Lokalsport

Oberschwaben als Spaßbremsen?

Schwächste Offensive kontra beste Abwehr der Liga: Die Konstellation vor der Partie zwischen dem FV Ravensburg und dem Verbandsliga-Spitzenreiter VfL Kirchheim ist eine der interessanten Sorte.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Wenn am morgigen Samstag um 15 Uhr die Jagd auf den Titel für die Kirchheimer Überflieger weitergeht, könnte sich der Spaßfaktor für den VfL und seinen Anhang in Grenzen halten. Denn: Die Ravensburger pflegen einen unspektakulären, aber effektiven Fußballstil. "Die meiste Gefahr erzeugen die Ravensburger über Standardsituationen", erklärt Kirchheims Trainer Michael Rentschler, "einige große und kräftige Spieler versuchen die Aktionen dann zum Abschluss zu bringen." Zu mehr als 16 Toren hat das freilich nach 16 bestrittenen Spielen nicht geführt, was für die Oberschwaben nichtsdestotrotz aktuell zu Platz vier in der Tabelle reicht Perspektive auf die Spitzenplätze exklusive.

Und darin liegt die Gefahr für den VfL bei seinem ersten Punktspielauftritt im Jahr 2007: Die Ravensburger könnten per Heimerfolg den Rückstand auf die Teckstädter von acht auf fünf Zähler verkürzen. Diesem Ansinnen der Oberschwaben möchten die ehrgeizigen Kirchheimer Erfolgsfußballer den Garaus machen, was allerdings aufgrund der aktuellen personellen Probleme mit diversen fehlenden Stammkräften (Mittelfeldregisseur Michael Heilemann, Innenverteidiger Andreas Mayer und höchstwahrscheinlich auch Angreifer Tiago Santos-Araujo) nicht einfach werden dürfte.

Rentschler gibt das Mindestziel ("einen Punkt holen") aus und setzt möglicherweise Neuzugang Antonio Tunjic ein. Der ehemalige Köngener Landesligakicker mit kurzer Zwischenstation beim Oberligisten SGV Freiberg brennt auf seinen ersten Einsatz. Rentschler wiegelt noch ab. "Antonio ist sicher ein Spieler der Potenzial mitbringt, aber er muss sich erst einmal in der Verbandsliga durchbeißen." Aufgrund des vermutlichen Fehlens von Tiago Santos-Araujo ist Tunjic aber zumindest eine Alternative im Angriff.

Die Partie wird in jedem Fall Antwort darauf geben, ob der VfL den punktuell unheimlich anmutenden Schwung und Erfolg des Jahres 2006 in das aktuelle mitnehmen kann. "Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob uns die lange Winterpause eher geschadet oder genützt hat", unterstreicht Rentschler, "wichtig ist vielmehr, dass unsere Spieler fit und motiviert sind. Jedem ist bewusst, dass es in Ravensburg eine ganz harte Nuss zu knacken gilt."

In den ersten 16 Saisonpartien haben sich die Kirchheimer allerdings bisher selten von solchen Aussichten beeindrucken lassen. Um es noch einmal in Erinnerung zu rufen: Nur sieben Gegentreffer kassierte bislang Kirchheims Stammkeeper Patrick Gühring, davon nicht einen vor heimischen Publikum. Aufgrund dieser prägnanten Defensivstärke mussten die Offensivkräfte mit insgesamt 24 Toren nichts Außergewöhnliches leisten, um den VfL auf Platz eins zu bringen.

Das Hinspielergebnis ist im Übrigen nicht gerade ein Appetitanreger für das nun folgende Match: Am 2. September trennten sich der VfL und der FV Ravensburg an der Jesinger Allee nach einer zähen Partie 0:0. Dieses Mal wäre es freilich ein Ergebnis, das im Gegensatz zur Hinrundenpartie das Mindestziel für den VfL erfüllen würde. Die ärgsten VfL-Verfolger TSV Schwieberdingen (in Donzdorf) und die SpVgg Au (gegen die TSG Balingen) stehen auf den ersten Blick vor etwas angenehmeren Aufgaben.