Lokalsport

Ovationen für VfL-Start nach Maß


REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Die Ovationen des Publikums für die Gewinner wollten nach dem Abpiff nicht enden. Neben der Freude über den nicht unbedingt erwarteten Erfolg war den Zuschauern vor allem Erleichterung ins Gesicht geschrieben - denn auf dem Platz regierten über weite Strecken die Nervenbündel. Nicht nur beim potenziellen Außenseiter VfL, auch bei den von Experten zum Titelmitfavoriten gekürten Dorfmerkingern. Letztere hatten es freilich nicht leicht an diesem warmen Sommerabend mit Temperaturen um 23 Grad.


Schon nach zehn Minuten schauten Norbert Stippels Mannen verdutzt aus den Trikots. VfL-Mittelfeldspieler Coskun Isci, der im Lauf der Partie zum überragenden Akteur avancieren sollte, traf mit einem überlegten Schuss aus 13 Metern ins linke Eck. 1:0 Zentnerlasten fielen in diesem Augenblick von den Kirchheimer Greenhorns, die mit insgesamt fünf Neuzugängen zum ersten Match der Runde angetreten waren. Einer der Neuen: Michael Rentschler. Dessen Entscheidung zu spielen (der sportliche Leiter Norbert Krumm übernahm parallel dazu die Koordination auf der Bank) machte sich im Laufe der Partie bezahlt: Bei den wilden, wenn auch unkordinierten Angriffen der SFD behielt der Ex-Regionalligaspieler meist kühlen Kopf - nicht auszudenken, was ohne den Ex-Ditzinger im Strafraum der Gastgeber stattgefunden hätte.


Der VfL legte nach. In der 55. Minute spitzelte SFD-Torwart Krusche zwar Fabio Morisco den Ball vom Fuß, doch das ungeschickt eingesetzte "lange Bein" des Keepers brachte den gut agierenden VfL-Angreifer im weiteren Verlauf der Aktion zu Fall. Der Gefoulte selbst erledigte den Elferjob präzise: Sein hoher Schuss ins linke Eck ließ Kontrahent Krusche keine Chance.


Trotzdem: Ruhe brachte der Treffer zur (vermeintlichen) Vorentscheidung nicht ins VfL-Spiel. Mit der Konzentration war es endgültig vorbei, als die SFD (die vor der Pause zwei Hochkaräter durch den Brasilianer "Didi" Guimares Uederson vergaben) verkürzten. Defensivmann Teufels Kopfball (75.) war, weil der Schütze unbedrängt und der Kopfstoß platziert war, unhaltbar für Kirchheims neuen Schlußmann Patrick Gühring, der bei seinem ersten Auftritt keinen schlechten Eindruck hinterließ.


Den Nervenkitzel hätten sich die Blauen getrost ersparen können, hätten Morisco und der eingewechselte Lambor bei ihrer "Doppelchance" in der 73. Minute das 3:0 besorgt. Doch Morisco ging bei seinem Sprint Richtung Tor die Kraft aus, den abgeblockten Ball setzte Lambor knapp neben das gegenerische Gehäuse.


Fazit: Aufgrund der Unsicherheiten auf beiden Seiten kein großer Fußballabend an der Jesinger Allee, jedoch einer, der eine Initialzündung für den VfL bringen könnte - ein Auftaktsieg gegen einen vermeintlichen Titelfavoriten stärkt das Selbstbewusstsein und ist ein Gute-LauneBringer. Der Blick in die (allerdings noch nicht sonderlich aussagekräftige) Tabelle tut ein Übriges: Mit dem gestern Abend ebenfalls 2:1 siegreichen Aufsteiger FC Frickenhausen bilden die Kirchheimer vorläufig das Spitzenduo. Zwei Teams aus dem Bezirk Neckar-Fils ganz vorn eine nette Momentaufnahme.

VfL Kirchheim: Gühring Fuchs, Eisenhardt, Rentschler, Siopidis Grimm, Baumer (53. Lambor), Isci, Dashi (78. Polat) Morisco (83. Korkmaz), Klon.
SF Dorfmerkingen: Krusche Teufel, Möhl, Butrej Kluge, Mai, Saur, Chalkidis, Koc Beck, Guimares Uderson.
Tore: 1:0 (10.) Isci, 2:0 (55., Foulelfmeter) Morisco, 2:1 (76.) Teufel.
Gelbe Karten: Fuchs, Grimm, Klon, Isci Krusche, Kluge.
Zuschauer: 230 (189 zahlende).
Schiedsrichter: Volker Stellmach (Schwäbisch Hall) leitete ordentlich.