Lokalsport

Punktesammeln Pflicht

Drei Punkte aus den ersten drei Spielen Traumbilanzen sehen anders aus. Damit der Saisonstart für den Verbandsligisten VfL nicht gar zum Trauma wird, ist Punktesammeln erste Kirchheimer Kickerpflicht beim samstäglichen Auftritt in Ravensburg.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Die Ravensburger Fußball-Verantwortlichen sind zuweilen echte Spaßvögel. In der zweiten Runde des WFV-Pokals bescherte das Los ausgerechnet ein Gastspiel beim Lokalrivalen VfB Friedrichshafen. Eigentlich ein Prestigeduell, das höchste Unterhaltung garantiert. Für jene war zwar beim Duell Anfang August gesorgt, allerdings nur deshalb, weil FV-Trainer Karl-Michael Wohlfahrt auf Grund des näherrückenden Verbandsligaauftaktes auf die komplette Stammelf verzichtete. 0:8 hieß es am Schluss: das Match eine Farce, die Ravensburger eine "Lachnummer", wie es die Schwäbische Zeitung am 3. August formulierte.

Wenige Tage später schickte der frühere Profi von Hertha BSC (1974 bis 1976) allerdings zum Verbandsligaauftakt gegen die TSG Balingen seine stärkste Elf aufs Feld. Vor heimischer Kulisse gab es ein respektables 0:0 des Aufsteigers gegen den vermeintlichen Oberligaanwärter aus dem Zollernalbkreis. Der zweite Auftritt des Neulings endete dann mit einer 1:3-Niederlage bei den TSF Ditzingen. Die Ravensburger, am vergangenen Wochenende spielfrei, waren mit großem Optimismus in die Saison gegangen. "Ich rechne mit Platz eins bis acht am Saisonende, wobei die Betonung eher auf Platz eins als auf Platz acht liegt", sagte Trainer Wohlfahrt vor dem ersten Anpfiff. "Mit dem Mannschaftsgeist, den meine Mannschaft besitzt, werden wir sicher eine Rolle spielen", meint der Ex-Bundesligaprofi, der an der Seite von Spielern wie Erich Beer, Wolfgang Sidka und Erwin Kostedde 1975 deutscher Vizemeister wurde.

Beim VfL Kirchheim stand nach zwei Niederlagen in Folge das Analysieren im Vordergrund. Quintessenz der Unterredungen: Die Kirchheimer können mit den vermeintlich Großen der Liga phasenweise mithalten, das Ummünzen in Punkte ist freilich sowohl gegen die TSG Balingen als auch die TSF Ditzingen gescheitert. Der kommende Gegner (Anpfiff 15.30 Uhr, EBRA-Stadion im Wiesental) gehört trotz des erwähnten Positvdenkens auf den ersten Blick nicht zu den Titelkandidaten, auch wenn sich der Meister der Landesliga Staffel 4 nach Wohlfahrts Meinung "gut verstärkt hat". Für den VfL sollte in Oberschwaben mindestens ein Pünktchen herausspringen, um einigermaßen unbeschwert in das folgende spielfreie Wochenende zu gehen.

Wackelkandidaten für die morgige Partie sind Ferdi Er und Emrah Polat. Beide gingen angeschlagen aus der Partie gegen Ditzingen. Letztgenannter hat es mit einer schmerzhaften Prellung im Schultergelenk zu tun, "bei ihm war ebenso nur Lauftraining in dieser Woche möglich wie bei Ferdi Er", berichtet der sportliche Leiter beim VfL, Norbert Krumm, der auch zu wissen glaubt, woran es im VfL-Spiel derzeit hapert: "Wir haben noch zu viele unkonstante Mannschaftsteile", meint er, "wenn es gelingt, diese zu stabilisieren, bin ich sicher, dass wir aus Ravensburg nicht mit leeren Händen zurückkehren werden."

Nichts Neues derweil aus personeller Sicht. Mögliche Neuzugänge? Einer der Kandidaten laut Krumm eine Offensivkraft mit Torjägerqualitäten will heute entscheiden, ob er das VfL-Trikot überstreifen wird. Nachwuchsmann Heiko Eberhardt kehrt zudem am 1. September von einem zweimonatigen Aufenthalt in Botswana zurück, wo er sich laut eigenen Angaben bei einem Zweitligisten fit gehalten hat. Demnächst soll der an der Achillessehne operierte Torsten Raspe wieder ins Training einsteigen. Das sind zumindest einige personelle Perspektiven. Für die sportlichen muss der VfL morgen in Oberschwaben sorgen.