Lokalsport

Obdachlose Knights müssen früh aufstehen

Für die Regionalligabasketballer des VfL Kirchheim geht eine turbulente Woche zu Ende: Die Knights müssen heute bereits um elf Uhr beim SV 03 Tübingen II antreten.

KIRCHHEIM Das war alles andere als eine gute Woche für die Kirchheimer Regionalliga-Basketballer. Am Dienstag kam die Katastrophenmeldung, dass die Sporthalle Stadtmitte für acht Wochen geschlossen ist. Das Programm anschließend war durchaus vielseitig: Dienstagabend Video-Sitzung mit Analyse des Mannheim-Spiels. Mittwoch kurzfristig anberaumtes Testspiel in einer Mini-Halle in Göppingen gegen den Tabellenführer der Oberliga gab es eine deftige Niederlage am Donnerstag das erste Training in der alten Alleenschulturnhalle, gestern Abend in reduzierter Besetzung das zweite in der Freihofrealschule ob das ideale Voraussetzungen für den so dringend benötigten Sieg beim Kellerkind Tübingen sind?

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Eher nicht. Doch da niemand etwas für die Probleme in der Sporthalle Stadtmitte kann, müssen die Knights die Situation eben nehmen wie das Wetter. Coach Theo Leftakis ist dennoch zuversichtlich: "Wir wollen unbedingt die Revanche für diese Testspielniederlage, und normalerweise müssen wir auch gewinnen." Normal lief in dieser Woche jedoch wenig: Kai-Uwe Kranz konnte am Donnerstag nicht trainieren, sein Knöchel im linken Sprunggelenk war wieder angeschwollen. Und James Hayden fehlte am Dienstag und Donnerstag aus beruflichen Gründen. Wenigstens waren die Sorgenkinder der vergangenen Woche einigermaßen fit: Tomislav Martinovic konnte fast beschwerdefrei trainieren, auch wenn sein Knöchel Anfang der Woche noch weh tat. Die Belastung vom Samstag, als er mit Schmerzmitteln auflief, hat sein Sprunggelenk nicht gerade begeistert aufgenommen. Und das Knie von Jorgo Tsouknidis hält nun auch.

Ganz anders sieht es beim Tabellenneunten SV 03 Tübingen II aus. Trainer Maurizio Parra: "Bei uns sind alle an Bord." Genau das Gegenteil war der Fall am vergangenen Samstag beim Auftritt bei der SG Heidelberg-Kirchheim. Von den Besten fehlten Topscorer Max Kochendörfer, Steffen Weng (beide mit dem Bundesligateam in Karlsruhe), David Bouwmeester (Prüfungsvorbereitungen), Frank Hörrmann (krank) und natürlich Jan Bösing, der nur noch sporadisch zur Verfügung steht. Es setzte eine 74:112-Schlappe, wobei besonders das dritte Viertel mit 8:35 deutlich verloren ging.

Doch Parra hatte diese Niederlage einkalkuliert. Sein Plan: Siege gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf. Das hat in der Vorrunde prächtig funktioniert, Mannheim, Leimen und Freiburg wurden klar besiegt. Diese drei Spiele kommen vom 18. Februar an nacheinander, und da wollen die Tübinger auch in der Rückrunde gewinnen. "Die nehmen wir richtig ernst", sagt Parra, der dann auch wieder auf seinen Spielmacher Bösing zurückgreifen kann, "das heißt aber nicht, dass wir die anderen Spiele nicht ernst nehmen."

Einen ähnlich langen Anlauf nehmen die Knights mit den drei Spielen gegen Leimen, Mannheim und jetzt Tübingen. Mit dem Unterschied, dass Tübingen dabei nicht gewinnen muss, Kirchheim aber auf keinen Fall verlieren darf. Bis zum kommenden Wochenende muss die Form vorhanden sein: Da kommt der SSC Karlsruhe. Gespielt wird dann in der Walter-Jacob-Halle. Mit großem Entgegenkommen aller beteiligten Vereine, vor allem der VfL-Handballer, ist es gelungen, alle vier Heimspiele in der Notzeit in der Halle beim Schlossgymnasium anzusetzen. Das wird die Basketball-Abteilung einen hohen vierstelligen Betrag wegen Mindereinnahmen kosten. Doch das sollte die Spieler nicht kümmern: Die sind sowieso zum Siegen verdammt.

mad

VfL Kirchheim:

Eberle, Goehrke, Hayden, Ifuly, Jorgusen, Kranz, Lenger, Martinovic, Neboh, Tsouknidis.