Lokalsport

Rekordjagd auf der Meile

Jannik Steimle gewinnt 17. Auflage

Obwohl sich statt der sonst üblichen rund 200 Teilnehmer gestern „nur“ 136 auf die Strecke wagten, war die 17. Auflage der Bissinger Meile ein voller Erfolg. Hauptgrund war neben den optimalen Wetterbedingungen die Rekordjagd, die sich die beiden Vorjahresschnellsten lieferten. Die Nase vorne hatte dieses Mal Jannik Steimle, der in neuer Bestzeit vor Philipp Daum gewann, der zuvor ebenfalls unter der acht Jahre alten Marke geblieben war.

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Ein Ausrufezeichen hat Jannik Steimle bei der Bissinger Meile gesetzt: Der 18-jährige Weilheimer stellte am Fronleichnamstag ein
Ein Ausrufezeichen hat Jannik Steimle bei der Bissinger Meile gesetzt: Der 18-jährige Weilheimer stellte am Fronleichnamstag einen neuen Streckenrekord auf. Foto: Deniz Calagan

Bissingen. Vorlage, Konter, Volltreffer – wer solche Begriffe nur bei der Fußball-WM vermutet, wurde gestern als Zaungast der Bissinger Meile eines Besseren belehrt. Beim traditionellen Fronleichnams-Bergzeitfahren auf der 1,514 Kilometer langen Betonpiste lieferten sich Vorjahressieger Philipp Daum und sein Herausforderer, Juniorennationalfahrer Jannik Steimle (großes nebenstehendes Bild), ein packendes Duell um den Sieg, bei dem der acht Jahre alte Streckenrekord des Notzingers Simon Mößner (2.46,64) gleich zwei Mal geknackt wurde.

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Steimle, 18-jähriges Mitglied der Bahnrad-Nationalmannschaft, hatte bei optimalen Windbedingungen zunächst vorgelegt. Daum, 25-jähriger Zweiradmechaniker aus Wendlingen, konterte mit seinem Eingangrad, auf dem er bereits in den vergangenen beiden Jahren die Meile gewonnen hatte, und schraubte die Bestzeit auf 2.45.48 Minuten. Steimle nahm den Fehdehandschuh auf und landete bei seinem zweiten Versuch den absoluten Volltreffer: Nach 2.40,33 Minuten blieb die Zeit stehen, Sieg und Streckenrekord waren dem 1,86-Meter-Schlaks aus Weilheim sicher. Bei den Frauen gewann Stefanie Wrobel aus Wißgoldingen in 3.55,07 Minuten.

Als Gewinner durfte sich gestern jedoch jede(r) fühlen, der die Strecke mit ihren maximal 6,6 Prozent Steigung in Angriff nahm. Zum Beispiel Harald Wagner aus Nabern, der die Meile sage und schreibe zwölf Mal bewältigte und bei seinem besten Versuch eine respektable 4.00-Zeit hinlegte.

Für die veranstaltende Alpin- und Radsportabteilung des TV Bissingen mit ihren rund 30 Helfern war die 17. Auflage der Meile ein voller Erfolg. Und das obwohl mit 136 Teilnehmern deutlich weniger am Start waren, als in den Vorjahren. „Es sind halt Ferien, da kann man nichts machen“, sagte Franziska Mutzbauer, seit März neue Abteilungsleiterin und erstmals für die Organisation der Traditionsveranstaltung verantwortlich. Dafür konnten sich die 26-Jährige und ihr Team über ein umso voller besetztes Festzelt freuen konnte, wo sich Zuschauer und Teilnehmer eine kulinarische Neuerung schmecken ließen: Neben Kaffee, Kuchen und der obligatorischen „Roten“ gab‘s zum ersten Mal Currywurst. „Die kommt ganz gut an“, so Mutzbauer, die sich erst kurz vor Zielschluss um 15 Uhr entschloss, nicht selbst an den Start zu gehen. „Zu stressig“, winkte sie lachend ab, „das tu‘ ich mir heute nicht mehr an.“Fotos: Deniz Calagan