Lokalsport

Pistenspaß pur am "Tag der Einheit"

Ski- und Snowboardfans sollten sich den 21. Januar schon einmal dick im Kalender anstreichen. Unbeschwertes Skivergnügen in einem der weitläufigsten Reviere der Alpen versprechen die Veranstalter der vier Kirchheimer Skivereine, wenn es am Arlberg zum dritten Mal heißt: "Kirchheim goes snow."

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Welcher Skifreund kennt nicht das Dilemma: Blauer Himmel und verschneite Hänge wecken die Sehnsucht, einen Tag lang neue Energie zu tanken. Am besten in klarer Luft, vor grandioser Kulisse und mit einem "g'führigen" Schnee unter den Brettern. Doch die Aussicht, wertvolle Zeit hinter dem Steuer oder vor Kassenhäuschen am Skilift zu verbringen, hemmt die Lust auf einen spontanen Kurztrip. Alles schon erlebt? Wenn ja, dann kennen die Skiabteilungen der vier Kirchheimer Sportvereine die Lösung des Problems. Unter dem Motto "Kirchheim goes snow" verspricht das Veranstalter-Quartett bereits zum dritten Mal ungetrübten Pistenspaß ohne lästigen Aufwand.

Einfach anmelden, Platz nehmen, abschalten. Fahrt, Skipass und Betreuung auf und jenseits der Pisten übernimmt das Begleitteam des VfL, SVL sowie der Skiabteilungen der beiden Turn- und Sportvereine aus Ötlingen und Jesingen. Ziel ist die Trittkopfbahn in Zürs als Tor zur Arlberger Skiarena mit 80 Bahnen und Liften sowie 280 Pistenkilometern. Gute Gelegenheit also, nicht nur einen sorgenfreien Tag in den Bergen zu erleben, sondern gleichzeitig auch eines der renommiertesten Skigebiete weltweit kennen zu lernen.

Seit vier Jahren bereits machen die vier Kirchheimer Vereine und ihre Skischulen gemeinsame Sache. Die Idee zum eintägigen Ski-Event als offenes Angebot auch für Nichtmitglieder wurde dann 2004 geboren. Nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus, wie VfL-Sprecher Klaus Buck heute betont, sondern, um die Leute zum Skilauf zu bewegen. "Was viele daran hindert, selbst die Initiative zu ergreifen, nehmen wir ihnen einfach ab." Dafür sind fünf Busse und rund 25 Betreuer aus allen vier Vereinen einen Tag lang im Einsatz. Die ausgebildeten Skilehrer bieten Snowboard- oder Carvingkurse an, veranstalten ein Big-Foot-Rennen und wer den Tag einmal ohne den quengelnden Nachwuchs verbringen möchte, gibt ihn einfach im Ski-Kindergarten ab. Kinder ab zehn Jahren können auch ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten mitfahren. Für sie wie für alle anderen Teilnehmer unter 16 Jahren ist allerdings bei der Anmeldung die Unterschrift eines Elternteils erforderlich.

Wer will, kann das Revier freilich auch auf eigene Faust erkunden. Sportlich Ambitionierten steht zudem ganztägig ein Rennhang mit ausgestecktem Kurs und elektronischer Zeitmessung zur Verfügung, wo auch jene, die ansonsten nicht dem Rennzirkus angehören, ihr Geschick im Stangenwald testen können. An der Talstation der Trittkopfbahn lädt ein für die Teilnehmer reserviertes und beheiztes Zelt zu gemütlichen Pausen ein, in denen Gastronomen aus dem benachbarten Lech warme Getränke und kleinere Mahlzeiten anbieten.

"Mit unserem Angebot wollen wir vor allem auch Jugendlichen die Gelegenheit bieten, ein ansonsten teures Skigebiet zu erschwinglichen Preisen zu erleben", sagt Klaus Buck. Der Erfolg gibt ihm recht: Unter den durchschnittlich mehr als 200 Teilnehmern in den vergangenen zwei Jahren waren aus Vereinssicht erfreulich viele Jüngere. Für die Veranstalter Grund genug, die Preise stabil zu halten und auch 2006 ermäßigte Jugendtarife anzubieten. Die liegen zwischen 41 Euro für die unter 16-Jährigen bis zu 54 Euro für Erwachsene. "Im ersten Jahr haben wir kräftig drauf gelegt", erinnert sich Buck. Inzwischen schreibt man eine schwarze Null.

Der Aufwand lohnt, ist Klaus Buck überzeugt, der selbst einen Großteil seiner Freizeit im Winter für den Vereinsnachwuchs opfert. "Kirchheim goes snow" soll das Highlight im winterlichen Veranstaltungskalender bleiben und vielleicht auch das eine oder andere Neumitglied anlocken. Dass das Interesse am alpinen Skisport nach wie vor groß ist, beweisen die Teilnehmerzahlen der Skikurse auf der heimischen Alb, die alle vier Vereine anbieten. "Da können wir uns vor Anmeldungen kaum retten", sagt Buck. Nun hofft die Kirchheimer Ski-Allianz, dass dies auch am 21. Januar so sein wird, wenn der Tross in Richtung Arlberg startet. Zeit, sich zu entscheiden, bleibt bis zum 18. Januar. Anmeldungen nimmt Sport-Räpple in der Dettinger Straße in Kirchheim entgegen.