Lokalsport

Owen ohne Biss und Linie

Schwach gespielt, verdient verloren: Landesliga-Tabellenführer TSV Owen ist in der ausverkauften Nürtinger Neckarsporthalle mit 28:32 (11:15) über Aufsteiger TSV Zizishausen gestolpert.

Nürtingen. Die Gastgeber gingen von Beginn an aggressiv und hoch motiviert zu Werke. Eigenschaften, die der Favorit aus Owen lange Zeit vermissen ließ. Owens Zeitnehmer Hans Kiedaisch brachte es beim Seitenwechsel auf den Punkt: „Höchs­tens 70 Prozent Einsatz sind zu wenig“. Kaum ein Akteur der Teckstädter erreichte an diesem Abend Normalform. Einzig Jörn Lehmann und Heiko Hoyler spielten eine ordentliche Partie. Auch Torhüter Markus Brodbeck hatte einen ungewohnt schweren Stand gegen meist unbedrängte Werfer. In der Abwehr fanden die Gelbhemden gegen die quirligen „Schnaken“ kaum ein Mittel, und im Angriff agierten Klett & Co. zu statisch. Die Gastgeber suchten ihr Glück im Angriff meist mit Einzelaktionen – und mit Erfolg. Vor allem über die erste Welle gelangen dem Aufsteiger zahlreiche Tore. Doch zunächst ließ sich Owen noch nicht abschütteln. Marius Schmidt sorgte mit seinem Treffer zum 9:8 sogar nochmals für die Führung der Herzogstädter, dies war jedoch gleichzeitig die letzte in dieser Partie.

Danach übernahm Zizishausen die Initiative. Die Gastgeber liefen zu Hochform auf: Binnen 90 Sekunden zogen sie auf vier Tore bis zum 15:11-Pausenstand davon. In der Kabine der Teckstädter wurde es dann richtig laut. Das Owener Trainergespann nahm sich die Mannschaft zur Brust. Nach dem Seitenwechsel folgten erneut zwei technische Fehler im Spiel der Gäste und Zizishausen nutzte dies, um auf 17:11 davonzuziehen. Mit sechs gegen vier gelang dem TSVO der Anschluss zum 15:17. Nun erwachte auch das Owener Publikum und peitschte seine Mannschaft nach vorne. Doch kapitale Abwehrschnitzer brachten die Gastgeber zurück ins Spiel. Beim Stand von 22:17 schien die Partie entschieden. Jetzt legten Steffen Klett und Heiko Hoyler den Schalter plötzlich um. Fast im Alleingang brachten die beiden Angreifer ihre Farben wieder auf 25:25 heran. Owen bot sich drei Mal die Gelegenheit zum Führungstreffer. Doch wieder versagten bei den Teckstädtern die Nerven. Erst Wager, dann Lehmann und zuletzt Bastian Klett scheiterten am guten Torhüter der Gastgeber.

Symptomatisch für die Partie des TSVO war der Treffer zum 27:26 für Zizishausen. Owen ließ die Hausherren gewähren. Brodbeck hielt zwar den Wurf von Güntner, doch der Abpraller fiel dem Kreisläufer der Gastgeber in die Hände. Dieser erzielte umringt von gleich drei Owener Abwehrspielern das 27:26. Weitere technische Fehler auf Owener Seite wurden eiskalt ausgenutzt. Beim 29:27 war die Partie entschieden. Aufgrund der mangelnden Einstellung des Favoriten aus Owen ist die Niederlage verdient. Auch wenn der eine oder andere unter den Owener Zuschauern die beiden Unparteiischen als Verantwortliche ausmachte. Die leisteten sich zwar die eine oder andere Fehlentscheidung, doch die Niederlage hatten sich die Teckstädter an diesem Tag selbst zuzuschreiben. Mit angezogener Handbremse lässt sich kein Spiel gewinnen, schon gar nicht auswärts in einer brechend vollen Halle.

Glück im Unglück für Weiss & Co: Auch die Konkurrenz aus Grabenstetten und Laupheim patzte. Nun hat Owens Trainergespann Brodbeck und Schöberl zwei Wochen Zeit, um ihre Mannschaft auf das Spitzenspiel beim TSV Grabenstetten einzustimmen. Auch in Sachen Disziplin dürfte nach dieser Niederlage Redebedarf bestehen. „In zwei Wochen wird eine andere Owener Mannschaft auf dem Platz stehen“, meinte ein sichtlich geknickter Markus Brodbeck nach der Partie. Vielleicht ist diese Niederlage auch ein Warnschuss zur rechten Zeit, der zeigt, dass man in dieser Liga keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen darf. jb

TSV Owen: Brodbeck, Carrle, Gehrke, Wager (2), Kirchner (2), Jörn Lehmann (2), Weiss, Hoyler (6/4), Meissner (1), Schmidt (5), S. Klett (7), B. Klett (1), Hanssen (2)

TSV Zizishausen: Jüttner, Frommhold; Güntner (2), Klaric (1/1), Geißler (3), Himpel (1), Minsch (6), Kohler (1), Schorr (2), Müller (3), Reinl (2), Zimmermann (2), Baum (9/4)

Schiedsrichter: Kapfenstein/Weihrich (SKV Eglosheim)

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