Lokalsport

Party nach dem Sieg?

Wie immer in den vergangenen Jahren gerät der Sport beim Saisonfinale der Basketballer etwas in den Hintergrund: Morgen Abend (19.30 Uhr) ist in der Sporthalle Stadtmitte wieder ein großes Fest mit Basketball geplant. Für die entsprechende Stimmung soll ein klarer Sieg gegen Absteiger Crailsheim sorgen.

KIRCHHEIM Die sportlichen Voraussetzungen sind schnell geklärt: Hier der Tabellenvierte Kirchheim. Mit zwölf Siegen und sieben Niederlagen verfehlte der Titelverteidiger mit der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga zwar das erklärte Saisonziel, spielte aber dennoch eine insgesamt erfolgreiche Saison. Nur selten hat ein Kirchheimer Basketballteam in 22 Jahren Regionalliga am Ende besser dagestanden. Auf der anderen Seite der Absteiger TSV Crailsheim II. 18 Spiele hat die Reserve des Zweitligateams bisher absolviert und dabei 18 Niederlagen einstecken müssen. Das 74:85 am ersten Spieltag zu Hause gegen Ludwigsburg war dabei noch die knappste. Im Schnitt gingen die Spiele mit 74:112 verloren. Nicht selten mussten die "Young Guns" nur mit sechs oder sieben Spielern antreten.

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Dennoch genießt gerade dieses Häuflein der Aufrechten großen Respekt in der Liga. Denn viele rechneten längst mit einem Ausstieg der Crailsheimer aus dem aussichtslosen Unternehmen Regionalliga. Doch das Team um Topscorer Alexander Rüeck (zweitbester Schütze der Liga mit 25 Punkten im Schnitt) biss Woche für Woche die Zähne zusammen, trat an, gab alles und kassierte die nächste klare Schlappe.

Die soll es aus Kirchheimer Sicht möglichst auch morgen Abend geben. Insofern dürfen die Zuschauer ein Feuerwerk an Offensivaktionen und schönen Körben erwarten. Doch das könnte in den Hintergrund treten angesichts der Attraktionen am Rande des Saisonfinales. Optisches Highlight: Die "White Bengals", Cheerleader aus Waiblingen, die echte amerikanische Event-Atmosphäre in die Sporthalle Stadtmitte zaubern wollen. Vielleicht hat dieser Auftritt ja einen ähnlichen Effekt wie Mitte der 90er, als Cheerleader aus Oberelchingen engagiert wurden und sich aus diesem Anstoß eine eigene VfL-Gruppe entwickelte. Leider haben sich die "Kirchheim Crackers" in den drei Jahren Oberliga zwischen 1997 und 2000 langsam aufgelöst.

Ein Höhepunkt wird bereits zum siebten Mal der Versuch eines Zuschauers sein, den Ball von der Mittellinie in den Korb zu werfen beim "500-Euro-Schuss." Bisher hat noch keiner den stolzen Preis abgeräumt. Morgen erhält der 13-jährige Daniel Koser die Chance, der am vergangenen Sonntag von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ausgelost wurde. Gewinnen können übrigens wieder alle Zuschauer: Jede Eintrittskarte gilt als Los für die anschließende Tombola. Möglicher-weise ein Hauptpreis: Ein aktueller Kalender mit großformatigen Fotos von Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks. Nach dem Spiel bittet DJ Charles zur Abschluss-Sekt-und-Saiten-Party, bei der die Fans mit dem Team noch einmal über die Saison plaudern können. Auch mit Coach Theo Leftakis. Dessen Saisonziel, bei der Hauptversammlung vor einem Jahr verkündet, wurde übrigens erreicht: "Wir wollen die Halle wieder füllen", wünschte er sich da. Das ist trotz des nachlassenden sportlichen Erfolgs tatsächlich gelungen: Mit bisher durchschnittlich 760 Fans wurde die Rekordmarke des Meisterjahres (660) nicht nur übertroffen, sondern auch ein neuer Rekord in der 48-jährigen Geschichte des Kirchheimer Basketballs aufgestellt.

mad