Lokalsport

Rhythmus und Nerven verloren

Nach knapper Halbzeitführung unterliegen die Knights beim Tabellenführer standesgemäß 61:89

Nichts zu holen gab es für die Kirchheimer Basketballer beim Pro A-Tabellenführer Mitteldeutscher BC: Nach ausgeglichener erster Hälfte verloren die Knights ihre knappe Halbzeitführung, im dritten Viertel die Nerven und am Ende das Spiel klar mit 61:89.

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moritz hönig

Weißenfels. Zwei Viertel lang durften die Kirchheim Knights an der Sensation schnuppern, lagen zur Halbzeit gar mit 34:33 in Front. Im dritten Abschnitt dann allerdings das böse Erwachen: Von der plötzlichen Treffsicherheit der Gastgeber regelrecht überrumpelt, verloren die Knights nicht nur ihren Rhythmus, sondern auch ihre Nerven: So mussten Radi Tomasevic und Gordon Scott nach jeweils zwei Fouls auf der Bank Platz nehmen und die Knights sich dem Tabellenführer am Ende fast wehrlos ergeben. „Eine verdiente Niederlage, über die es noch zu sprechen gilt“, konstatierte Trainer Frenkie Ignjatovic nach 40 Minuten nervenaufreibendem Basketball.

Sichtlich beeindruckt von der imposanten MBC-Siegesserie von elf Siegen in Folge starteten die Knights nervös in die Partie. Bereits nach drei Minuten lag der Mitteldeutsche BC mit 10:2 in Führung und Ignjatovic nahm die erste Auszeit. In der Folge fanden die Kirchheimer besser ins Spiel, hielten den Abstand auf die Hausherren in Grenzen und gingen mit einem 12:20-Rückstand in die erste Viertelpause. Zu diesem Zeitpunkt hatte MBC-Coach Björn Harmsen schon jeden seiner zehn Spieler für wenigstens drei Minuten auf das Parkett geschickt. Mannschaftliche Ausgeglichenheit – das entscheidende Erfolgsrezept des Tabellenführers.

Motiviert von Ignjatovic erwischten die Knights einen perfekten Start ins zweite Viertel. Tom Klemm und Clifford Crawford ließen den Rückstand auf zwei Punkte zusammenschmelzen. Fünf Minuten vor der Pausensirene gelang Ziyed Chennoufi der Ausgleich, ehe Tom Klemm mit dem ersten Drei-Punkte-Wurf des Spiels die Kirchheimer mit 25:22 in Führung brachte. Die Knights hatten in dieser Phase mehr vom Spiel, verpassten es aber aufgrund vieler unnötiger Fouls, ihren Vorsprung auszubauen. Dementsprechend knapp war die Kirchheimer Pausenführung von 34:33. „Der MBC hat sich regelrecht in die Halbzeit gerettet“, resümierte Ignjatovic, der mit der Leistung seiner Mannschaft bis dahin dennoch überaus zufrieden war.

Zu Beginn des dritten Viertels schien das Spiel vollends zugunsten der Kirchheimer zu kippen. Nachdem Gordon Scott zur Drei-Punkte-Führung für die Knights traf und MBC-Spieler Johnnie Gilbert nach seinem vierten Foul von Coach Björn Harmsen auf die Bank beordert wurde, schien die Überraschung einen Moment lang tatsächlich möglich. Doch es sollte anders kommen. Nicht die Kirchheimer, sondern die Weißenfelser drehten nun auf, trafen drei Dreier innerhalb einer Minute. Die Knights wussten auf diese plötzliche Treffsicherheit keine Antwort und ließen ab sofort jegliche Souveränität und Linie im Spiel vermissen – und mit ihnen das Schiedsrichtergespann.

Gleich mehrere Kirchheimer Fouls in dem nun sehr intensiven und hektischen Spiel wurden von den Unparteiischen als unsportlich ausgelegt. Radi Tomasevic und Gordon Scott erwischte es gleich zwei Mal, gleichbedeutend mit dem Spielausschluss. „Die Schiedsrichter haben in der zweiten Hälfte völlig die Orientierung verloren“, kommentierte Ignjatovic die insgesamt sechs unsportlichen Fouls, die in Hälfte zwei gegen Kirchheim gepfiffen wurden – ohne aber seine Spieler aus der Kritik zu nehmen: „Da müssen wir die Nerven einfach besser im Griff haben.“ Die völlig verunsichert agierenden Knights konnten dem MBC nun nichts mehr entgegensetzen, mussten beim Stande von 46:40 gar einen 0:17-Lauf hinnehmen und lagen nach dem dritten Abschnitt aussichtslos mit 44:67 in Rückstand.

Im letzten Viertel ging es somit für die Knights nur noch um Schadensbegrenzung. Vor allem Phillipp Heyden, mit 16 Punkten und 5 Rebounds noch der beste Ritter an diesem Abend, verhinderte ein noch deutlicheres Ergebnis als das schlussendliche 89:61.

Es war keine wirklich überraschende Niederlage beim Tabellenführer, und dennoch: Ein bitterer Abend für die Knights, an dessen Ende sich Frenkie Ignjatovic insbesondere über die Höhe der Niederlage ärgerte: „Am Schluss haben wir uns unserem Schicksal ergeben.“ Die Möglichkeit zur Rehabilitation bietet sich den Knights am nächsten Samstag. Dann gastiert mit dem Lti Lich wieder ein Gegner auf Augenhöhe in der Sporthalle Stadtmitte.

Mitteldeutscher BC – Knights

Viertelergebnisse: 20:12, 13:22, 34:10, 22:17

Mitteldeutscher BC: Chavis 10, Gilbert 4, Moore 23, Diestelhorst 10, Schmidt 2, Leutloff 8, Ides 10, Grübler 2, Bernard 11, Cardenas 9

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic 7 (0/3 Dreier), Chennoufi 6 (0/2, 7 Rebounds), Baumann 7 (0/2, 3 Reb.), Crawford 11 (1/3, 5 Reb.), Scott 4 (0/3), Lenger, P. Klemm, T. Klemm 10 (2/4), Heyden 16 (0/1, 5 Reb.), Reichmuth