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Ritter können nur gewinnen

Trip zum Tabellendritten Phönix Hagen: schwieriger Job für Kirchheimer Zweitliga-Basketballer

Mit Phoenix Hagen wartet am Sonntagnachmittag eines der Topteams der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A auf die VfL Kirchheim Knights, und das auch noch auswärts: Bei der besten Offensivmannschaft der Liga hat die Truppe von Trainer Frankie Ignatovic praktisch nichts zu verlieren – keiner erwartet einen Sieg von ihnen.

Kirchheim. Mit 10:8 Punkten stehen die VfL Kirchheim Knights derzeit punktgleich mit dem Tabellenfünften Jena auf Rang neun – ein Zwischenstand, mit dem Coach und Management durchaus zufrieden sein können. „Das Team hat sich von Woche zu Woche gesteigert und spielt derzeit auf einem konstant guten Niveau“, freut sich der sportliche Leiter der Knights, Michael Schmauder. Die Chancen auf einen Sieg bewertet er aber eher skeptisch: „In Hagen sind wir krasser Außenseiter.“

Die Hagener „Feuervögel“ sind nicht nur bei den Zuschauerzahlen ganz vorne mit dabei: Der Traditionsclub, der im Schnitt 1 700 Basketballfans in die altehrwürdige Ischelandhalle zieht, gehört schon seit Saisonbeginn zu den Aufstiegsfavoriten und eine Rückkehr in die erste Basketball-Bundesliga, die sie nach der Saison 2002/2003 verlassen mussten, erscheint durchaus möglich. Mit lediglich vier Minuspunkten rangiert Phoenix derzeit auf Rang drei. Ex-Nationalspieler Ingo Freyer kann auf einen ausgewogenen Kader zurückgreifen, gleich sechs Spieler punkten im Schnitt zweistellig – eine beeindruckende Bilanz. Vor allem unter dem Korb sind die Feuervögel eine Macht, denn sie haben mit dem Ex-Bonner Bernd Kruel einen Center verpflichten können, der in der letzten Saison noch erfolgreich in der ersten Bundesliga auflief.

Hauptaufgabe von Headcoach Ignjatovic wird sein, das geeignete Mittel zu finden, den Offensivdrang des Gegners zu stoppen. Egal, ob sie Chase Griffin, Zach Freemann, Quentin Pryer, Thomas Dreesen oder Aaron Fleetwood heißen, die Hagener können über 40 Minuten schon mal ein wahres Punktefeuerwerk abbrennen. Mit durchschnittlich 93,5 Punkten sind sie das Team mit dem erfolgreichsten Angriff. Zuletzt wurde allerdings dieser Höhenflug gestoppt, denn die Niners aus Chemnitz konnten die Hagener unter 80 Punkten halten und legten mit dieser Defensivleistung den Grundstein für den Sieg. Frankie Ignjatovic wird sich das Video dieses Spiels genau angeschaut haben, um seiner eigenen taktischen Strategie den letzten Schliff zu verpassen.

„Wir müssen von Beginn an Gas geben und versuchen, durch eine aggressive Abwehr das Spiel der Hagener zu unterbinden“, meint er und hofft, dass er (mit Ausnahme von Hornig) auf alle Spieler zurückgreifen kann. Einzig Radi Tomasevic plagt sich noch mit einer leichten Grippe, hofft aber, bis in zwei Tagen wieder fit zu sein. „Verschenken werden wir die Punkte nicht“, sagt er.

Ein ganz besonderes Spiel wird es für Adam Baumann – Letzterer trug vier Jahre das Trikot der Hagener. Die dortigen Fans werden ihm sicher einen denkwürdigen Empfang bereiten.

Einen Fanbus setzen die Knights diesmal nicht ein. Trotzdem wird die Truppe von einer (kleinen) Fangruppe vor Ort unterstützt werden. bs

Knights: Tomasevic, Chennoufi, Baumann, Crawford, Scott, P. Klemm, T. Klemm, Lenger, Howard, Heyden, Reichmuth

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