Lokalsport

Pasko Tomic erwartet Trotzreaktion

Ohne Emre Atsür müssen die Kirchheim Knights morgen bei der SG Heidelberg-Kirchheim (Sportzentrum Süd, 18 Uhr) antreten. Der Türke fand einen Job in Lemgo und verlässt somit den VfL.

KIRCHHEIM "Das ist natürlich ein herber Verlust", reagierte Coach Theo Leftakis gestern Morgen aus dem Hotelzimmer in Bonn auf die schlechte Nachricht. Er war am Mittwochabend als Kommissar beim Fiba Euro-Cupspiel Telekom Baskets Bonn gegen Lokomotive Rostow (78:87) eingesetzt, konnte deshalb zweimal nicht beim Training in Kirchheim dabei sein. "Er hat uns sehr geholfen und hat nichts gekostet", trauert Leftakis Atsür nach. Der hatte am Mittwoch seine Jobsuche erfolgreich abgeschlossen, arbeitet ab Dezember im internationalen Einkauf bei einer Firma im westfälischen Lemgo. "Das ist genau das, was ich gesucht habe", freute sich der Flügelspieler auf der einen Seite. "Aber ich bin natürlich auch traurig, dass ich die Knights verlassen muss."

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Die Hoffnung von Theo Leftakis ruht nun auf Joe Hountondji: "Wenn er sich so weiterentwickelt, wie bisher, kann er diese Lücke füllen." Dennoch ist der Kader nach der Verletzung von Nenad Lukic und den Abgängen von Atsür und Abbagnara mit nur noch neun Spielern nun etwas dünn hat das Auswirkungen für das schwere Auswärtsspiel in Heidelberg-Kirchheim morgen Abend? Co-Trainer Pasko Tomic erwartet vom Team nach der unglücklichen, wenn auch verdienten ersten Saisonniederlage am vergangenen Samstag gegen Rastatt-Rheinau eine Trotzreaktion: "Alle brennen darauf, das wieder gutzumachen."

Leicht wird das nicht. Die SG hat zwar schon drei Spiele verloren (in Rastatt, Ludwigsburg und zu Hause gegen Karlsruhe), ist aber ein Gegner, der dem VfL offensichtlich nicht liegt. An den letzten Auftritt in der Sporthalle am Carl-Diem-Weg am 8. Januar haben die Knights ganz bittere Erinnerungen. Bei der 73:76-Niederlage machte Ross Jorgusen eines seiner schlechtesten Spiele für den VfL. Mit 2:14 Dreiern und 13:27 Freiwürfen klebte den Schützen das Pech an den Fingern.

Dennoch sagt SG-Coach Michael Moritz vor dem Kirchheimer Gastspiel: "Wir sind der krasse Außenseiter. Aber wir werden uns bemühen, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten, dann entscheiden am Ende die Nerven." Da sieht Moritz die Vorteile bei seinem Team: "Wir können das ganz locker sehen, der VfL muss dagegen etwas zeigen." Theo Leftakis sieht es so: "Wir müssen als Mannschaft spielen, dann sehe ich keine Probleme. Aber bisher haben wir uns noch nicht gefunden." Diese Aussage scheint erstaunlich bei 6:1-Siegen, doch Leftakis präzisiert: "Das Zusammenspiel zwischen Centern und Außenspielern funktioniert nicht. Wenn der Ball unter dem Korb ist, kommt er nicht zurück, wenn er außen ist, werden die Center zu oft ausgeschlossen." Dabei ist genau das der Schlüssel zum Sieg bei den aggressiven, aber nicht sonderlich großen Heidelbergern: "Wir müssen viel unter den Korb spielen. Klappt das, haben wir auch mehr Freiheiten für unsere Schützen", verrät der Knights-Coach das Rezept.

Ein Sieg wäre doppelt wichtig: Zum einen natürlich, um das etwas angeschlagene Selbstvertrauen wieder aufzurichten. Zum anderen aber auch wegen der übrigen Spiele an diesem Wochenende: Schwenningen steht vor der schweren Aufgabe beim Aufsteiger FV Weißenhorn und Rastatt-Rheinau empfängt zu Hause den Sechsten, TV Konstanz. Die Chance, ganz nach vorne zu rücken, ist also da. Beide Teams an der Spitze haben im übrigen die Positionen vertauscht: Wegen des unerlaubten Einsatzes eines Spielers wurde dem seiteherigen Tabellenführer KGJ Schwenningen dessen Sieg am vergangenen Wochenenende gegen Ludwigsburg am grünen Tisch aberkannt. Damit ist Rastatt-Rheinau nun neuer Tabellenführer, gefolgt von den punktgleichen Knights und den auf Platz drei abgerutschten Schwenningern.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke, Hayden, Hountondji, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Neboh, Tsouknidis.