Lokalsport

Ritter rüsten zum vorletzten Gefecht

Mit zwei Heimspielen gegen die beiden Tabellenletzten endet die Regionalligasaison für die Kirchheim Knights. Morgen (19.30 Uhr) kommt die KuSG Leimen in die Sporthalle Stadtmitte.

KIRCHHEIM Die ganz große Spannung hat der Ausklang der Saison 2004/2005 für die Kirchheimer Basketballer nicht mehr. Wenn alles optimal läuft, kann zwar noch der dritte Platz erreicht werden, doch ob die Knights ("Ritter") am Ende nun Dritter oder Fünfter werden, ist eher für Statistiker interessant als für echte Fans. Was bleibt, sind zwei Basketballspiele in der Sporthalle Stadtmitte, die gewonnen werden müssen, die guten Sport zeigen sollen, und die mit guter Stimmung zum Erlebnis für alle Zuschauer werden können die Basketball-Anhänger unter der Teck haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als einmal bewiesen, dass sie sich selbst zum Ereignis machen können.

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Dies gilt umso mehr, weil sich trotz der sportlich nicht befriedigenden Situation derzeit tatsächlich ein echter Fanklub bildet. Am Samstag vor dem Spiel ist das erste Treffen, ein Namen und der Entwurf eines Logos sind bereits vorhanden. Den letzten Impuls gab die legendäre Ausfahrt nach Schwenningen am vergangenen Samstag, die den harten Kern noch enger zusammenschweißte und reichlich Energie freisetzte. Energie können die Basketballer selbst auch gut gebrauchen.

Am Mittwoch waren nur sechs Spieler im Training. Ross Jorgusen und Nenad Lukic plagt die Grippe, Marco Stifel und Jorgo Tsouknidis waren beruflich verhindert. Die Hauptaufgabe von Coach Theo Leftakis ist nicht nur deshalb, Ernsthaftigkeit einzufordern. Der Gegner morgen, die KuSG Leimen, ist zwar Vorletzter und hat erst vier Siege geschafft, doch unterschätzen sollte man die Mannschaft von Michael Haidle auf gar keinen Fall. Leftakis: "Wir hatten schon im Hinspiel unsere Schwierigkeiten, und da hat mit Horst Marschall Leimens Bester gefehlt." Damals, im Dezember, gab es ein mühsames 81:73, Leftakis selbst wurde wegen zweier harmloser Bemerkungen mit zwei technischen Fouls bestraft und in die Kabine geschickt. Diesmal ist Marschall (16,3 Punkte pro Spiel) dabei, ebenso wie dessen Center-Kollege Markus Wahlandt (14,1). Auch Aufbauspieler Stefan Ingerfurth (12,5) punktet regelmäßig zweistellig, und Leftakis sieht nicht nur deshalb absolut keinen Selbstläufer: "Wir müssen gut spielen, wenn wir gewinnen wollen." Das will auch Michael Haidle: "Wir fahren überall hin, um zu gewinnen", sagt er.

Das hat zwar bisher nur beim sieglosen Tabellenletzten TSV Crailsheim 2 geklappt die anderen acht Auswärtsspiele wurden mit durchschnittlich 23 Punkten verloren , doch die Hoffnung gibt einer wie Haidle nie auf. Auch nicht beim letzten Versuch. Er hat sogar einen Aufwärtstrend bei seiner Mannschaft erkannt: "Sobald klar war, dass wir nach oben nichts mehr reißen können, spielen wir lockerer und besser - jetzt müssen wir das nur noch über vier Viertel hinkriegen." Der Trainer spielt dabei auf die Partie vor zwei Wochen in Ludwigsburg an, als sein Team in drei Vierteln toll kämpfte, das dritte aber mit sage und schreibe 2:30 verlor.

Inzwischen steht fest, dass die KuSG, vor zwei Jahren noch in der Zweiten Bundesliga, im besten Fall in die Relegation gegen die besten Oberliga-Zweiten muss.

Steigen mehr Klubs aus der zweiten Liga in die Regionalliga Südwest/Süd ab als auf, würde das sogar die direkte Fahrkarte in die Oberliga bedeuten.

Derlei Zahlenspielereien bedeuten für die Knights-Fans natürlich wenig. Eher schon diese Zahl: 500. Denn an diesem Samstagabend werden die Kandidaten für den 500-Euro-Schuss ausgelost. Wer glaubt, im letzten Heimspiel eine Woche später den Ball von der Mittellinie im Korb versenken zu können, sollte sich bewerben (Formulare an der Kasse). Das Risiko ist gleich null, blamieren kann man sich nicht bisher hat bei den bisher sieben Austragungen noch niemand getroffen. Der Lohn dagegen ist spektakulär.

mad