Lokalsport

Raspe glücklich Kinkel schmollt

ILLERSTISSEN Der eine Ex-Profi hatte keine Lust, irgendetwas zum Spiel zu sagen, der andere stand da

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REIMUND ELBEgegen noch Minuten nach dem Schlusspfiff locker plaudernd auf dem Rasen des Heinrich-Oßwald-Stadions. "Kein Kommentar", war das einzige, was Frank Kinkel, einst Bundesligaspieler des SSV Ulm 1846, zur 0:1-Heimnniederlage der SpVgg Au gegen den VfL Kirchheim zu entlocken war, ehe der Auer Kapitän eilig Richtung Kabine stapfte.

Ganz anders die Laune beim Kirchheimer Thorsten Raspe nach seiner Premiere im VfL-Trikot. "Ich bin zum einen glücklich, dass ich nach über einem halben Jahr wieder Fußball spielen kann", sagte der 35-Jährige, "und zum anderen freue ich mich natürlich sehr, dass wir hier in Au dieses schwierige Spiel gewonnen haben." Lob von Routinier zu Routinier gab's zudem von Kirchheims Spielertrainer Michael Rentschler. "Thorsten hat heute gezeigt, dass er auf Grund seiner Erfahrung der Mannschaft wichtige Impulse geben kann", Rentschlers Urteil über den VfL-Spieler mit der Rückennummer 18.

In der Tat vermittelt die Achse Rentschler/Raspe dem Kirchheimer Spiel aus der Defensive heraus ganz offensichtlich mehr Sicherheit und Präzision. Torschütze Christopher Eisenhardt sah aus Sicht der jüngeren Spieler noch ein weiteres Erfolgsgeheimnis für den überraschenden Coup: "Wir haben uns im Training nie hängen lassen und uns auch nach schwachen Spielen wie gegen Frickenhausen immer wieder gesagt, dass wir besser Fußball spielen können." Auch ein zur Untätigkeit verdammter VfL-Mittelfeldspieler Nikica Raguz (Muskelfaserriss) gehörte nach dem Abpfiff zu den ersten Gratulanten: "Das war eine Superleistung des Teams. Ich hoffe, dass ich meinen Muskelfaserriss schnell auskuriere, um auch wieder eingreifen zu können."

Gratulieren war sowieso "in" beim VfL in der vergangenen Woche. Am Dienstag wurde Torwart Patrick Gühring 24, am Donnerstag VfL-Geschäftsführer Kurt Antel 57 und einen Tag darauf Angreifer Antonio Singh 20. Positive Stimmung also beim VfL Kirchheim, die zumindest bis zum Auftritt beim Tabellenzweiten TSG Balingen am kommenden Samstag anhalten dürfte.

Bei der SpVgg Au ist hingegen der Anschluss auf Platz eins und zwei verloren gegangen.