Lokalsport

Ritter scheitern an "Turm" Sabourin

Einer der beiden "Twin Towers" des MTV Stuttgart war für die VfL-Basketballer zu hoch: 28 Punkte von 2,10-Meter Mann Jordan Sabourin waren für die 30 Minuten lang aufopferungsvoll kämpfenden Kirchheimer zu viel. Sie unterlagen mit 77:97.

STUTTGART Natürlich hatte sich das VfL-Team von Coach Theo Leftakis für dieses Derby, das den Stuttgartern die Rekordkulisse von fast 500 Zuschauern in die Sporthalle West brachte, viel vorgenommen. Man hatte mit vielem gerechnet: mit dem neuen 2,12-Meter-Riesen Chuks Neboh, mit den starken Dreierschützen Eliott, Marcelin, Atsür und Martinovic, mit einer Reboundüberlegenheit der Stuttgarter. Doch es kam anders.

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Ausgerechnet Jordan Sabourin, der mit 2,10 Meter mit Neboh zusammen die Stuttgarter "Twin Towers" bildet und dem eigentlich eine Nebenrolle zugedacht war, machte das Spiel seines Lebens. Er erzielte 20 Punkte mehr als sein Saisondurchschnitt von 8,0 und warf dabei nur ein einziges Mal aus dem Feld daneben.

Schon im ersten Viertel ging das los. Zehn der 23 MTV-Punkte machte der Kanadier, Neboh steuerte sechs dazu da führte die sehr konzentrierte Leistung der Knights nur so weit, das Spiel mit 21:23 ausgeglichen zu halten. Es half natürlich auch nicht, dass sich James Hayden, sonst gegen Stuttgart immer besonders stark, nach zwei Minuten verletzte (Platzwunde am Kopf) und erst im zweiten Viertel wieder aufs Feld konnte.

Diese zweiten zehn Minuten entschieden allerdings das Spiel genauer gesagt die zweite Hälfte dieser zehn Minuten.

Nachdem vor allem der wieder einmal unermüdlich kämpfende Ross Jorgusen aus dem 23:29 (12.) das 32:29 (14.) gemacht hatte, begann sich das erstaunlich disziplinierte Spiel der Hausherren zu etablieren. Bill Goehrke, in den ersten zwölf Minuten mit sagenhaften zehn Rebounds, nahm eine Verschnaufpause, die Konzentration ließ nur ein kleines bisschen nach und der MTV nutzte das mit einem 18:2-Lauf zum Pausenstand von 47:34. Coach Roger Washington: "Wir wussten: Das Problem des VfL ist die Konstanz. Deshalb war unsere Strategie: 40 Minuten unser Spiel spielen und auf unsere Chance, auf unseren Lauf warten. Das hat wunderbar funktioniert."

Doch noch einmal kamen die Kirchheimer "Ritter" zurück. Nenad Lukic und Kai-Uwe Kranz trafen jeweils einen Dreier und einen Zweier, das 44:50 (22.) machte Hoffnung auf mehr. Doch der MTV antwortete mit einem weiteren Lauf, dem die Knights nichts entgegenzusetzen hatten, der 16:4-Serie zum 66:48 (26.), und schickte damit das Spiel in die Eiskammer. Die Körpersprache, mit der die Knights beim 57:73 in die Viertelpause gingen, war die gleiche, mit der sie wieder herauskamen: hängende Köpfe, null Hoffnung.

Anfang des Schlussviertels schickte Leftakis nacheinander Kranz, Hayden und Jorgusen auf die Bank. In der "Garbage-Time", der im Basketball so genannten Müll-Zeit, in der es um nichts mehr geht, vergrößerten zunächst die MTV-Reservisten den Vorsprung auf 28 Punkte (94:66, 38.), bevor die Kirchheimer Reservisten noch ein wenig Ergebniskosmetik betrieben.

mad

Spielstenogramm

MTV Stuttgart: Jurkovic (5), Marcelin (20/3), Zelic, Köhler (10), Martinovic, Neboh (8), Atsür (5/1), Eliott (19/1), Osmani (2), Sabourin (28).VfL Kirchheim: Bruck (4), Goehrke (2), Hayden (6), Jorgusen (18/1), Kikic (4), Kranz (19/4), Lenger, Lukic (7/1), Stifel (10), Tsouknidis (5), Weiß (2).Dreier: 6 (VfL), 5 (MTV).Freiwürfe: 9:12/75 % (VfL), 14:25/56% (MTV).Fouls: 20 (VfL), 18 (MTV).Viertel (MTV - VfL): 23:21, 24:13, 26:23, 24:20.Schiedsrichter: Mesut Aydogdu und Björn Knapp (beide Stuttgart) pfiffen sehr gut.Zuschauer: 480