Lokalsport

Platz zwei zu Weihnachten

Zum Rückrundenstart empfangen die VfL-Basketballer am Samstagabend (19.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) den TV Rastatt-Rheinau. Der hat nur einen Sieg weniger und will auch in die Aufstiegsrunde. Jetzt geht es um die Wurst. Aber geht es das nicht immer?

KIRCHHEIM Tatsächlich hat sich die Regionalliga Südwest so entwickelt, wie das viele erwartet haben: Eine unglaublich starke, unglaublich ausgeglichene Liga, in der von den Spitzenteams jeder jeden schlagen kann. Der Unterschied zur Prognose: Es gibt nicht vier, nicht fünf Spitzenmannschaften, sondern gleich sieben. Zwischen dem derzeitigen Tabellenzweiten VfL Kirchheim (14:6) und dem Siebten Ludwigsburg (12:8) liegen gerade mal zwei Pünktchen oder ein Sieg und auch Tabellenführer SSC Karlsruhe (16:4) ist keineswegs enteilt. Da die ersten beiden Plätze zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga berechtigen, machen sich sieben Teams realistische Hoffnungen auf die Relegation im späten Frühjahr.

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Die Konsequenz aus der Dichte: Jedes Spiel ist eminent wichtig, ein Ausrutscher kann aber auch repariert werden, weil sich die Teams gegenseitig die Punkte wegnehmen. Das ist nicht so paradox, wie es sich anhört und gilt in besonderem Maße für die Begegnung morgen Abend in der Sporthalle Stadtmitte. Da empfängt der VfL den TV Rastatt-Rheinau (12:8). Der Sieger wird als einer der ganz großen Favoriten in die nur dreiwöchige Weihnachtspause gehen können. Gleichzeitig ist der Verlierer keineswegs aus dem Rennen.

Dennoch ist es ganz klar, was auf dem Wunschzettel von VfL-Coach Theo Leftakis zu Weihnachten ganz oben steht: ein Sieg gegen den TV Rastatt-Rheinau und überwintern auf Platz zwei. Schließlich schmerzt die Niederlage im Badischen zum Saisonauftakt immer noch. Vom zweiten Viertel an hatte der VfL damals geführt, ein richtig starkes Spiel geliefert. Doch dann begannen die Nerven zu flattern, und dem VfL gingen die Rebounder aus: Nach dem David Bouwmeester, Wilu Lenger und Nenad Lukic nach jeweils fünf Fouls vom Platz mussten, hatte Rastatts Center-Star Joel Nganko leichtes Spiel unterm Korb. Der TV ging 90 Sekunden vor Schluss in Führung und gewann am Ende 94:90.

Das soll heute anders werden. Für Nganko hat sich Leftakis etwas Besonderes ausgedacht: "Wenn wir ihn unter 20 Punkten halten können, ist das die halbe Miete", glaubt der Trainer, der aber auch weiß, dass der TV auch eine feine Riege kleiner Spieler hat, die mit der des VfL mithalten kann. Spielertrainer Zoran Seatovic (32) ist die Routine selbst Aufbauspieler Lars Moysich, seit fünf Tagen 27 Jahre alt, hat dem VfL schon im Dress des SSC Karlsruhe reichlich zugesetzt, der Ire Matthew Daw (20) ist ein Supertalent und Mario Tolo (29) war im September mit 23 Punkten und vier Dreiern Sargnagel für Jorgusen & Co. Alle Spieler haben Zweitliga-Erfahrung und werden sich vom Hexenkessel in der Sporthalle Stadtmitte wohl kaum beeindrucken lassen. Seatovic: "Wir freuen uns unheimlich auf dieses Spiel, die Partien gegen Kirchheim sind immer etwas ganz Besonderes" und ergänzt: "Die Ziele und Wünsche beider Teams sind die gleichen. Beide wollen gewinnen und in die Aufstiegsrunde."

Zum Abschluss des Jahres wird die vermutlich wieder mehr als 800 Zuschauer im Kirchheimer Basketball-Tempel übrigens eine besondere Präsentation erwarten: Die Fans haben per Internet den Korbjägern einen neuen Namen gegeben. Das Geheimnis wird vor dem Spiel gelüftet, anschließend singt Christina König den eigens für den VfL komponierten Klubsong, in den der neue Name natürlich bereits integriert ist. Es empfiehlt sich also, rechtzeitig in der Halle zu sein.

mad