Lokalsport

Rentschlers Wimpel-Wünsche

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Trainer Michael Rentschler hat schon einmal ausgetestet, wie es ist, eine Meisterschaft zu feiern. Am vergangenen Samstag hatte sich der VfL-Erfolgscoach nach dem Kirchheimer Kick in Schwieberdingen mit seiner Lebensgefährtin unter die rund 250 000 VfB-Symphatisanten in der Stuttgarter Innenstadt gemischt und dabei ein strategisch günstiges Plätzchen erwischt. Die beiden standen nämlich in erster Reihe, als der Autokorso mit Spielern und Funktionären heranrückte. VfB-Präsident Erwin Staudt und Trainer Armin Veh fuhren in Reichweite mit der Meisterschale vorbei. "Da habe ich einfach zugelangt", lacht der 36-Jährige. Für einen Sekundenbruchteil berührte er das begehrteste Objekt der Bundesligazunft.

Doch so nett und unvergesslich dieses Erlebnis auch ist, viel lieber würde der Kirchheimer Trainer demnächst einen schlichten Wimpel in der Hand halten jenen für den des Verbandsligameisters. Sein Team selbstverständlich nicht weniger gern. Und die Titelperspektiven sind traumhaft. Morgen Nachmittag gegen 17.15 Uhr könnten die Teckstädter sogar schon am Ziel sein. Ganz simpel gerechnet: Der VfL muss morgen einfach mehr Punkte als Verfolger TSV Schwieberdingen holen.

Jener steht vor dem Auftritt beim unbequemen Neuling SV Baustetten. Der SVB ist zwar Zehnter, aber punktgleich mit dem den Relegationsplatz belegenden FSV 08 Bissingen eine heikle Mission also für den einzig übriggebliebenen VfL-Jäger in Oberschwaben.

Doch auch den Kirchheimern dürften arbeitsintensive Minuten bevorstehen. Ein Blick in die Statistik lässt es erahnen: Kontrahent FV Illertissen hat fünf der vergangenen sechs Partien gewonnen. Dieser Zwischenspurt katapultierte die Bayern aus dem tiefsten Abstiegssumpf bis auf Platz sieben. Trotzdem: Definitiv gerettet sind die Illertaler noch nicht, auch wenn das jüngste 3:1 in Fellbach mehr als die halbe Miete im Kampf um den Klassenerhalt war. Zumindest rechnerisch ist noch der Fall auf Relegationsplatz zwölf möglich. Personell gehen die VfL-Mannen gut aufgestellt in das womöglich meisterschaftsentscheidende Spiel.

Zwar fehlt weiterhin der verletzte Mittelfeldakteur Michael Heilemann ("Ich hoffe zum letzten Saisonspiel wieder fit zu sein") und auch Abwehrakteur Guido Fuchs musste am vergangenen Dienstag beim Freundschaftsmatch gegen den TSV 1860 München wegen der noch nicht auskurierten Oberschenkelverletzung passen. Mannschaftskapitän Mario Grimm dürfte freilich einsatzbereit sein. Gegen die "Löwen" bestritt der VfL-Defensivmann einen Test und zog eine positive Bilanz. "Die Schmerzen im Rückenbereich sind zwar noch da, aber es wird besser. Es muss halt irgendwie gehen." Der Kapitän als Vorbild: Zähne zusammenbeißen ist oberste Kirchheimer Kickerpflicht, wenn es morgen ums Ganze geht es könnte sich lohnen.

VfL Kirchheim:

Gühring Kutscher, Er, Grimm, Eisenhardt Alban Meha, Polat, Raspe, Isci Feriz Meha, Santos-Araujo.