Lokalsport

Plattfuß-Festival in Francorchamps

Weil die Technik streikte, gab es für die Fumic-Brüder zum Weltcup-Auftakt 2005 ebenso wenig zu erben wie für den Weilheimer Marc Gölz: Plattfuß-Festival in Spa-Francorchamps.

EDGAR VELOCI

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SPA-FRANCORCHAMPS Platz zehn und Platz 27 waren kein angemessener Lohn für die Leistung der Fumic-Brüder beim Weltcup-Auftakt im belgischen Spa-Francorchamps. Doch beide mussten mit technischen Defekten kämpfen. Der Pannenteufel hatte freilich auch bei Marc Gölz zugeschlagen.

Tief enttäuscht kauerte Manuel Fumic (FBI) derweil am Wohnmobil. Da war der 23-Jährige ein furioses Rennen gefahren, hatte die beste Platzierung seiner Karriere zum Greifen nah. Er hatte sich im Verlauf des Rennens immer weiter nach vorne gefahren und war Ende der vorletzten Runde zum viertplatzierten Thomas Frischknecht aufgefahren. Von hinten kamen noch Weltcup-Titelverteidiger Christoph Sauser (Schweiz) und der Schwede Frederic Kessiakoff heran. So ging eine Vierergruppe mit 20 Sekunden Differenz auf Rang drei in die letzte Runde. Manuel Fumic gelang es sogar, sich mit Sauser einen kleinen Vorsprung auf die beiden Konkurrenten heraus zu fahren. Doch dann machte es auf einer Abfahrt plötzlich pffft beim U23-Weltmeister. "Ich bin hinter Sauser gefahren und habe einen Platten bekommen. Dummerweise bin ich an der zweiten Wechselzone vorbei gefahren und musste so die letzten beiden Kilometer laufen", schüttelte Fumic II den Kopf. Zwei Versuche, mit Patronen wieder Luft rein zu pumpen, scheiterten, weil der Riss zu lang war. So war die Chance dahin, zum ersten Mal auf dem Fünfer-Weltcup-Podium zu stehen. Letztlich wurde Manuel Fumic 27. mit rund sechseinhalb Minuten Rückstand.

Bis Mitte der dritten Runde hatte sein Bruder Lado (FBI) das Geschehen an der Spitze geprägt. Nach Meinung vieler Experten machte er einen enorm starken Eindruck. Ob er dem späteren Sieger Julien Absalon (Frankreich, 1.57,53 Stunden) hätte Paroli bieten können, sei dahin gestellt. Aber auf dem Podium wäre wohl Platz für ihn gewesen wenn er nicht einen Plattfuß gehabt hätte. Stattdessen musste er so noch einmal das Rad tauschen und verlor viel Zeit. In der dritten Runde hatte er bergauf einen Fotografen touchiert und musste kurz absteigen. "Da habe ich etwas den Rhythmus verloren", sagte er, "schade, am Anfang ging es richtig gut."

Lado Fumic wurde mit 3.03 Minuten Rückstand immerhin noch Zehnter.

Marc Gölz (MGR) konnte nach dem Weltcupstart eine ähnliche Geschichte erzählen. Er hatte sich etwa auf Rang 40 eingereiht und stabilisiert. "Damit wäre ich zufrieden gewesen", sagte Gölz. Aber in der Ergebnisliste stand letztlich Rang 132 mit zwei Runden Rückstand: Ende der zweiten Runde ereilte ihn nämlich auch ein Plattfuß.

Er wechselte den Schlauch, weil die Material-Zone zu weit weg war, aber bekam nicht genügend Luft in seinen Reifen und musste alsdann sehr viel laufen. So blieb auch dem Weilheimer nur ein bedauerndes Schulterzucken.

Stefan Sahm (Bissingen) war erst gar nicht nach Belgien gereist. Er hatte seine Infektion noch nicht überwunden und verzichtete freiwillig auf den Weltcup-Auftakt.