Lokalsport

Rekordverdächtige Knights mit tollem Finale

Mit der Rekordbilanz von 19 Siegen und nur drei Niederlagen haben die Kirchheim Knights die Regionalligasaison 2005/06 als Meister abgeschlossen. Das 87:81 gegen Titelverteidiger Schwenningen vor 1 100 begeisterten Zuschauern war ein würdiges Finale.

KIRCHHEIM Obwohl die Kirchheimer Basketballer bereits seit zwei Wochen als Aufstiegsrunden-Teilnehmer und seit einer Woche als Meister feststanden, gab es beim letzten Spiel der Saison noch einmal etwas zu gewinnen. Zum einen die Revanche für die hohe 88:106-Hinspielschlappe. Dann den ersten Saisonsieg gegen einen der beiden direkten Konkurrenten bisher waren alle drei Spiele gegen Rastatt-Rheinau und Schwenningen verloren gegangen. Und dann ganz einfach ein Basketballspiel vor 1 100 Fans, die niemals erlaubt hätten, dass sich ein Knight nicht zu 100 Prozent reinhängt. Es zeigt den einwandfreien Charakter dieser Mannschaft, dass zu keiner Sekunde an diesem Samstagabend Zweifel an dem unbedingten Willen aufkommen konnte, noch einmal alles zu geben.

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Die Kampfstärksten waren wieder einmal Ross Jorgusen, Wilu Lenger und Bill Goehrke. Aber auch wie sich James Hayden von der ersten Sekunde an reinhängte, verdient Bewunderung. Damit soll allerdings keiner der anderen vier Protagonisten herabgesetzt werden, auch sie fighteten mit viel Herzblut, auch wenn es bei ihnen vielleicht nicht ganz so extrovertiert aussieht.

Der Start glückte, die ersten sechs Punkte machten die Knights. Doch dann wurden vorne ein paar Chancen vergeben und auf der anderen Seite trafen die beiden mit Abstand besten Schwenninger, Marco Schlafke und Spielertrainer Michael Heck, traumwandlerisch. Statt gut und gerne 20:10 stand es nach sieben Minuten 12:14. Doch Kirchheim legte noch eine Schippe drauf und zog auf 28:19 (12.) davon. Jetzt begann allerdings die beste Phase des Titelverteidigers. Obwohl Goehrke, Lenger und Nenad Lukic um jeden Millimeter unter dem Korb kämpften, eroberte Schwenningen die Lufthoheit. Acht der 14 unbeantworteten Punkte zum 28:33 machte 2,20-Meter-Riese Oliver Narr, bevor der VfL wieder zurückschlug. Spektakulär die letzten fünf Sekunden der Hälfte: Tomi Martinovic wurde an der Drei-Punkte-Linie frei gespielt, ließ Heck vorbeifliegen, justierte in aller Ruhe noch einmal seine Position und drückte den Dreier ab. Den Einwurf klaute sich Hayden und vollendete unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Fans zum 39:36-Pausenstand.

Kurz vor Ende des dritten Viertels dann eine ganz ähnliche Szene: Wieder hatten sich die Gäste einen kleinen Vorsprung erkämpft (48:50, 28.). Doch Kai-Uwe Kranz, noch sichtlich gehandicapt durch seine kaum überstandene Grippe, zauberte auf seine unnachahmliche Art zwei Dreier in die Reuse und die Knights gingen mit der 54:53-Führung in die letzten zehn Minuten der Saison.

Dort übernahm endgültig der Boss: Unter den Augen seiner aus den USA angereisten Eltern drehte Ross Jorgusen noch einen Gang höher. 17 Punkte erzielte er im Schlussviertel, einen spektakulärer als den anderen. Weil aber Heck und Schlafke dagegen hielten, ließ die Entscheidung auf sich warten. In der letzten Minute verschoss Heck zwei Freiwürfe, die KGJ holte den Rebound und Heck traf von der Dreierlinie zum 79:84. Doch mit drei von vier Freiwürfen sicherte Kranz den 19. Saisonsieg und die Abschiedsparty der Spielzeit 2005/06 der besten des VfL Kirchheim in der dritten Liga in der bald 50-jährigen Geschichte.

mad

VfL Kirchheim:

Beck (n.e.), Goehrke (9), Hayden (9), Jorgusen (32/3), Kranz (12/3), Lenger (7), Lukic (7), Martinovic (6/2), Merrill (n.e.), Tsouk-nidis (5/1).KGJ Schwenningen:

Heck (22/4), Jackson (11), Michalczyk (n.e.), Milutin (n.e.), Narr (16), Rüeck (n.e.), Schlafke (21/4), Spöcker (3), Talaba, Thiam (8).Dreier:

9 (VfL), 8 (KGJ).Fouls:

23 (VfL), 20 (KGJ).Freiwürfe:

16:24/66,7 % (VfL), 11:25/44 % (KGJ).Viertel:

24:16, 15:20, 15:17, 33:28.Schiedsrichter:

Michael Walter (Leonberg) und Midhat Bahtijarevic (Stuttgart).Zuschauer:

1 100.