Lokalsport

Rentschler: Respekt vor dem Ex-Club

Der Ruf von Spielertrainer Michael Rentschler ("Mittelfrisitg muss die Oberliga wieder das Ziel sein") ist gerade erst verhallt, da sollen auf dem Fußballplatz der Sache förderliche Taten folgen. Der VfL bekommt es am dritten Spieltag mit den TSF Ditzingen zu tun.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Wenn die Kirchheimer Fußballer am morgigen Samstag ab 15.30 Uhr gegen den ehemaligen Regionalligisten spielen, müssen sich mehrere Dinge zeigen inwieweit sich beispielsweise die deutlichen Spielertrainerworte und die kurz aufgekommene abteilungsinterne Unruhe auf die Leistung auswirken. Die Kritik an organisatorischen Abläufen, die angebliche Rücktrittsdrohung Rentschlers mit anschließendem Dementi und das Bekenntnis zu sportlich ambitioniert(er)en Zielen wirbelte jedenfalls gehörig Staub auf.

Gegen die TSF muss sich jedenfalls zeigen, ob der VfL des Jahres 2005 überhaupt in der Lage ist, mit einem vermeintlichen Spitzenteam der Liga mitzuhalten. Dass die TSF in der Abschlusstabelle dieser Saison zu den besser Platzierten zählen werden, ist sich Michael Rentschler sicher: "Die Ditzinger haben sich gezielt verstärkt", so der VfL-Spielertrainer über seinen Ex-Club, "dazu zählt ein Spieler wie Mario Klotz von den Stuttgarter Kickers. Das ist nicht mehr der Abstiegskandidat der vergangenen Saison." Mit Jens Hendrik Koeren haben die Turn- und Sportfreunde zudem einen torgefährlichen Mittelfeldakteur, der auf hohem Verbandsliganiveau Fußball spielt.

Aus dem bisherigen Saisonverlauf lässt sich noch keine Tendenz ablesen. Die TSF haben erst eine Verbandsligapartie absolviert (3:1 gegen FV Ravensburg), sind im WFV-Pokal in der dritten Runde beim Ligakonkurrenten TSV Schwieberdingen gescheitert (3:4). Keine eindeutige Tendenz.

Die gibt es auch beim VfL Kirchheim noch nicht. Dem schwungvollen 3:0 über Olympia Laupheim am ersten Spieltag folgte eine 2:3-Niederlage bei der TSG Balingen. "Ich bin mit drei von vier Halbzeiten in dieser Saison mit der Leistung der Mannschaft zufrieden", erläutert er, "aber eben die eine schwächere hat in Balingen zur Niederlage geführt."

"Ich vertraue den Spielern"Personelle Konsequenzen werden sich aus der ersten Saisonpleite nicht ergeben, dazu ist der VfL-Spielerkader zu dünn besetzt. Noch sondieren zwar der sportliche Leiter Norbert Krumm und Michael Rentschler den Markt, doch es sind nur noch wenige Tage bis hin zum letztmöglichen Wechseltermin 2005, dem 31. August. "Ich vertraue unseren Spielern", verdeutlicht der VfL-Übungsleiter, "aber es kann verletzungsbedingt sehr schnell zu einer problematischen Situation kommen und ein größerer Kader sorgt immer für mehr Konkurrenz." Aktuell sieht's von den Lanzeitverletzten Ziegler und Lovric abgesehen personell allerdings nicht so schlecht aus. Lediglich Kapitän Mario Grimm plagt sich noch mit einer langwierigen Fußverletzung herum. "Die Sommerpause war wegen des Relegationsspiels einfach zu kurz für ihn", sagt Rentschler, "er kann nur unter Schmerzen spielen."

In punkto Aufstellung gibt sich der VfL-Spielertrainer wie gehabt bedeckt. Interessant dürften vor allem zwei Fragen sein: Ob Rentschler selbst zum Anfangsaufläufer gegen seinen Ex-Club wird und aus welchen Spielern sich der VfL-Angriff zusammensetzt. Antonino Singh, Marcel Klon und Emrah Erenler haben im Moment wohl gleich gute Karten. Der Ende der vergangenen Saison verletzte Cem Korkamz kämpft noch um den Anschluss.