Lokalsport

Rainer Kraft wird‘s

Neuer VfL-Coach noch auf Ausbildungsmission

Die Katze ist aus dem Sack: Rainer Kraft wird ab der kommenden Saison neuer Trainer des VfL, bis Rundenende bleibt das Interimsduo Thomas Stumpp/Oliver Otto an der Täte. Kraft, der in den kommenden drei Wochen für den DFB in Aserbaidschan unterwegs ist, wird beim VfL hauptamtlich angestellt – eine Zäsur, von der sich Verein und Mannschaft viel versprechen.

Peter Eidemüller

Kirchheim. Rien ne vas plus – schneller als gedacht ist das Trainerroulette an der Jesinger Allee zum Stehen gekommen: Der Nachfolger des vor zwei Wochen entlassenen Rolf Baumann heißt Rainer Kraft, wohnt in Stuttgart, ist 47 Jahre alt und kommt mit den besten Empfehlungen von Ex-VfL-Coach Michael Rentschler, mit dem er 2007 die Fußballlehrer-Lizenz erworben hat. Zu dieser Zeit war er beim VfR Aalen tätig, dessen zweite Mannschaft er zunächst als Co-, später auch als hauptverantwortlicher Trainer betreute, ehe er Co-Trainer der Aalener Drittligamannschaft unter Edgar Schmitt wurde. Nachdem sie im April 2008 vom VfR beurlaubt wurden, heuerte das Duo bei den Stuttgarter Kickers an, wo Schmitt im April 2009 entlassen wurde. Da die Kickers unter Kraft den Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern konnte, wurde auch sein Vertrag in Degerloch nicht verlängert.

Für den VfL kein Hinderungsgrund: „Sein Gesamtpaket hat uns einfach überzeugt“, sagt VfL-Geschäftsführer Walter Rau, der Kraft zusammen mit Vize-Abteilungsleiter Thomas Rieth am Samstag einen Vorvertrag vorlegte, da der Neue Besen erstmal nicht vor Ort kehren kann – in den kommenden drei Wochen bildet Kraft im Auftrag des DFB zusammen mit Erich Ruthemöller, den er im vergangenen Jahr in den Iran zum Teheraner Erstligaclub Esteghlal begleitet hatte (wir berichteten), noch angehende Fußballtrainer in Aserbaidschan aus. Ein gewisser Berti Vogts betreut dort die Nationalmannschaft, wollte fähige Kollegen aus der Heimat für die Ausbildung des hiesigen Nachwuchses. Wenn diese Mission beendet ist, soll Kraft mit den Planungen für die kommende VfL-Oberligasaison beginnen, wird hierzu bei den letzten beiden Kirchheimer Spielen gegen Gmünd (22. Mai) und Crailsheim (29. Mai) Zaungast sein.

Bis zu seiner Rückkehr aus Asien wird Kraft durch das Interims-Trainerduo Thomas Stumpp und Oliver Otto mit allen wichtigen Informationen versorgt, sein „richtiger“ Vertrag tritt offiziell zum 1. Juli für zwei Jahre in Kraft. Das Besondere dabei: Der staatlich geprüfte Sport- und Gymnastiklehrer wird hauptamtlich angestellt und soll dabei auch den Posten eines Sportdirektors bekleiden, der unter anderem eigenverantwortlich Vertragsgespräche führt.

Ob er in die aktuellen Verhandlungen noch einsteigt, ist offen, zumal die Verantwortlichen bei einigen Spielern lieber heute als morgen einen Knopf an die Vertragsverlängerung machen würden. Noch keine Unterschrift gibt‘s von Nico Kauffmann, Antonio Tunjic, Michael Stowers, Uwe Beran und Selim Altinsoy. Nicht mehr als Spieler zur Verfügung stehen wird ab der kommenden Saison definitiv Oliver Otto, der allerdings heißester Kandidat für den Co-Trainer-Job unter Kraft ist. „Ich muss mir das noch in Ruhe überlegen“, sagt der 37-Jährige aus Wernau.

Mit oder ohne Otto: Die Mannschaft verspricht sich viel von Rainer Kraft. „Wir hoffen, dass es mit ihm einen Neuanfang gibt“, sagte VfL-Kapitän Christopher Eisenhardt nach der 1:2-Pleite gestern Nachmittag in Hoffenheim.

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