Lokalsport

Oberliga-Rückkehr naht: VfL vor Meisterschaft

KLAUS-DIETER LEIB

Anzeige

KIRCHHEIM Für Norbert Krumm steht fest: "Wir wollen nicht nur, nein, wir müssen dieses Spiel gewinnen." Das große Zittern will sich der Sportliche Leiter der VfL-Fußballabteilung nämlich ersparen, wenn's am Schlussspieltag nach Baustetten geht. Nicht, dass die "Blauen" dort den bis letzte Woche sicher geglaubten Direktaufstieg doch noch in den Sand setzen.

Eine nach menschlichem Ermessen allerdings eher unwahrscheinliche Variante. Gegen Fellbach bedarf es einiger Lockerheit, und VfL-Trainer Michael Rentschler will deswegen Druck von den Spielern nehmen. Seine (psychologische) Vorgabe: "Die Spieler müssen sich auf dieses Spiel freuen. So werden wir auch erfolgreich sein." Rentschler verlangt Ruhe und Gelassenheit. Wenn das in solch einem brisanten Spiel, in dem der VfL wichtige Weichen stellen kann, überhaupt möglich ist.

180 Spielminuten vor Toreschluss führt der VfL Kirchheim die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung an und kann die Oberliga-Rückkehr morgen aus eigener Kraft perfekt machen. Von den Verantwortlichen und den Spielern will es keiner auf den letzten Spieltag ankommen lassen man weiß, die eigene Mannschaft ist noch relativ jung und unerfahren. Nobby Krumm geht sogar so weit, dem größten Titelrivalen in punkto Cleverness eine klare Überlegenheit zuzugestehen: "Der TSV Schwieberdingen besitzt die besseren Nerven." Wobei der Verfolger nach der lösbaren Heimaufgabe gegen den FC Gärtringen noch zum FV Ravensburg muss. Im Oberschwäbischen zu gewinnen, ist nicht so einfach.

Im letzten Spiel (2:2) verspielten die Teckstädter nach einer 2:0-Pausenführung noch leichtfertig zwei Punkte Ähnliches soll morgen nicht passieren.

Klar, dass die Partie gegen den SV Fellbach noch nicht gewonnen ist, vielleicht haben die Gäste ja etwas dagegen. Seit drei Jahren wird die Mannschaft vom Trainerduo Frank Weinle/Markus Weiß trainiert, und die Zusammenarbeit klappte bisher gut. "Ich kann mir im Moment nichts anderes vorstellen", sagt Fellbachs Abteilungsleiter Mathias Fischer. Deshalb ist es auch keine Frage, dass das Duo auch in der nächsten Saison in Fellbach arbeiten wird.

Nach den Ergebnissen des vergangenen Spieltages sind die Fellbacher so gut wie gerettet. Dennoch warnt Fischer seine Mannschaft davor, schon Entwarnung auszurufen bei fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz ist rein rechnerisch ein Abstieg immer noch möglich. Fischer: "Ich hoffe, dass wir in Kirchheim einen Punkt holen. Damit wäre der Klassenerhalt endgültig perfekt."

Ohnehin geht Michael Rentschler davon aus, dass der Gegner nochmals Kampf in die Waagschale legen wird. "Ich erwarte eine sehr motivierte Fellbacher Mannschaft." Die spielt beim Tabellenführer, und keiner aus dem SV-Umfeld erwartet deshalb auch ernsthaft ein Pünktchen oder gar drei: Die Fellbacher sind in einer prima Ausgangslage. Eigentlich können sie nur gewinnen.

Was die VfL-Formation betrifft, die in den morgigen 90 Minuten die Ernte einer ganzen Saison einfahren kann, so gibt es diese Trendmeldung: Gegenüber dem "Illertissener" VfL-Spiel gibt es kaum Veränderungen. Für Guido Fuchs kommt ein Einsatz nach seiner Oberschenkelverhärtung noch zu früh, und auch Michael Heilemann ist noch nicht einsatzbereit.

Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Torsten Raspe, der anfangs der Woche wegen einer Erkältung nicht mittrainierte. Inzwischen ist Rentschler aber guter Dinge, dass Raspe auf die Zähne beißen wird.

Der VfL Kirchheim vor seinem Meisterstück: Da will keiner fehlen.