Lokalsport

Ritter mit Herz im Abstiegskampf

Auch ohne ihren Center Alex Zyskunov haben die Kirchheim Knights das Schicksalsspiel im Abstiegskampf der 2. Basketball-Bundesliga gegen Schlusslicht ASC Mainz mit 59:50 (36:24) gewonnen. Entscheidend war dabei die tolle Abwehrleistung.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM 1 100 Zuschauer in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte feierten ihre Knights: Der zweite Heimsieg in der zweiten Liga war unter Dach und Fach. Dank der Niederlage des USC Freiburg klettern die Kirchheimer um zwei Positionen von einem Abstiegsrang auf Platz 13 und haben damit eine akzeptable Ausgangsposition vor dem Start in die Rückrunde. Das nie gefährdete 59:50 über den Tabellenletzten aus Mainz löste kollektives Aufatmen aus. Mit frischem Mut starten die VfL-Basketballer nun in die Rückrunde. Dass am Samstagabend viel auf dem Spiel stand, war beiden Mannschaften deutlich anzumerken. Der Kirchheimer Sieg erwartungsgemäß eine schwere Geburt. Einem starken ersten Viertel 27:15), das die Knights auf beiden Seiten des Feldes hellwach, hoch konzentriert und extrem bissig zeigte, folgten drei Abschnitte, in denen nur die Defensive überzeugen konnte. Trainer Pasko Tomic dazu: "Dass wir 32 Ballverluste der Mainzer provoziert haben, spricht für uns. Unsere Verteidigung wird seit dem Spiel in Nördlingen immer besser."

Warum dem auch offensiv starken Start so wenig folgte? Es waren wohl die Nerven. Im zweiten Viertel dauerte es fast fünf Minuten bis zum ersten Treffer. Ballverluste, schlechte Würfe, aber auch Fahrkarten bei gut heraus gespielten Dreiern der tolle Rhythmus der ersten zehn Minuten war weg und die Knights fanden ihn auch nicht wieder. Doch die Kirchheimer Mannschaft beherzigte diesmal eine wichtige Regel: Wenn du vorne nichts triffst, häng dich hinten umso mehr rein. Das taten alle Kirchheimer mit großer Leidenschaft und vom geduldigen Publikum immer wieder frenetisch angefeuert auch mit sichtbarem Erfolg.

In der zweiten Hälfte starteten die Knights mit einem 6:0-Lauf zum 42:24 (24.) und hielten ihrerseits den Gegner fast fünf Minuten bei null Punkten. Dann aber spielte Mainz cleverer über seine zwei Besten, Sean Brooks und Christian Ebenrecht (zusammen 24 der 26 Punkte nach der Pause) und nutzten damit das Fehlen von Alexander Zyskunov besser aus. Brooks wurde jedoch auch zu insgesamt acht Ballverlusten gezwungen, was seine überragenden 24 Punkte wieder relativiert. Richtig eng wurde es so nicht mehr, nur zweimal schaffte es Mainz, den Rückstand einstellig werden zu lassen: Beim 53:45 (34.) und beim 55:46 (35.). Tomic: "Ich hatte auch da keine Angst, dass wir verlieren könnten." Seine einzige Sorge: "Zwei schnelle Dreier sind immer möglich." Die Sorge war unbegründet. Die Gäste bekamen fast keine freien Würfe, und ihre Verzweiflungs-Dreier endeten als Airballs.

Die Knights haben zum Abschluss der Vorrunde nun vier Siege auf dem Konto, einer weniger als der Fahrplan ursprünglich vorgesehen hatte. Mit der Einstellung und dem Zusammenhalt wie an diesem Samstag wird sich auch die Angriffsleistung steigern lassen. Das Abenteuer zweite Liga ist noch lange nicht beendet: Es hat vielleicht jetzt erst so richtig begonnen.

VfL Kirchheim Knights:

Burnette (16/1, 7:21 Würfe, 1:5 Dreier, 7 Ballverluste, 3 Assists, 5 Steals, 40:00 Min.), Goehrke (2, 6 Rebounds, 3 Steals, 20:46 Min.), Hountondji (2 Reb., 1 Steal, 5:57 Min.), Jorgusen (5/1, 2:5 Würfe, 16:57 Min.), Karamatskos (2, 1:5 Würfe, 4 BV, 4 As., 23:03 Min.) Klemm (14/2, 4:17 Würfe, 5 Reb., 7 Steals, 38:57 Min.), Kranz (0:7 Dreier, 11:30 Min.), Lenger (2, 5 Reb., 19:14 Min.), Sivorotka (18/2, 7:13 Wü., 6 Reb., 24:36 Min.).ASC Mainz:

Brooks (24, 9 Reb., 8 BV.), Merriwether (2), Wagner (n.e.), Ickert (3, 1:6 Würfe), Jankovic (3/1), Ebenrecht (9, 9 Reb., 6 geblockte Würfe), Tabu Eboma, 4/1), Otshumbe (3), Wittstock (2).Würfe:

23:72/32 % (VfL), 19:43/44 % (ASC).Dreier:

6:27/22 % (VfL), 2:15/13 % (ASC).Freiwürfe:

7:9/78 % (VfL), 10:19/53 % (ASC).Rebounds:

38:44. Ballverluste:

16:32.Assists:

19:8. Steals:

19:6.Geblockte Würfe:

0:6.Fouls:

19:15.Viertel:

27:15, 9:9, 14:12, 9:14.Schiedsrichter:

Bundesliga-Referee Jens Hegemann (Gelsenkirchen) und Bernd Pichl (Schwandorf) leiteten souverän.Zuschauer:

1 100.