Lokalsport

Ohne zwei gegen die beste Offensive der Liga

Weiter ohne Chuks Neboh, für den Rest der Saison auch ohne Joe Hountondji: Für die Kirchheim Knights wird die Regionalliga-Partie morgen Abend in der Walter-Jacob-Halle (19.30 Uhr) zum Schlüsselspiel und Härtetest.

KIRCHHEIM Es mag vermessen klingen, das Kirchheimer Basketballteam als Lazarett zu bezeichnen. Immerhin thront der VfL derzeit an der Tabellenspitze der Regionalliga. Doch wer sich für das morgige Spitzenspiel gegen Weißenhorn an eine Prognose wagt, muss sich zunächst einmal mit mehreren ärztlichen Bulletins beschäftigen.

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Die guten Nachrichten zuerst: Bill Goehrke und Ross Jorgusen haben ihre Magengrippe überstanden und auch das verstauchte Sprunggelenk von Kai-Uwe Kranz scheint kaum mehr Probleme zu bereiten. Ganz wichtig: Nenad Lukic hat seine Ärzte überredet, die für vergangenen Mittwoch angesetzte Operation der Achillessehne zu verschieben. Lukic, der in den vergangenen Spielen trotz Schmerzen eine wichtige Stütze war, will für den Rest der Saison und die mögliche Aufstiegsrunde in die zweite Liga auf einen Eingriff verzichten. Eine Entscheidung, die auch vor dem Hintergrund des Fingerbruchs von Chuks Neboh getroffen wurde und in der Mannschaft großen Respekt genießt. Der 2,12-Meter-Mann des VfL macht derweil Fortschritte. Die Operationsnaht am kleinen Finger der rechten Hand sah schon fünf Tage nach dem Eingriff gut aus. Ob ein eingeschränkter Einsatz am 4. März beim TV Rastatt-Rheinau realistisch ist, muss sich zeigen, wenn die Fäden gezogen sind.

Die nächste Nachricht von der medizinischen Front ist dagegen wenig erfreulich: Joe Hountondji fällt nach neuerlichen Lungenproblemen vermutlich für den Rest der Saison aus. Seine am Sonntag in Ludwigsburg erlittene Platzwunde, die mit sieben Stichen genäht werden musste, ist zur Stunde das geringste Problem des Göppingers, der nach dem Ludwigsburger Spiel noch am selben Abend erneut operiert worden war. Ursache für die fortgesetzten Lungen-Kollapse ist eine angeborene Bindegewebsschwäche. "Es ist nicht so, dass ich zu früh wieder angefangen habe, das neue Leck in der Lunge hat damit nichts zu tun", berichtet Hountondji aus dem Krankenhaus in Gerlingen, wo er noch bis Mitte nächster Woche bleiben muss.

Keine guten Voraussetzungen also für das Spitzenspiel gegen den FV Weißenhorn am Samstagabend. Der morgige Gegner gilt als das heißeste Team der Liga hinter der KGJ Schwenningen. Seit der Heimniederlage gegen den VfL am 29. Oktober, bei der Center Mirko Buljubasic sein erstes Spiel absolvierte, hat der Aufsteiger zehn Siege geholt. Nur beim SSC Karlsruhe gab es zu Beginn des Jahres eine 86:96-Niederlage. Alle übrigen Partien gewann der FV mehr oder weniger souverän. So auch im November gegen Schwenningen (77:60) und vor zwei Wochen beim damaligen Tabellenführer TV Rastatt-Rheinau (90:69).

Das Team von Trainer Dario Jerkic ist das mit Abstand offensivstärkste der Liga mit bisher 1467 Punkten vor Heidelberg-Kirchheim mit 1417. Der VfL machte bisher 1394. Garanten für den Weißenhorner Erfolg sind Buljubasic, Forward Mario Simic und Playmaker Rashaad Carter. Dennoch weist Jerkic die Favoritenrolle weit von sich: "Kirchheim ist Favorit, sie haben den besten Aufbauspieler der Liga mit Jorgusen und den besten Schützen mit Kranz. Wir sind fit, das ist das Wichtigste." Zu den Zukunftsperspektiven meint er: "Wir wollen ja nicht aufsteigen, aber die Aufstiegsrunde wäre toll, da kann man was verdienen."

Weißenhorn gehört mit 22:10 Punkten zusammen mit Kirchheim (28:4), Rastatt und Schwenningen (beide 26:6) zum Quartett, das sich allein noch Hoffnungen auf die lukrative Runde machen kann. Ein vorsichtiger Optimist ist dagegen Theo Leftakis: "Wir werden versuchen, das Spiel zu diktieren. Alle Spieler treffen momentan unglaublich. Wenn sie das im Spiel umsetzen können, sehe ich nicht schwarz. Wir müssen vor allem schnell spielen. Wenn wir Rodeo machen, haben wir eine gute Chance." Nun denn: Auf zum Rodeo in die Walter-Jacob-Halle!

mad