Lokalsport

Play-offs zum Greifen nah

Der Traum von der Teilnahme an den Play-off-Spielen um die deutsche Meisterschaft könnte für den TTC Frickenhausen bald schon Realität werden. In einem emotionsgeladenen Spiel gegen den direkten Mitkonkurrenten Würzburg erkämpfte sich das Täles-Team mit einem fulminanten 6:4-Sieg zwei wichtige Punkte.

OLAF NÄGELE

Anzeige

FRICKENHAUSEN In diesem Spiel war Musik drin. "Es ist unglaublich, dass die Mannschaft nach zwei verlorenen Doppeln und den Niederlagen von Ma Wenge die Partie gewonnen hat", freute sich TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann. Mit Recht: Im Jahres-Auftaktkracher gegen die Franken zeigte der amtierende Meister durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, wohin die Reise gehen soll. Play-offs heißt das Ziel und durch den Sieg gegen den direkten Konkurrenten ist man im Neuffener Tal einen großen Schritt in diese Richtung gegangen.

Dabei sah es in den Doppeln noch gar nicht gut aus für den TTC. Ma Wenge und Patrick Baum erwischten gegen Thomas Keinath und Peter Sereda einen guten Start, konnten ihren Vorsprung jedoch nicht über die Runden bringen. Mit 2:3 verloren sie das erste Doppel. So lautete auch das Ergebnis aus Sicht von Bastian Steger und Bojan Tokic. Die beiden lieferten sich gegen das Top-Duo der Franken Leung/Tan eine spannende und über weite Strecken ausgeglichene Partie, scheiterten jedoch an individuellen Fehlern.

Die Einzel mussten es also richten. Bastian Steger wuchs bei seinem 3:0- Sieg über Leung förmlich über sich hinaus. Mit kontrollierten Angriffen dirigierte er seinen Gegner und kassierte immer wieder Szenenapplaus. Den hätte auch Ma Wenge in seiner Partie gegen Rui Wu Tan verdient gehabt. In der Begegnung auf Weltklasse-Niveau verletzte er sich an der Hüfte, hielt jedoch eisern durch. Dennoch geriet er gegen Tan in die Defensive und musste sich mit 1:3 geschlagen geben.

Mit einer Super-Leistung brachte Bojan Tokic das Abwehr-Bollwerk Chtechetinine zu Fall. Der Weißrusse, an dessen unorthodoxer Spielweise schon mancher gescheitert ist, hielt den wütenden Angriffen des Slowenen nur zwei Sätze lang Stand. In der Nebenbox kündigte sich die erste Sensation des Abends an. Nach zögerlichem Start und zwei verlorenen Sätzen drehte Patrick Baum im dritten Satz nach einem 6:8-Rückstand die Partie gegen Thomas Keinath. Unter den Sprechchören der rund 800 Zuschauer fegte er seinen Gegner von der Platte.

Nach der Pause kam der TTC so richtig in Fahrt. Bastian Steger gelang im Spiel gegen Tan einfach alles. Auch nach einem Satzverlust blieb er die dominierende Kraft. Wegen Ballwegschlagens erhielt der Würzburger beim Stand von 9:8 einen Punktabzug, was Würzburg-Manager Müller so in Rage brachte, dass er gegen die Bande kickte und sich mit dem Publikum anlegte. Im Duell der Chinesen Ma gegen Leung zeigte der TTC-Akteur Biss. Trotz Schmerzen trat er an und hatte im vierten Satz sogar die Chance zum Sieg. Doch Leung blieb der Glücklichere und gewann 3:2. Die Entscheidung fiel am hinteren Paarkreuz. Thomas Keinath scheiterte an seinen Nerven und am starken Bojan Tokic. Den Endstand stellte Patrick Baum her. Er erkämpfte sich gegen Chtechetinine einen viel umjubelten 3:1-Sieg.

TTC Frickenhausen Müller Würzburger Hofbräu: 6:4

Steger/Tokic Leung/Tan 2: 3 (9:11, 11:6, 7:11, 11:7, 8:11), Ma/Baum Keinath/Sereda 2:3 (11:4, 3:11, 7:11, 14:12, 6:11), Ma Tan 1:3 (11:8, 8:11, 9:11, 5:11), Steger Leung 3:0 (11:7, 11:6, 11:7), Tokic Chtechetinine 3:0 (12:10, 11:9, 11:4), Baum Keinath 3:2 (13:15, 8:11, 11:8, 11:4, 11:4), Ma Leung 2:3 (7:11, 12:10, 11:9, 11:13, 9:11), Steger Tan 3:1 (11:4, 11:4, 7:11, 11:8), Tokic Keinath 3:1 (11:3, 11:4, 7:11, 11:8), Baum Chtechetinine 3:1 (7:11, 11:8, 11:7, 11:7).