Lokalsport

PR-Abenteuer am Horn von Afrika

Zum Spaß und zu PR-Zwecken fliegt Lado Fumic diese Woche nach Kapstadt. In Südafrika ist er am kommenden Samstag Teil des deutschen Teams beim "Cape Town Man", einem kuriosen Staffel-Vierkampf aus den Disziplinen Kitesurfen, Mountainbiken, Berglauf und Paragliding.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Als Profisportler ist man auf Öffentlichkeit angewiesen. Und deshalb taucht auch Lado Fumic hin und wieder an Stellen auf, an denen es weniger um seriösen Spitzensport, sondern in erster Linie um Publicity geht. Das ist auch der Grund, warum der Kirchheimer Mountainbike-Profi am 19. November in Kapstadt beim "Cape Town Man" an den Start gehen wird. "Das ist eine coole Sache und die Organisatoren machen gute Arbeit", erklärt Fumic, warum er sein Versprechen nach der Premiere im vergangenen Jahr in Rio de Janeiro wahr machen will, obwohl er mitten in den Verhandlungen und Vorbereitungen für die nächste Saison steht und eigentlich kaum Zeit entbehren kann.

Die Kombination der vier Disziplinen mutet exotisch an. Kitesurfen, Mountainbiken, Berglauf und Paragliden erscheinen in der Zusammenstellung vielleicht nicht besonders sinnig, auf jeden Fall aber extrem und kurios. Die Zusammenfassung des Ereignisses in Rio 2004 flimmerte auch hier zu Lande ausgiebig über den Bildschirm und nebenbei macht das Ganze auch noch Spaß. Partystimmung ist hier wichtiger als die Wettkampfatmosphäre. "Man darf den sportlichen Stellenwert nicht verkennen", meint Lado Fumic, schließlich gehe es für die Mannschaft auch um 10 000 Dollar Preisgeld.

Die 15 Kilometer Kitesurfen auf der so genannten Freiheitsroute nach Robben Island und zurück gilt als anspruchsvoll. Für das deutsche Team geht der Deutsche Meister Henning Nockel aufs Brett. Danach übernimmt Lado Fumic auf dem Mountainbike. Er startet am Strand, durchquert den Hafen von Kapstadt bevor es die Hänge des Tafelbergs hinauf geht. Die Strecke soll technisch durchaus anspruchsvoll sein. "Ich weiß nicht, was da auf mich zukommt", zuckt der 29-Jährige mit den Achseln, auch wenn ihm die Gegend nicht unbekannt ist. Zweimal war er mit der T-Mobile-Mannschaft dort im Trainingslager. Wenn Fumic seinen Part bewältigt hat, ist Bergläufer Helmut Schiessl dran. Der Allgäuer ist amtierender Weltmeister auf der Langstrecke. Die 20-Kilometer-Strecke führt bis auf über 1 000 Meter Meereshöhe. Dort übergibt Schiessl an den Paraglider Michael Knipping, der in Südafrika aufgewachsen ist und die Bedingungen gut kennt. Von der Steilwand des Tafelbergs geht es in Richtung einer schmalen Landezone. Von dort müssen die Gleitschirmflieger ihre Schirme tragen und zu einem zweiten Startplatz auf dem berühmten Lion's Head laufen. Von dort aus geht es dann über die Luft ins Ziel. Das deutsche Quartett ist eines von insgesamt 70 Teams. Im Lager der Mountainbiker finden sich bekannte Namen wie der Amerikaner Adam Craig oder der Australier Sid Taberley.

Die Konkurrenz mit den beiden Weltklassebikern dürfte Lado Fumic indes nicht besonders interessieren. Wichtiger sind für ihn zurzeit die Verhandlungen mit künftigen Sponsoren. 2005 hatten Lado und Manuel Fumic fast nur Materialsponsoren im Rücken. In der nächsten Saison hofft das Kirchheimer Duo auch auf monetäre Unterstützung.