Lokalsport

Regelung "weder Fisch noch Fleisch"

Wie gerecht sind Sperrstrafen im Fußball, wenn sie in die spielfreie Zeit fallen? Wären Sperrstrafen für eine bestimmte Anzahl von Spielen nicht gerechter? Bekanntlich ist es schwer, Recht zu sprechen und dabei gleichzeitig gerecht zu sein ein kleiner Streifzug durch die lokale Fußball-Szene.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Zu dieser Thematik befragt, gibt der Abteilungsleiter der Sportfreunde Wernau, Stefan Krüll zu, dass "80 Euro Geldstrafe weniger weh tun als eine Spielsperre". Auch wenn im aktuellen Fall sein Spieler Tokmak von der momentanen Regelung profitiere, sähe Krüll in einer Pflichtspielsperre die gerechtere Variante.

Eine differenzierte Betrachtung wünscht sich Jürgen Schorstädt, ehemaliger Sportlicher Leiter und Trainer des VfL Kirchheim, jetzt Übungsleiter beim Bezirksligisten FC Uhingen: "Es kommt auf das Vergehen an." Generell fände jedoch auch er eine Sperre für eine gewisse Anzahl von Spielen besser.

Jochen Behr, Abteilungsleiter von Bezirksliga-Spitzenreiter GSV Dürnau, plädiert für eine "Null-Toleranz-Politik": "Jede rote Karte sollte eine Sperre für eine dem Vergehen angemessene Anzahl von Pflichtspielen nach sich ziehen."

Als zu heikel, um eine einheitliche Lösung zu finden, erachtet Michael Rentschler die Diskussion um die Ungleichbehandlung: "Die Vergleichbarkeit der einzelnen Vergehen ist unheimlich schwer." Der Spielertrainer des VfL Kirchheim mit Zweitligaerfahrung empfindet die momentanen Sperrstrafen als zu lang bei leichteren Vergehen und als zu kurz bei schweren.

Claus Maier, ehemaliger Regionalliga-Kicker des VfL und seit fünf Jahren Spielertrainer des TSuGV Großbettlingen, ist dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen: "Ich habe oft mit meiner Mannschaft darüber diskutiert, was gerechter wäre." Im Bezug auf die Fairness gegenüber anderen Spielern plädiert auch er für eine Sperre, die sich an Pflichtspielen orientiert.

Als "weder Fisch noch Fleisch" beurteilt Stefan Cserny, Staffelleiter der Kreisligen A2 und B6, die momentane Situation. Das Sperren von Spielern für eine bestimmte Anzahl von Partien hielte der Notzinger nur dann für sinnvoll, wenn es sich auf Liga- und Pokalspiele beschränken würde.

Der Vorsitzende des Sportgerichts Neckar-Fils, Hans Sattmann, verweist auf die Machbarkeit einer solchen Lösung: "Das wäre in der Praxis unheimlich schwer zu überwachen."