Lokalsport

Respekt ja, Ehrfurcht nein

Fußball-Landesliga: TSV Weilheim gastiert morgen Abend bei Verbandsligaabsteiger FC Frickenhausen

Nach dem gelungenen Saisonaufgalopp gegen Bad Boll bestreiten die Landesligafußballer des TSV Weilheim morgen Abend ihr erstes Auswärtsspiel: Um 18.30 Uhr gastiert der TSVW beim FC Frickenhausen – ein Duell zweier Teams, die viel gemeinsam haben.

Ob der FC Frickenhausen den TSV Weilheim am Freitag in die Knie zwingen kann?Foto: Markus Brändli
Ob der FC Frickenhausen den TSV Weilheim am Freitag in die Knie zwingen kann?Foto: Markus Brändli

Weilheim. Wie formt man aus einem Dorfklub eine bezirksübergreifend bekannte Marke im Amateurfußball? Bei der Antwort auf diese Frage können sich die Verantwortlichen des TSV Weilheim viel beim morgigen Gegner abgucken. Der FC Frickenhausen gilt in der Region als Paradebeispiel des von rührigen Funkionären mit viel Herzblut auf solider Basis geführten Vereins. Auch der Abstieg aus der Verbandsliga am Ende der vergangenen Saison hat den breit aufgestellten Club nicht aus der Bahn geworfen, im Gegenteil. Mit hochkarätigen Verstärkungen in Person der ehemaligen Kirchheimer Oberligacracks Emrah Polat, Norman Volber und Christopher Eisenhardt ist der FCF einer der Titelkandidaten der Landesliga.

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Zugegeben: Ohne die Querelen beim VfL in den vergangenen Wochen und Monaten wäre das Trio kaum in Frickenhausen gelandet. Dennoch scheinen Konzept und Philosophie des FCF auch für gestandene Führungsspieler mit Fünftligaerfahrung überzeugend genug zu sein. Zumal Eisenhardt & Co. nicht die ersten sind, die es von der Jesinger Allee ins Neuffener Tal zieht: Die ehemaligen Kirchheimer Fatih Özkahraman, Manuel Horeth, Coskun Isci und Michael Heilemann schnüren schon seit geraumer Zeit die Kickstiefel im Tischardtegart. Und erst diese Woche hat mit Benedikt Deigendesch der nächste Ex-Blaue beim FCF angeheuert.

„Das sind für jeden Trainer Wunschspieler“, schwärmt FC-Trainer Murat Isik, der trotz der qualitativen Aufwertung seines Kaders auch Personalsorgen hat. Schließlich fallen mit Markus Lude, Benjamin Fischer und Marco Parrotta gleich drei Offensivkräfte verletzungsbedingt die gesamte Vorrunde aus. Dass es ohne sie auch geht, bewiesen die Frickenhausener beim 3:1-Auftaktsieg vergangenen Sonntag gegen Geheimfavorit SV Ebersbach.

Mit dem gleichen Ergebnis sind bekanntlich auch die Kicker des TSV Weilheim gegen Bad Boll in ihre zweite Landesligasaison gestartet. Trotz des 3:1-Sieges war Trainer Alexander Hübbe noch nicht hundertprozentig zufrieden. „In Sachen Aggressivität und Tempo müssen wir noch zulegen“, fordert er, der im Gegensatz zu seinem FCF-Pendant Isik keine Verletzten zu beklagen hat.

Der zuletzt durch Kreislaufprob­leme geschwächte Stürmer Burak Selcuk ist wieder fit und auch der am Knöchel lädierte Defensivmann Rafael Wiesenmayer kann problemlos mittrainieren. „Ich bin hin- und hergerissen, wen ich aufstellen soll,“, so Hübbe, der trotz der zu erwartenden Offensivstärke des morgigen Gegners nicht an der gewohnten 4-4-2-Taktik rütteln will. „Klar haben wir Respekt vor Frickenhausen“, sagt er, „aber wir erstarren deswegen nicht in Ehrfurcht.“

Der TSVW-Coach geht ohnehin davon aus, dass insbesondere seine jungen Spieler ohne Angst vor den vermeintlich großen FCF-Namen ins Match gehen. „Den 19- und 20-Jährigen sagt ein Eisenhardt eh nichts“, glaubt Hübbe.