Lokalsport

Relegationsträume reifen noch

Acht Spieltage vor Saisonende hat Bezirksligist TSV Jesingen gute Karten im Aufstiegsrennen

Ob Wiedersehen tatsächlich Freude macht? Notzingens Trainer Ronald Witt wird diese Frage am Sonntag beantworten können, wenn er mit dem TSVN gegen seinen ehemaligen Club FV 09 Nürtingen spielt. Der zweite Bezirksligist aus der Hölderlinstadt, der FC 73, bekommt es mit der SGEH zu tun, die nach 19 Punkten aus den letzten sieben Spielen noch auf Rang zwei schielt – ebenso wie der TSV Jesingen, der nur noch einen Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz hat.

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KLAUS-DIETER LEIB

Kirchheim. Mittendrin statt nur dabei – der Werbespruch des DSF trifft voll auf den TSV Jesingen zu. Nach dem 1:1 am 30. März gegen den TSV Boll betrug der Abstand auf den zweiten Tabellenplatz für die Elf von Spielertrainer Marc Kaisner noch acht Punkte. Mittlerweile ist es nur noch ein Zähler, der die Mannschaft von den Lehenäckern vom begehrten Relegationsplatz trennt. Das Restprogramm der Jesinger macht da Hoffnung: Bis auf die Begegnung gegen den SV Ebersbach bekommt es der TSV Jesingen ausschließlich mit Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel zu tun. So auch am Sonntag beim TSV Grötzingen. Trotz allem ist für Kaisner Vorsicht geboten: „Die vermeintlich leichten Spiele sind die schwersten.“ Außerdem können es die „Gerstenklopfer“ nicht mehr aus eigener Hand schaffen, müssen noch auf weitere Ausrutscher der Konkurrenten setzen.

Ein wenig Hoffnung in Sachen Relegation macht sich auch noch die SGEH. Nach 19 Punkten aus den letzten sieben Spielen hat die Elf des Trainergespanns Antonio Portale/Danell Stumpe noch minimale Chancen auf den zweiten Rang. „Wir spekulieren ein wenig, mehr nicht“, sagt Portale verhalten optimistisch. In den nächsten drei Spielen (beim FC Nürtingen 73, gegen den SV 1845 Esslingen, beim VfB Neuffen) sollten neun Punkte möglich sein, schließlich sind die Gegner die drei Letztplatzierten in der Tabelle. Danach kommt es zum Spitzenspiel gegen den SC Geislingen. Am Sonntag beim FC Nürtingen 73 scheint die einzig interessante Frage zu sein, wie viele Treffer die SGEH schießen wird – der FC kassiert als Schlusslicht durchschnittlich fünf Gegentore pro Spiel.

Nach dem überraschenden Befreiungsschlag beim TSV Deizisau am vergangenen Wochenende (4:0) hat sich der TSV Notzingen wieder etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Am Sonntag geht es gegen den FV 09 Nürtingen. Für TSVN-Coach Ronald Witt ist es als ehemaliger Trainer der „Nullneuner“ kein gewöhnliches Spiel – oder doch? „Der FV ist so was wie mein Heimatverein, aber es gibt auch nur drei Punkte in diesem Spiel.“ Selbige sind angesichts der derzeitigen Form der Nürtinger nicht einmal schwer zu holen für den TSVN: Nach drei Niederlagen in Folge und nur einem erzielten Tor ist der FV auf den Boden der Tatsachen zurück gekehrt. „Wir können mit dem großen Druck nicht umgehen und machen zu viele Fehler“, klagt Nürtingens Trainer Klaus Müller.

Vor einer schweren Aufgabe steht Spitzenreiter TSV Boll beim SV Ebersbach. Bei 13 Punkten Vorsprung auf Rang zwei sollte der Druck für die Elf von Trainer Manfred Weisl trotzdem nicht zu groß sein. Bereits am heutigen Freitagabend gastiert der TSV Deizisau bei den Wernauer SF. Nach der unerwarteten Niederlage gegen den TSV Notzingen zählt für den Tabellenzweiten nur ein Sieg. Vor einer lösbaren Aufgabe steht der SC Geislingen beim Tabellenvorletzten SV 1845 Esslingen.

In den Begegnungen TSV Raidwangen (Platz zwölf) gegen den TSV Neckartailfingen (Zehnter) und TSV RSK Esslingen (Elfter) gegen den VfB Neuffen (14.) stehen sich unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt gegenüber – für Spannung dürfte gesorgt sein.