Lokalsport

Polats Doppelschlaglässt VfL aufatmen

Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim hat auf der Saisonzielgerade zum Schlussspurt angesetzt. Das verdiente 2:0 (2:0) über die SpVgg Au verbesserte die Chancen auf den Klassenverbleib erheblich.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Als kurz nach dem Abpfiff die Resultate der anderen Verbandsligapartien die Runde machten, wurde ruckzuck deutlich, wie wichtig der Kirchheimer Sieg vor den rund 170 Zuschauern an der Jesinger Allee war. Hätten die Kirchheimer nämlich das Match verloren, wären sie bis auf den (wahrscheinlichen) Relegationsplatz 12 abgerutscht.

Dass es nicht so kam, war mehreren Faktoren zu verdanken. Zum einen bewiesen die Mannen von Spielertrainer Michael Rentschler enormen Kampfgeist, waren in vielen Situationen einen Tick schneller und einsatzbereiter als die zuletzt fünfmal hintereinander punktlos gebliebenen Gäste aus der Illerregion, zum anderen lief die erste Hälfte für die Kirchheimer wie geschmiert. Bereits nach 19 Minuten stand es 2:0 Balsam für die Nerven des ersatzgeschwächten VfL-Teams und eine Therapie gegen den jüngsten Frust nach den knappen Niederlagen in Wangen und Großapach.

Der überragende Emrah Polat besorgte beide Treffer. Beim 1:0 profitierte der Mittelfeldakteur von einem genau getimten Raspe-Pass, schloss die Aktion mit einem Außenristschuss aus 14 Metern mit etwas Glück erfolgreich ab der Auer Schlussmann berührte zwar noch mit dem Körper das Leder, wie in Zeitlupe trudelte die Kugel hernach jedoch ins Tor und blieb kurz hinter der Linie liegen. Acht Minuten später verwandelte der frühere Spieler der Stuttgarter Kickers einen Foulelfmeter mit einem wuchtigen Schuss halbhoch ins rechte Eck und markierte damit sein Saisontor Nummer fünf.

SpVgg-Abwehrspieler Peter Struck hatte zuvor Kirchheims Angreifer Emrah Erenler mit einer Grätsche im Strafraum zu Fall gebracht und damit einen fast sicheren Treffer verhindert. "Ich hatte beim Elfmeter durch meinen Treffer zum 1:0 das nötige Selbstvertrauen und war mir sicher, dass ich ihn verwandele", sagte Polat nach dem Abpfiff zu seinem eindrucksvoll im Auer untergebrachten Strafstoß.

Ein weiterer Pluspunkt für die Kirchheimer: Die angeschlagenen Mario Grimm und Christopher Eisenhardt konnten doch auflaufen. Zwar war den beiden in der ein oder anderen Situation die noch nicht gänzlich auskurierten Blessuren anzumerken, doch Kapitän Grimm (der stark humpelnd in der 61. Minute ausgewechselt wurde) und der von einer Wadenprellung geplagte Defensivakteur Eisenhardt machten ihren Job gut. Das mussten freilich auch alle anderen Kirchheimer tun, denn die Auer wussten spätestens nach dem 0:2, dass es nun um Alles-oder-Nichts ging. Ein Segen für den VfL freilich, dass sich die SpVgg in der Offensive in Harmlosigkeit förmlich überbot. Die guten spielerischen Ansätze der Gäste blieben meist in der Kirchheimer Defensivabteilung stecken, die Bälle fanden im Strafraum keine Abnehmer seitens der Auer oder die sich bietenden Chancen wurden teils kläglich vergeben. Die Kirchheimer hätten dagegen mit Kontern die Partie entscheiden können. Die besten Gelegenheiten hatten Raspe (26., abgefälschter 23 Meter-Schuss knapp übers Tor), Erenler (58., schoss aus kurzer Entfernung links vorbei) und Klon (64., scheiterte am Auer Keeper Pincz).

Der VfL siegte somit was die Statistiker kaum überrascht haben dürfte. Denn mehr als zwei Niederlagen hintereinander kassierten die Kirchheimer in dieser Saison noch nie, was wiederum für die Moral des Teams von Michael Rentschler spricht.

Spielstenogramm

VfL Kirchheim: Rechner - Fuchs, Eisenhardt, Rentschler, Siopidis - Baumer, Grimm (61. Raguz), Raspe, Polat - Erenler (89. Karija), Klon (80. Dashi).Spvgg Au: Princz - Struck, Kinkel, Ullrich - Lohwasser, Erhard, Marasa, Schaufler, Braunagel (56. Keskin) - Tokmak (46. Bollinger), Mikic.Tore: 1:0 Polat (11.), 2:0 Polat (19., Foulelfmeter).Gelbe Karten: Polat, Raspe, Erenler - Princz, Struck, Kinkel, Marasa.Zuschauer: 170 (125 zahlende).Schiedsrichter: Oliver Kurz (Stuttgart) leitete die Partie mit Augenmaß und konsequent.