Lokalsport

"Pasko war der Beste"

KIRCHHEIM Die Knights waren in Not, doch am Ende fühlte sich nur Mainz elend: Aus dem Kellerduell zogen die Kirchheimer Zweitliga-Basketballer viel Selbstvertrauen für die

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MAX DANIEL

Rückrunde. Mitten drin in der Aufbruchstimmung: der neue Kirchheimer Co-Trainer Georgios Poulos. Auf Vermittlung von Knights-Gesellschafter und Hallensprecher Karl-Wilhelm Lenger war er unter der Woche verpflichtet worden. Lenger kannte den 46-jährigen Griechen von einem Kurzauftritt für Cosmos Tübingen in der Saison 1999/2000, als Theo Leftakis dort als Trainer ausgestiegen war und Poulos übernommen hatte. Poulos war begeistert: "Ich bin mit der Leistung vollauf zufrieden. Dass es am Ende nur 59:50 ausging, war einfach Pech im Abschluss und ein paar Fehler in der Schlussphase, als bereits alles entschieden war."

Das Pech im Abschluss hatte vor allem Kai-Uwe Kranz gepachtet. Am Freitagabend beim Abschlusstraining noch atemberaubend sicher von allen Positionen, traf er 20 Stunden später keinen von sieben Versuchen hatte aber einen neuen Anwalt: Poulos. "Wie er in der Defensive Ilja Ickert zu gemacht hat, war klasse der wurde zweimal sofort ausgewechselt." Klar, dass ein so auf Defensive ausgerichtetes Spiel nicht bei allen Zuschauern reine Begeisterungsstürme auslöste, mancher gar den Verdacht äußerte, hier spiele "Not gegen Elend." Doch so schlecht, wie sie am Samstag aussahen, sind die Mainzer nicht, das haben sie in den 14 Spielen zuvor schon oft genug bewiesen. Der VfL ließ diesmal einfach nicht mehr zu.

Kirchheims Trainer Pasko Tomic jedenfalls war mit der Leistung seiner Mannschaft hoch zufrieden, meinte sogar: "Wir nähern uns Bozo Maljkovic." Der legendäre Coach von Jugoplastika Split hatte zu Beginn der Neunziger das europäische Basketball mit seiner Defensiv-Taktik revolutioniert und dreimal die Champions League gewonnen Tomic war dabei. Am Samstag bekam der Kirchheimer Coach ausgerechnet von seinem neuen Assistenten das höchste Lob. Poulos: "Ich bin sehr froh, dass Pasko wieder lacht. Er hat perfekt gecoacht, es war eine tolle Zusammenarbeit. Pasko war heute der Beste."

Und auf dem Feld? Ganz wichtig war sicher Tim Burnette, der die kompletten 40 Minuten auf dem Feld stand, vor allem wegen seiner Verteidigung gegen Bin Tabu Eboma. Im Angriff hat Burnette noch immer nicht richtig ins Team gefunden, sucht zudem weiter nach der Sicherheit im Abschluss. Aber schließlich hat er noch 15 Spiele Gelegenheit, das alles besser zu machen. Stark auch Antonis Sivorotka, der wieder einmal nur durch Fouls zu stoppen war, und in der ersten Hälfte Tom Klemm, der leider danach nicht mehr traf, aber mit sieben Ballgewinnen einen persönlichen Knights-Rekord aufstellte. Kosta Karamatskos lieferte ein bärenstarkes erstes Viertel ab, tauchte danach aber unter. Ross Jorgusen zeigte nach dem Tiefpunkt in München deutliche Ansätze der Konsolidierung. Nicht vergessen werden darf Bill Goehrke, der unglaublich ackerte, allerdings früh in Foulprobleme kam. Eine äußerst solide Leistung lieferte auch Wilu Lenger ab, der nach zwei Spielen auf der Bank diesmal 19 Minuten aufs Feld kam und mit der ihm üblichen Leidenschaft seinen Job erledigte.

Vor dem nächsten Spiel muss den Kirchheimern also nicht bange sein. Am kommenden Samstag geht es in der Walter-Jacob-Halle gegen den Tabellenfünften TV Langen (in der Sporthalle Stadtmitte tragen die Ötlinger Sportschützen ihren Bundesligakampf aus). Georgios Poulos hat schon mal eine Prognose: "Mit der Einstellung wie gegen Mainz verlieren wir auf keinen Fall."