Lokalsport

"Ritter" Kranz warnt Liga

Dass Namen nicht nur Schall und Rauch sind, bewiesen die VfL-Basketballer am Samstag. Nachdem sie vor der Partie gegen Rastatt-Rheinau als "Knights" präsentiert worden waren, legten sie wahrhaft ritterliche Tugenden an den Tag, um den TVRR in die Knie zu zwingen.

KIRCHHEIM Mit dem vergangenen Samstag und dem 68:67-Sieg gegen den TV Rastatt-Rheinau begann eine neuer Abschnitt: Die VfL-Basketballer heißen von nun an "Kirchheim Knights". Das englische Wort für "Ritter" soll auf den Mut, den Kampfgeist und den Stolz der Kirchheimer Korbjäger verweisen. Die Idee dazu wurde vor mehr als einem Jahr geboren, als ein paar Chatter auf der VfL-Homepage die Frage aufwarfen: Wie wäre es mit einem Spitznamen? Schnell wurden den Funktionären einige kreierte Namen präsentiert. Der VfL wählte fünf aus und ließ wiederum die Fans selbst abstimmen die Knights blieben übrig.

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Am Samstag präsentierten Schüler von Sportlehrer Peter Kudzius von der Kirchheimer Alleenschule eine selbst gemalte Fahne mit dem Logo, das der Bruder von James Hayden, ein Designer aus New York, entworfen hatte. Mit der Live-Vorstellung des neuen Vereins-Songs klappte es indes nicht. Die Komponistin, Texterin und Interpretin Christina König, Freundin von VfL-Center David Bouwmeester, war kurzfristig zu einem Einsatz für Tischtennis-Bundesligist TSV Betzingen gekommen. Auch wenn die Nummer auf CD nicht bei allen Fans so richtig ankam, will Christina König ihren Live-Auftritt auf jeden Fall so bald wie möglich nachholen.

Sie verpasste einiges, vor allem aber einen Schlussakkord, wie ihn kein Song der Welt hätte inszenieren können. Der Held des Abends war zweifellos "Ritter" Kai-Uwe Kranz, der mit seinem Dreier eine Sekunde vor Schluss den Sieg für den VfL rettete. "Theo hat die Zwei angesagt, das System für den Schuss für mich", beschrieb Kranz die Auszeit vor seinem Kunstwurf. "Ich wollte den unbedingt werfen, weil ich ihn schon zweimal verworfen habe." Das war bei den Heimspielen gegen Karlsruhe und Stuttgart.

Der Gegner roch den Braten zwar, doch Nenad Lukic und Bill Goehrke blockten die Rastatter ab es war ein Kampf wie beim American Football. Rastatts Center Matthias Ullrich kam trotzdem durch, sprang Kranz an und verfehlte ihn um Zentimeter. Der Wurf hatte einen perfekten Drall, einen idealen Bogen, vollführte eine kleine Ehrenrunde im Ring, um schließlich durch selbigen durchzufallen.

Anschließend musste man um die Gesundheit des Schützen fürchten: Erst stürzten sich alle elf Mitspieler auf Kranz, dann noch zahlreiche Zuschauer. Bis die Schiedsrichter bekannt gaben, dass doch noch eine Sekunde zu spielen war. Also noch eine minimale Chance für die Gäste. Mario Tolo warf den Ball jedoch an die Hallendecke. Das Schlusswort zu diesem denkwürdigen Abend gehörte natürlich Kai-Uwe Kranz, der schon auf den Rest der Saison blickte: "Jetzt geht es richtig los", warnte er den Rest der Liga.

mad