Lokalsport

Ohne Center auf verlorenem Posten

Die Basketballerinnen des TSV Jesingen kassierten im Oberligaspiel beim Tabellenführer KSG Gerlingen eine deutliche 64:86 (27:41) Niederlage. Die ersatzgeschwächt angetretene Mannschaft aus Jesingen konnte ihren Kontrahentinnen in keiner Phase des Spiels das Wasser reichen.

KIRCHHEIM Vielleicht wäre mehr möglich gewesen in diesem Spiel, hätte Jesingens Trainer Jörg Fischer an diesem Tag auf den kompletten Kader zurückgreifen können. Doch ausgerechnet beim noch ungeschlagenen Tabellenführer KSG Gerlingen musste er auf die beiden Centerspielerinnen Martina Baumann und Corinna Stumpp verzichten. So war die Außenseiterrolle von Beginn an verteilt. Auch die Taktik war klar: Durch eine aggressive Verteidigung über das gesamte Spielfeld wollte man versuchen, die klare körperliche Unterlegenheit zu kompensieren. Dies gelang jedoch nur in den ersten zwölf Minuten des Spiels.

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Nach einer schlechten Anfangsphase und einem klaren Rückstand (2:9) kamen die Jesinger Frauen besser ins Spiel. Die aggressive Abwehr schien Früchte zu tragen. Auch in der Offensive suchte der TSV erfolgreich sein Heil im Spiel eins gegen eins. In der 12. Spielminute war es die an diesem Tag gut aufgelegte Daniela Fischer (19 Punkte), die ihre Farben mit 19:18 in Front brachte. Fortan häuften sich jedoch plötzlich die Fehler auf Jesinger Seite und Gerlingen konnte sich mit einer 17:2-Serie einen beruhigenden 35:23-Vorsprung erspielen. Zum Seitenwechsel war der Rückstand gar auf 14 Punkte (41:27) angewachsen.

Im zweiten Spielabschnitt hatten sich die Gästespielerinnen noch einmal viel vorgenommen. Jesingen wollte sich nicht kampflos geschlagen geben. Doch der Tabellenführer zeigte auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts seine Klasse. Ohne die beiden Jesinger Centerspielerinnen war an diesem Tag das Leistungsgefälle in der jungen Mannschaft des TSV zu groß. So waren es hauptsächlich die beiden Forwards Susanne Duvinage und Daniela Fischer, die sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage stemmten. Nach dem dritten Viertel bereits war beim Stand von 40:62 die Vorentscheidung gefallen. Im letzten Viertel ging es für den TSVJ nur noch darum, einerseits ein Debakel zu vermeiden, aber auch den Ersatzspielerinnen eine Chance zu geben. Dass dies kein Widerspruch sein muss, beweist das ausgeglichene letzte Viertel (24:24).

Am Ende sicherte sich Gerlingen völlig verdient den 86:64-Sieg und blieb auch im siebten Spiel ungeschlagen. Dass in der jungen Jesinger Mannschaft dennoch viel Potenzial steckt, konnten die Zuschauer nicht erst in diesem Spiel erkennen. Vor allem im Forward-Bereich konnten sie zeigen, dass sie dort über überragende Athletinnen verfügen.

jöf

TSV Jesingen:

Duvinage (26), Fischer (19), Schweinfort (9), Bock (6), Büchele (4), Heilemann, Merril, Huschka, Staib, Singh.