt 423 Teilnehmer können an sieben Wertungstagen auf dem virtuellen Spielfeld um den Sieg kämpfen. Platzprobleme beim Start oder der Landung gibt es dort nicht lediglich der Speicherplatz des Rechners muss in ausreichender Größe vorhanden sein.

Damit die ganze Welt über das Internet verbunden mitfliegen kann, wurden sieben Zeitzonen geschaffen. Ebenso gibt es sieben Wertungstage, wobei nur die besten fünf zur Wertung herangezogen werden. Dann kann jeder Teilnehmer bis zu zwei Tage aussetzen, ohne seine Platzierung zu verlieren.

Die Pilotennamen sind oft virtuell, aber die Akteure am Joystick meist ambitionierte echte Pilotenscheininhaber. Teilnehmer sagen, dass die Bedingungen durchaus real sind, aber auf das Feeling im Gesäß müsse hinter dem PC verzichtet werden.

Entgegen aller meteorologischen Vorhersagen konnten am Samstag alle Flugzeugklassen auf der Hahnweide starten. Dass die Bedingungen dennoch schwer waren, ist leicht an der Zahl von Außenlandungen oder Hilfsmotorgebrauch zu erkennen. Von 98 schafften nur 35 Teilnehmer die gesamte Aufgabe. Alle anderen mussten unterwegs auf die Wiese, oder den Hilfsmotor in Anspruch nehmen.

Gern genommene HilfsmotorenHilfsmotoren sind eine inzwischen gern in Anspruch genommene Option, weil es den aufwändigen Rückholdienst für das Team erspart. Für den Vizeweltmeister Uli Schwenk aus Münsingen bedeutet dies ein Heimspiel, regionale Besonderheiten kennt er aus dem Effeff.