Lokalsport

Rechtzeitig zum Finale in Topform

Die VfL-Oberligaturner überzeugten beim Liga-Finale in Ludwigsburg mit einem dritten Rang. In Bestbesetzung ließen sie Teams hinter sich, an denen sie während der Saison noch gescheitert waren. Im Endergebnis bedeutete dies den vierten Rang und damit die bisher beste Platzierung in der Oberliga.

HEIKO PAUL

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LUDWIGSBURG Die Tabellensituation vor dem Liga-Finale in Ludwigsburg war eindeutig: Der VfL Kirchheim lag im Sechserfeld punktgleich mit dem Tabellenletzten, der TG Schömberg, auf Rang fünf. Sollte Schömberg also beim Finale hier treffen alle Mannschaften aufeinander an Kirchheim vorbeiziehen, wären die VfL-Turner in die Verbandsliga abgestiegen. Doch die Vorzeichen standen günstig. Markus Benz, der in der gesamten Runde verletzungsbedingt gefehlt hatte, war wieder fit, ebenso wie das gesamte Team: Nach fünf Liga-Wettkämpfen keine Selbstverständlichkeit. Andere Mannschaften hatten den ein oder anderen Ausfall zu verkraften.

Die TG Schömberg und der VfL Kirchheim bildeten eine Riege, waren also in dem Mammut-Wettkampf stets am gleichen Gerät zu finden. Somit war der direkte Vergleich möglich. Markus Benz startete mit 6,55 Punkten souverän an den Ringen, Moritz Pohl turnte seine beste Ringe-Übung der Liga-Saison und erhielt dafür 7,90 Punkte wie Andreas Mahler, bei dem dieses Mal der Doppelsalto als Abgang bestens klappte. Mit 8,25 Punkten setzte André Schaich noch eins drauf und Schömberg lag mit 0,55 Punkten zurück.

Ein weiteres Klasseergebnis dann am Sprung: André Schaich mit Zukahara gestreckt (8,6 Punkte), Simon Paul mit Zukahara gebückt (8,1 Punkte), 7,9 Punkte von Moritz Pohl für den gleichen Sprung und 7,25 Punkte für Jochen Webers Zukahara. Dies sicherte dem Kirchheimer Team nicht nur weitere 1,10 Punkte Vorsprung, sondern katapultierte es kurzfristig sogar an die Tabellenspitze. Damit schienen die Kirchheimer bereits nach dem Barren den Klassenerhalt geschafft zu haben. Während der überragende André Schaich (7,90 Punkte), Routinier Jochen Weber (7,80 Punkte), Andreas Mahler (6,90 Punkte) und Moritz Pohl (6,40 Punkte) insgesamt 29 Punkte einfuhren, ging beim direkten Liga-Konkurrenten einiges schief: die VfL-Turner hatten sich mittlerweile 3,3 Punkte Vorsprung erkämpft.

Mindestens noch einmal drei Punkte sollten am Kirchheimer Paradegerät, dem Reck dazukommen, um beruhigt an die letzten beiden Geräte gehen zu können. Doch auf einmal begannen beim VfL die Nerven zu flattern. David Schneider, Jochen Weber und Moriz Pohl stiegen ab, nur André Schaich beendete seine Übung fehlerlos und erhielt dafür 8,05 Punkte. Aber auch Turner der TG Schömberg machten Fehler: Kirchheim büßte somit von seinem Vorsprung nur 0,20 Punkte ein. Am Boden dann wiederum eine stabile VfL-Leistung. 8,50 Punkte für André Schaich, 7,85 Punkte für Moritz Pohl, David Schneider ereichte 7,55 Punkte und Simon Paul 7,10 Punkte. Allesamt hatten sie ihr Programm tadellos durchgezogen, aber Schömberg konnte dagegen halten.

Am Kirchheimer Zittergerät, dem Pauschenpferd, musste dann endgültig die Entscheidung fallen: Markus Benz brachte seine Übung ohne Abstieg souverän durch (6,05 Punkte). Und als Simon Paul nach seiner Pferd-Demonstration er erhielt im Kirchheimer Team an diesem Gerät mit 6,65 Punkten die höchste Wertung die Arme hochriss, war eine Vorentscheidung gefallen. André Schaich (6,60 Punkte) und Moritz Pohl (6,25 Punkte) mussten nur noch zu Ende turnen, denn Schömberg hatte sich zwischenzeitlich ein paar grobe Schnitzer geleistet.

Hinter dem Ligaprimus und Oberligameister KTV Heilbronn (184,20 Punkte) und dem MTV Ludwigsburg (181,05 Punkte) bedeutet dies für den VfL (175,55 Punkte) den dritten Rang im Liga-Endkampf vor der TG Wangen/Eisenharz (173,45 Punkte) und dem TSV Göllsdorf (168,85 Punkte). Im Endergebnis steht der VfL dank der konzentrierten Leistung im Finale auf dem vierten Rang, vor dem TSV Göllsdorf und der TG Schömberg, die den bitteren Gang in die Verbandsliga antreten muss. Die VfL-Turner erreichten damit ihr bestes Oberliga-Ergebnis, denn dem Aufstieg vor einigen Jahren war postwendend der Abstieg gefolgt. Der vierte Rang hingegen, nach dem Aufstieg in der Saison 2005, kann sich sehen lassen.

Abschlusstabelle Oberliga

1. KTV Heilbronn (15 Punkte/78 Geräte); 2. MTV Ludwigsburg (10/57); 3. TG Wangen/Eisenharz (8/48); 4. VfL Kirchheim (5/36); 5. TSV Göllsdorf (5/30); 6. TG Schömberg (2/21).