Lokalsport

Ring-Prüfung gut bestanden

24-Stunden-Rennen: Vor 235 000 Zuschauern werden Henzler und Co. Dritter

Mit einem hervorragenden dritten Platz im Gesamtklassement endete für die vier Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler (Zizishausen), Emmanuel Collard (Champs sur Marne), Richard Lietz (Ybbsitz) und Dirk Werner (Kissenbrück) in einem 445 PS starken Manthey-Porsche 911 GT3 Cup S das 37. 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Anzeige

EBERHARD STRÄHLE

Nürburgring. Für Wolf Henzler, den US-erfahrenen Piloten mit unveränderter Mitgliedschaft beim Motorsportclub Kirchheim (MSCK), war es der erste große Langstreckeneinsatz auf der Nordschleife des Nürburgrings. Um in der grünen Hölle überhaupt fahren zu dürfen, hatte er an zwei Läufen zum Langstreckenpokal teilnehmen müssen – das Vier-Stunden-Rennen am 2. Mai war einer davon. „Der dritte Platz mit dem Man­they-Porsche war dort ein schöner Erfolg, denn die Nordschleife war für mich bis dahin weitgehend unbekannt“, sagte er. Jetzt machte er zum ersten Mal richtig Bekanntschaft mit ihr: 235 000 Zuschauer säumten den Ring bei der 37. Auflage des 24-Stunden-Rennens.

Es lief gut für den zweiten Porsche des Manthey-Racing-Teams: Gleich im ersten Zeittraining auf der 25,378 km langen Strecke markierte das Quartett um Henzler die Bestzeit. Die Uhren stoppten – im Regen – bei 9.42,048 Minuten. Im zweiten Training war das Team – ohne Regen – schneller (8.41,241), belegte aber nur Platz sieben. Doch weil Startplätze bei Langstreckenrennen eher zweitrangig sind, nahmen sie‘s gelassen.

Den Auftakt im Manthey-Elfer mit der Nummer zwei bestritt der Franzose Emmanuel Collard, der sich nach einem blitzsauberen Start noch vor der ersten Kurve den dritten Platz sicherte und erlebte, wie Marc Lieb (im zweiten Manthey-Porsche) und Dirk Adorf im Ford GT sich beharkten. Bis Adorf beim Überrunden eines langsameren Konkurrenten einen kleinen Fehler machte und leicht die Leitplanke touchierte – Adorf verlor entscheidend an Boden.

Gegen halb acht, dreieinhalb Stun­den nach dem Start, griff Henzler erst­mals ins Lenkrad und übergab nach getaner Arbeit auf Platz drei liegend an den Franzosen Emmanuel Collard. Später folgten Henzlers Nachtstints – für ihn keine übermäßig große Herausforderung. „Das einzige Problem in der Nacht sind die Rauchschwaden der Holzkohlegrills, die sich wie Nebel über die Strecke legen. Der Geruch der Bratwürste zog bis ins Auto rein“, sagte Henzler.

Gegen zehn Uhr am Sonntagvormittag kam eine Schrecksekunde für das Manthey-Team: Beim Boxenstopp wurde eine arg zerschlissene Antriebswelle erkannt, sie wurde daher vorsichtshalber ausgewechselt und ein Rückstand von etwa zweieinhalb Runden in Kauf genommen. Die Manthey-Racer fielen auf Platz vier zurück. Doch Glück im Unglück: Der vor Henzler und Co. fahrende Audi R8 LMS, ebenfalls einer der Mitfavoriten, musste zu Reparaturarbeiten ebenfalls für längere Zeit an die Box. Wieder gab es einen Platztausch.

Die „zweite“ Mannschaft von Olaf Manthey lag somit wieder auf dem dritten Gesamtrang, der, weil das Material bei weiterhin trockener Witterung hielt, auch nach Schwenken der Zielflagge noch Bestand hatte. Den vierten Gesamtsieg in Folge holte sich nach 155 gefahrenen Runden derweil das Einser-Auto des Manthey-Teams mit Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard, Marcel Tiemann, Marc Lieb und Romain Dumas. Der werksunterstützte Audi R8 LMS wurde Zweiter und konnte die totale Porsche-Dominanz beim 24-Stunden-Rennen nur leicht ablindern: Sieben der Top-Ten-Fahrzeuge waren Porsche-Autos.

Nach Rennschluss war Henzler („heute Abend wird gefeiert“) happy. „Gerne wäre ich im nächsten Jahr wieder dabei. Die Nordschleife ist eine tolle Strecke und Herausforderung für jeden Rennfahrer.“ Ab sofort heißt‘s wieder Business as usual für ihn: Nächste Woche fliegt er in die USA, wo in knapp zwei Wochen bereits das nächste Rennen wartet.

Endstand: 1. Bernhard, Lieb, Tiemann, Dumas (Porsche 911 GT3 RSR) 155 Runden, 2. Abt, Hemroulle, Kaffer, Luhr (Audi R8 LMS), 154, 3. Henzler, Collard, Lietz, Werner (Porsche 911 GT3 Cup S), 152, 4. Alzen, Bert, Arnold, Mies (Porsche 911 GT3 Cup), 150, 5. Basseng, Rockenfeller, Stippler, Fässler (Audi R8 LMS), 149, 6. Schmitz, Abbelen, Althoff, Heyer (Porsche 997), 149.