Lokalsport

Offroad-Prominenz beim MSC

ADAC-Cup lockt Stars der Enduro-Szene nach Frickenhausen

Farbenfrohes Treiben in Frickenhausen: Hunderte Enduro-Fahrer in bunten Shirts und Hosen hatten mit ihrem Tross am Wochenende auf dem ehemaligen Ziegeleigelände Station gemacht. Im Gepäck Kind und Kegel, Sonnenschirme, Benzinkanister, faltbare Gartenpavillons und natürlich Motorräder. Der MSC Frickenhausen hatte zum Vier-Stunden-Enduro geladen.

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ULI WEISSINGER

Frickenhausen. Zur 16. Ausgabe des ADAC-Enduro-Cups hatte es der Wettergott endlich einmal gut gemeint. Der obligatorische Wolkenbruch blieb dieses Jahr aus. Darüber freuten sich die rund 450 Teilnehmer, die aus nah und fern angereist waren, darunter insgesamt acht Frauen. Der Regen der vergangenen Tage hatte seine Spuren auf der Strecke hinterlassen. Beim Rennen der Einsteiger am Samstag ging es deshalb im Wald anfangs rutschig zu. Entsprechend fielen die Kommentare vieler Fahrer aus, die schlammverspritzt und rotbackig aus ihren Helmen linsten: „unfahrbar“ oder „puh, anstrengend“. Nach einigen Runden war die Strecke aber so abgetrocknet, dass sie kaum noch Probleme bereitete.

Da der MSC Frickenhausen bei Enduristen weit über die Region hi­naus bekannt ist und wie auch dieses Jahr für Streckenführung und Organisation gelobt wird, hatte sich zahlreiche Offroad-Prominenz angesagt. Darunter Lokalmatador und Schweizer Motocross-Meister Manuel Chittaro aus Zell. Er nutzte das Rennen als Vorbereitung für den Lauf zur internationalen deutschen Meisterschaft nächstes Wochenende in Aichwald und gewann mit seinem Teampartner Patrik Degout aus Hepsisau die Open-Klasse. „Ich fahre immer gerne in Frickenhausen, weil die Strecke sehr anspruchsvoll ist. Mein Res­pekt gilt all den Hobbyfahrern, die das Rennen hier gemeistert haben“, sagte Chittaro nach der Siegerehrung und gab zu, dass auch er jetzt ganz schön „platt“ sei.

In den vier Stunden umrundeten Chittaro und sein Partner 34 Mal die knapp vier Kilometer lange Runde, die mit Enduro-Passagen gespickt war. Baumstämme, Wassergräben und schlammige Auffahrten mit glitschigen Wurzeln im Wald mussten gemeistert werden, bevor es über steile Abfahrten von der Wiese oberhalb der Ziegelei zurück zu zwei großen Sprüngen im Zielbereich ging. Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollten, gab es an den drei Wassergräben sogar sogenannte „Chickenruns“ – Umfahrungen, die streckenmäßig zwar etwas länger, aber dafür einfacher sind. Die meisten Runden legte am Wochenende Mike Hartmann hin. Für alle Insider keine Überraschung, schließlich ist der 26-Jährige aus Heidenheim sechsfacher deutscher Enduro-Meister und Junioren-Europameister. Mit seinem Teamkollegen schaffte er 35 Runden, mehr als 130 Kilometer, und gewann damit die Expert-Klasse.

Ebenfalls am Start: Enduro- und Rallye-Urgestein Herbert Schek aus dem Allgäu. Mit mittlerweile 77 Jahren ist der Motorradkonstrukteur traditionell der älteste Fahrer im Feld. Ihn und den jüngsten Starter trennten diesmal 61 Jahre. 15 Mal war Schek schon bei der Rallye Dakar mit am Start. Heute geht es ihm weniger ums Siegen, er will trainieren. Schließlich hat eine seiner drei Töchter, die in Papas Fußstapfen getreten sind, ihn dazu animiert, im Juni eine Zweitagefahrt in England mitzumachen: die „Welsh-2-Days“ mit insgesamt über 500 Kilometern Länge.