Lokalsport

Radelnde Botschafter im Wüstensand

Von Kairo nach Kapstadt mit dem Fahrrad für die 62 Teilnehmer bei der Tour d'Afrique mehr als nur eine verrückte Idee. Sie wollen Botschafter sein auf dem ärmsten Kontinent der Welt. Unter den abenteuerlustigen Radlern des diesjährigen Rennens, das am Wochenende startete, ist mit Edward Din auch ein Kirchheimer.

KAIRO Der frischgebackene Hochschulabsolvent hat sich nach seinem Studium ausgiebig dem Ausdauertraining auf dem Fahrrad gewidmet. Zur Vorbereitung gehörten auch Krafttraining und Saunagänge, um sich an die Temperaturen in der Wüste zu gewöhnen. 12 000 Kilometer durch zehn verschiedene Länder liegen bis zur Ankunft in Kapstadt am 10. Mai vor den Radlern. Edward Din glaubt fest an seine Ankunft an der Südspitze des Kontinents: "Ich fühle mich absolut fit." Den sogenannten EFI-Status (Every Fabulous Inch) zu erreichen, ist ihm besonders wichtig. Dieser prestigeträchtigen Auszeichnung können sich am Ende diejenigen rühmen, die trotz Krankheit, Verletzung oder Pannen die gesamte Strecke zurücklegten, ohne eines der Begleitfahrzeuge in Anspruch genommen zu haben. Erfahrungsgemäß bleibt nach Ende der vier Monate nur ein kleiner Kreis willensstarker Fahrer übrig.

Anzeige

Sowohl die Teilnehmer als auch deren Angehörige haben derzeit ein wachsames Auge auf Kenia, das planmäßig als viertes Land auf dem Weg nach Kapstadt durchquert werden soll. Trotz der dortigen Unruhen und einem drohenden Bürgerkrieg hielten die kanadischen Veranstalter der Tour d'Afrique am Streckenplan fest. Den Teilnehmern wurde diese Entscheidung erst vergangenen Freitag mitgeteilt und damit begründet, dass sich die Situation dort bis zur Einreise Ende Februar wohl entspannt haben wird. Als Alternative wird eine Route durch Uganda oder lediglich eine Umfahrung der Hauptstadt Nairobi genannt. Die Veranstalter stehen ständig mit Mittelsleuten in Nairobi in Kontakt, um aktuell unterrichtet zu sein.

Edward Din hat sich während der Tour persönliche Ziele gesteckt, die weniger mit sportlichem Ehrgeiz verbunden sind: Er will den Menschen in Afrika seine Reisetagebücher näherbringen und das UNICEF-Hilfsprojekt "Schulen für Afrika" in Malawi unterstützen. Das Projekt ist Hilfe zur Selbsthilfe in einem der ärmsten Länder der Welt. "Ich möchte dem Kontinent, auf dem ich vier Monate Gast bin, etwas zurückgeben", sagt Din. Informationen zum Hilfsprojekt gibt es unter www.whereised.de.

tb