Lokalsport

Portale sagt Adieu, der TVU ab

Abschied nehmen, bevor es zu spät ist: Nach drei Niederlagen in Folge legte Antonio Portale am vergangenen Donnerstag seine Tätigkeit als Spielertrainer bei Bezirksligist SGEH nieder.

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MORITZ HÖNIG

Kirchheim. Tabellenplatz neun, vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – vom ehemaligen Saisonziel, den fünften Platz aus dem Vorjahr zu toppen, spricht bei der SGEH schon seit geraumer Zeit keiner mehr. Grund genug für Spielertrainer Antonio Portale, die Reißleine zu ziehen: „Ich wollte meinen Platz räumen, solange die Situation noch nicht zu akut ist.“ Allerdings denkt der 37-jährige Portale, der kurioserweise seinen Vertrag mit der SGEH erst vor zwei Wochen verlängert hatte, nun keinesfalls ans Karriereende. „Ich will auf jeden Fall weiter als Trainer oder Spielertrainer tätig sein“, sagt er.

Bei der SGEH schwingen an der Seitenlinie nun vorübergehend erstmal Co-Trainer Sven Musiol sowie Ex-Spieler Pedro Pereira das Zepter. Beide sollen dem Team neue Spielfreude einhauchen und den drohenden Abstieg verhindern. Erstes Zwischenfazit: Gestern feierte das Interimsduo beim 3:0-Erfolg über den TSV Jesingen bereits den ersten Dreier – weitere Siege nicht ausgeschlossen.

Keine Trainerfrage stellt sich derweil unter der Limburg: Sowohl die „Erste“ als Tabellenführer der Kreisliga A, als auch die „Zweite“ als Vierter der Kreisliga B spielen derzeit groß auf. Die Vertragsverlängerungen der Trainer sind der logische Schluss: Auch in der neuen Saison heißt das Weilheimer Trainergespann Alexander Hübbe und Danell Stumpe, Jürgen Fritsch bleibt Coach beim TSVW II, der gestern Aufstiegsmitfavorit TV Unterlenningen in der Kreisliga B, Staffel 6, eine bittere Pleite beibrachte. Mit 2:0 behielten die Hausherren die Oberhand – die erste TVU-Niederlage dieses Jahr und ein herber Rückschlag für die Mannschaft von Spielertrainer Marc Mayer im Aufstiegskampf.

Dieser war nach der Niederlage reichlich bedient und kochte vor Wut. Seine Worte – drastisch: „Heute habe ich die Lust am Fußball verloren. Wir haben alles gegeben, aber durften heute nicht gewinnen.“ May­ers Ärger richtet sich in Richtung Umberto Paganini, der Unparteiische, der milde ausgedrückt einen „unglücklichen Tag erwischt hatte“, wie auch Weilheims Pressewart Rainer Heilemann empfand. Unterschied: Heilemann hätte seinerseits gerne „drei Rote Karten gegen Marc Mayer“ gesehen.

Das verkokste Wochenende für die Unterlenninger komplettierte die Spielabsage der zweiten Mannschaft. Diese hätte gestern eigentlich beim Meisterschaftsmitfavorit TSV Beuren antreten sollen. Mangelndes Personal aber ließen kein Duell zu. „Wir hätten lediglich sechs Spieler für die Zweite rekrutieren können“, so Marc Mayer. Eine Handvoll Langzeitverletzte, zwei weitere Verletzte aus dem Nachholspiel am Donnerstag, zwei Urlauber sowie einige berufsbedingte Absagen – selbst mit Verstärkung aus der AH-Mannschaft war keine zweite TVU-Mannschaft auf die Beine zu stellen. Staffelleiter Gert Schnepf war verständlicherweise „not amused“, war dies doch schon das zweite Mal in der laufenden Runde der Fall. „Das ist überhaupt nicht in Ordnung“, wetterte dieser, „der TSV Beuren hätte dem TVU bestimmt sieben bis acht Kisten eingeschenkt.“ In Anbetracht der knappen Tabellenkonstellation und des engen Aufstiegskampfes in der Kreisliga B5, in dem zu Saisonschluss eventuell gar die Tordifferenz zu Rate gezogen wer­den muss, ein gerechtfertigter Einwurf. Das Spiel wird somit „nur“ 3:0 für Beuren gewertet. Sollte der TVU auch nächsten Sonntag keine zweite Mannschaft stellen können, wär‘s das für die Saison. Schnepf: „Bei der dritten Absage werden sie aus der Runde ausgeschlossen.“

Den Traum vom „Sixpack“ erfüllte sich gestern Tom Philipp vom TV Neidlingen: Beim Scheibenschießen in Oberlenningen markierte der erst 18-Jährige sechs der acht TVN-Tore und könnte zum Joker im Bezirksligaaufstieg avancieren. Dabei ist es überhaupt nur dem Zufall zu verdanken, dass der A-Jugend-Kicker den Weg in die erste Mannschaft gefunden hat: Nach der Roten Karte für Topstürmer Gottfried Binder im Spiel gegen Dettingen wurde Ersatz für den Angriff benötigt – und dieser mit Tom Philipp auch wahrlich gefunden.

Ein Torwartduell der ganz besonderen Sorte bekamen die Zuschauer im Duell der SF Dettingen mit dem TSV Oberboihingen zu sehen: Nach Platzverweis für Gäste-Goalie Jörn Kusnerow hütete in den Schlussminuten Feldspieler Florian Müller das Tor – was ihm allerdings mehr schlecht als recht gelang: Ohne jegliche Torwarterfahrung kassierte Müller noch zwei sehenswerte Treffer der Marke „Tor des Monats“. Neben Selcuk Yurt, der eine Minute vor Schluss aus gut 40 Metern einnetzte, traf auch noch SFD-Torwart Jörg Kälberer, der einen Abschlag aus dem eigenen Sechzehner über Müller hinweg im Oberboihinger Tor unterbrachte und seinem Gegenüber das unerwartete Debüt im Tor ordentlich vermasselte.