Lokalsport

Revanche nach der "Regenschlacht"

Die Verbandsliga-Fußballer des VfL Kirchheim standen im Regen am 23. September des vergangenen Jahres nach der 1:2-Niederlage in Metzingen. Vor dem Rückspiel gegen die TuS am morgigen Samstag um 15.30 Uhr hat sich die Gemütslage an der Jesinger Allee grundlegend verbessert.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM An jenem nasskalten Septemberabend schüttete es im Otto-Dipper-Stadion schon während der Partie wie aus Kübeln. Nach dem Abpfiff gab es gar einen Wolkenbruch. Niedergeschlagen stapften damals die VfL-Jungspunde durch knöcheltiefe Regenpfützen nach einer über weite Strecken mäßigen Leistung in die Kabinen. Nur Spielertrainer Michael Rentschler schaute gar nicht so unglücklich aus. "Die Richtung mit dieser jungen Mannschaft stimmt, wir müssen weiter konsequent versuchen, die einzelnen Schwachstellen zu beseitigen. Die Schlussphase der Partie macht mir Mut", kommentierte der frühere Regionalligaspieler das Aufbäumen des VfL in der Endphase der Partie, das so gar nicht zu dem pomadigen Beginn gepasst hatte. Der Satz des Trainers klang für den ein oder anderen damals nach Zweckoptimismus. Doch in der Tat war ausgerechnet der erfolglose Auftritt in der Achalmregion so etwas wie eine Wende, die den Kirchheimern anschließend noch jede Menge Punkte bescherte.

Auch die bisherige Ausbeute im Jahr 2005 gibt nur wenig Anlass zur Klage. "Vier Punkte aus zwei Begegnungen sind ein guter Start", meint Rentschler. Doch beruhigt ist der VfL-Trainer angesichts des fünften Tabellenplatzes noch lange nicht. "Wir haben noch gar nichts erreicht", betont der Defensivstratege angesichts des knappen Vorsprungs von nur vier Punkten auf Platz 13, der voraussichtlich ein Abstiegsrang sein wird. Zudem ist Rentschlers Respekt vor dem morgigen Gegner nicht gerade gering. "Die Metzinger sind topbesetzt und wollten eigentlich vorne mitspielen." Der Trainer erwartet deshalb einen heißen Tanz gegen die Kicker aus dem Bekleidungseldorado im Kreis Reutlingen.

Die TuS holte ebenfalls vier Zähler aus den vergangenen zwei Spielen: Dem 4:1 gegen die SpVgg Au folgte allerdings eine enttäuschende Nullnummer gegen die höchst abstiegsgefährdete SG Schorndorf. Was den TuS-Vorsitzenden Arthur Stotz prompt auf der Homepage des Clubs zu folgender saloppen Bemerkung verleitete: "Jetzt fahren wir nach Kirchheim vielleicht ist es da leichter für unsere Truppe." Ein tabellarisches Bonbon würde den Gästen jedenfalls winken, denn mit einem Sieg könnten sich die TuS-Kicker derzeit mit 24 Punkten auf Platz zehn am VfL vorbeischieben.

Bei den Kirchheimern wird die lang ersehnte Rückkehr von Abwehrspieler Stefan Ziegler erwartet. Die Grippe ist auskuriert, am gestrigen Donnerstag stieg der letzte Übriggebliebene aus dem Regionalliga-Kader der Saison 97/98 wieder voll ins Training ein. "Einer wie Stefan ist immer eine Verstärkung", unterstreicht Spielertrainer Michael Rentschler, der sich noch nicht festlegen will, auf welcher Position der kopfballstarke Innenverteidiger morgen agieren soll. Nichts Neues gibt es derweil von den beiden schwer verletzten Torhütern Patrick Gühring und Fabian Goretzki. "Im Moment läuft die Reha", berichtet der Trainer, für den feststeht, dass in Kürze mit keinem von beiden zu rechnen sein wird.

Eine längere Geschichte dürften indes auch die Vertragsverhandlungen mit Rentschler werden. Dass die VfL-Veranwortlichen den Leitwolf des Kirchheimer Talentschuppens gerne halten möchten, ist ein offenes Geheimnis. Der Betroffene selbst äußert sich zurückhaltend: "Es müssen erst noch konkrete Gespräche stattfinden, dann sieht man weiter." Eins scheint da schon sicherer: Im Regen, wie im Hinspiel, werden die Kirchheimer morgen zumindest im meteorologischen Sinne nicht stehen die Wetterdienste erwarten Tagestemperaturen von 18 Grad und einen wolkenfreien Himmel in ganz Württemberg.