Lokalsport

Rätselraten über die WM-Form

Während Stefan Sahm bereits nach Livigno abgereist ist, wollen Lado und Manuel Fumic eine Woche vor der WM beim Finale des Swisspowercups in Bern einen letzten Formtest absolvieren. Beiden fehlt nach wie vor ein sicherer Beleg für die eigene Leistungsstärke.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Einen echten Maßstab lieferten die Platzierungen von der Marathon-Weltmeisterschaft in Lillehammer nicht. Zu ungewöhnlich und straßenähnlich waren die Konturen der Langdistanz-WM in Norwegen. Dass er wieder keinen Hinweis auf seine Form bekam, das verursacht bei Manuel Fumic gemischte Gefühle. Im Training, so der noch amtierende U23-Weltmeister, habe er gute Beine. Was der subjektive Eindruck aber wirklich wert ist, das würde er gerne wissen. "In den Rennen passiert immer irgendetwas Blödes. Es fehlt das Ergebnis, das mir sagt, was ich drauf habe", meint er. Auch das EM-Rennen und der Einbruch zum Schluss spukt noch im Hinterkopf herum und verursacht Unsicherheit.

Der Swisspowercup in Bern, wo unter anderem Weltcup-Sieger Christoph Sauser (Schweiz) und der Spanier Jose Hermida in der Startliste stehen, ist die letzte Gelegenheit, um Gewissheit zu bekommen. Lado Fumic verweist auf eine andere Funktion des Rennens auf dem Berner Hausberg Gurten: "Wir brauchen das unbedingt, um den Puls hoch zu bringen", beschreibt er das Thema der Woche. Die Regio-Tour auf der Straße und die Marathon-WM haben zuletzt vom Herz-Kreislauf-System nicht die Variabilität gefordert, die ein Cross-Country-Rennen verlangt. Um dies auszugleichen haben beide diese Woche kurz und heftig auf dem Mountainbike trainiert. Das Short Race am Samstag und das Swisspowercup-Finale am Sonntag (14 Uhr) sollen die extremen Impulse bringen.

Marc Gölz (Weilheim) fährt mit ganz anderen Vorstellungen und Voraussetzungen in die Schweiz. Für ihn ist es vermutlich das letzte größere Cross-Country-Rennen der Saison. "Ich fühle mich ziemlich gut und hatte im Training viel Druck in den Beinen", sagt er. Da er in der Schweiz auf Weltklassebiker in WM-Form trifft, sind die Aussichten auf ein echtes Top-Ergebnis allerdings eher unrealistisch. Aber vielleicht platzt zu Saisonschluss bei Gölz ja noch der Knoten.

Benedict Bosler (Notzingen) vom Orbea-Team Haspel hat den Swisspowercup in Bern ebenfalls auf seinen Wettkampfplan gesetzt. Nach seinem Sturz in Wetter wurde er mit einem neuen Rad ausgestattet. Bosler hat eine Erkältung überwunden und sich gegen die starken Schweizer einen Platz unter den besten 15 zum Ziel gesetzt.