Lokalsport

Radmutter als Bremsklotz

Kleine Ursache, große Wirkung: Klemmende Radmuttern kosteten Wolf Henzler und Co. beim 24-Stunden-Rennen von Daytona Zeit und Runden. Am Ende gab's auf dem Tafel-Porsche die Plätze 16 (Gesamtwertung) und sechs (GT-Klassement) für das Fahrerquartett.

EBERHARD STRÄHLE

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DAYTONA BEACH Auf dem sechsten Platz in der GT-Kategorie beendeten der Nürtinger Automobilrennfahrer Wolf Henzler und seine drei Copiloten Robin Liddel, Johannes van Overbeek und Graham Rahal die "Rolex 24 at Daytona". Die Mannschaft hatte mit klemmenden Radmuttern bei den Boxenstopps und dadurch verlorenen Runden zu kämpfen.

Es war kein Saisonauftakt nach Maß, hatten Henzler und Co. auf dem Daytona International Speedway von Daytona Beach (Florida) doch die Vorläufe dominiert.

Schnellster im Team"Es ist etwas Besonderes, dort zu fahren. Aus dem langsamen Infield wird man auf die Steilkurven mit einem satten Banking im dritten Gang bis zum Vollgas herausgeführt", charakterisiert Henzler die 3, 56 Meilen lange Rennstrecke. In den fünf Trainingsläufen und in den beiden Qualifyings stellte der Nürtinger Rennfahrer nicht nur sein fahrerisches Können unter Beweis, sondern auch den NEC/Rembrandt Charms-Porsche 911 des Tafel Racing Teams auf die Poleposition für die GT-Fahrzeuge. Die Zeit Henzlers, der Schnellster des Teams war, betrug 1.53,461 Minuten für die Pole. Im großen Feld aller Starter (75) bedeutete dies den 31. Platz. Interessante Randnotiz: Lukas Luhr fuhr im Crawford-Porsche bei den Daytona Prototypen seit 1990 die erste Poleposition für das Zuffenhausener Werk ein.

Als die Startflagge um 12 Uhr mittags fiel, setzte sich Henzler sofort vom zweiten GT im Feld ab. Nach rund zwei Rennstunden übergab er den Tafel-Porsche an seinen Kollegen Robert Liddel. Beim Reifenwechsel klemmte eine Radmutter und ließ sich nicht sofort lösen. "Deswegen haben wir fünf Minuten eingebüßt", ärgerte sich Henzler über das Missgeschick, das den Porsche auf Platz 17 zurückfallen ließ. Nun gab Liddel Gas. Der Schotte konnte wieder Boden gutmachen.

Nun stand der nächste Radwechsel an mit dem Resultat, dass der Porsche plötzlich auf Position 47 zurückfiel. Aber Henzler, ehrgeizig wie eh und je, pushte seine Kollegen immer wieder nach vorne. "Das Auto war hervorragend präpariert. Das Tempo war äußerst hoch, eigentlich hätten wir gewinnen müssen", sagte er. Immer wieder überholten die schnellen Daytona-Prototypen die etwas langsameren GT-Fahrzeuge, denen aber Hoffnung im 24-Stunden-Rennen blieb: Ohne Rückschläläge kommt kaum einer der Konkurrenten aus. Über sieben Stunden saß Henzler schließlich hinter dem Steuer des GT-Wagens mit der Startnummer 72.

Am nächsten Morgen ließ ein weiterer Zwischenfall das Tafel-Team hochschrecken: Pilot Johannes van Overbeek rutschte einem Konkurrenten ins Heck. Der Wasserkühler leckte und zwang das Team in eine Reparaturpause von rund 30 Minuten. Aber der Wagen lief weiter und kreuzte nach 24 Stunden als Gesamt-16. die Ziellinie. Im GT-Klassement war dies der sechste Rang: Die Henzler-Crew hatte 64 Runden Rückstand auf die Gesamtsieger Dixon/Wheldon/Mears mit ihrem Target Lexus Riley (Daytona Prototyp), die 734 Rennrunden absolvierten.

Den zweiten Lauf der Rolex Grand Am-Serie bestreitet Henzler vom 2. bis 4. März beim 250-Meilen-Rennen im Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko City.