Lokalsport

Ritter zelebrieren feinste Basketball-Kost

Wichtiger Sieg gegen dendirekten Verfolger: Durch einen 90:77 (57:39)-Heimerfolg über den USC Freiburg schüttelten die VfL Kirchheim Knights in der Pro-B-Serie der zweiten Bundesliga den unmittelbaren Verfolger fürs Erste ab. 1200 Besucher waren Augenzeugen, wie die Ritter phasenweise hervorragenden Zweitliga-Basketball zelebrierten.

THOMAS AUERBACH

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KIRCHHEIM Nach dem vor einer Woche knapp verlorenen Spiel in Essen wollten sich die VfL-Knights unbedingt rehabilitieren. Das gelang gegen den Tabellenzweiten USC Freiburg vor allem mit einer starken ersten Halbzeit. Es war den Rittern von der ersten Sekunde anzusehen: Sie wollten zeigen, dass die Niederlage in Essen keine Spuren hinterlassen hatte. Und wenn, dann die, dass ihr Ehrgeiz nur noch gestiegen war.

Andi Hornig fischte sich zu Beginn dann auch gleich den Sprungball und wenige Sekunden später eröffnete Tim Burnette das VfL-Offensiv-Feuerwerk des ersten Viertels. Aber Routinier Radivoj Tomasevic, diesmal bei Freiburg in der Anfangs-Fünf, antwortete prompt per Dreier. Im Gegenzug trafen erst Andi Hornig und David McCray, bevor Kevin Wysocki schön freigespielt zum Dreierwurf kam. Gerade einmal 70 Sekunden waren vergangen und es stand schon 9:3. Das Konzept von Knights-Cheftrainer Pat Elzie schien aufzugehen. Mit einer sehr frühen und engen Manndeckung setzte er Freiburg unter Druck. Der USC fand das Gegenmittel vor allem in Form von Dreierwürfen. Verdient spielten die Knights in einem temporeichen ersten Viertel dennoch die 29:23-Führung he-raus.

Mit einigen VfL-Nachlässigkeiten begann das zweite Viertel. Drei Fehlwürfe der Knights in Folge bescherten den Freiburgern die Möglichkeit zum Ausgleich. Nils Frederik Menck nutzte die Möglichkeit erst mit einem Dreier und kurz darauf mit zwei Punkten plus Bonusfreiwurf nach Foul von Kai-Uwe Kranz. Es stand 29:29. Auch wenn danach Andi Hornig zwei Freiwürfe und Kai-Uwe Kranz seinen dritten Dreierversuch versenkte, nahm Pat Elzie eine erste Auszeit. Die zweite folgte 3.34 Minuten vor der Halbzeitpause und schien bei seinen Schützlingen damit gewissermaßen den Turbo zu zünden. Denn das, was folgte, waren wohl die besten dreieinhalb Minuten, die die Zuschauer in der voll besetzten Sporthalle Stadtmitte bislang erlebt hatten. Mit einem 15:2-Lauf markierten die Knights einen deutlichen 57:39-Zwischenstand zur Pause und zeigten konsequente Verteidigungsarbeit, gepaart mit temporeichen Fastbreaks. Die Vorentscheidung schien gefallen. Manch einer träumte vielleicht gar noch von einem der berühmten starken Drittel, wie sie die Knights schon öfter gezeigt hatten. Aber die Knights hielten Freiburg nur auf Distanz und gingen mit 76:59 in das letzte Viertel.

"Das ist reine Kopfsache", meinte Kevin Wysocki nach dem Spiel. Er meinte damit die zunehmenden Nachlässigkeiten der Knights zu Beginn des Schlussviertels. Ihnen fehlte etwas der Biss in der Verteidigung, vorne trafen die Würfe nicht. Pat Elzie hatte seine Besten an diesem Abend, David McCray und Andi Hornig, eine Pause gegönnt. Binnen fünf Minuten war der Vorsprung auf gerade einmal sechs Punkte geschmolzen. Vor allem der bestens aufgelegte Amin Wright hatte Freiburg wieder auf Tuchfühlung zum Tabellenführer gebracht. Es wurde stiller in der Halle. Doch zum Glück trafen die Knights. Erst Tim Burnette im Fastbreak, dann Kai-Uwe Kranz mit einem in dieser Phase enorm wichtigen Dreier. Wäre in den letzten zweieinhalb Minuten nicht die Unsicherheit Freiburgs an der Freiwurflinie gewesen vier von vier Freiwürfe gingen daneben es hätte noch einmal richtig eng werden können. So aber spielten die Knights ihre Angriffe geduldig aus und trafen durch David McCray und Tim Burnette zum verdienten 90:77-Endstand.

Rehabilitation gelungen, Tabellenführung ausgebaut. Das Fazit des Tages lieferte kurz und bündig Ross Jorgusen, der vor Spielbeginn offiziell bei den Knights verabschiedet und geehrt wurde: "Good game, good first half." Freiburg erreichte zwar die von Trainer Petar Juric geforderte Reboundüberlegenheit. Um daraus Kapital zu schlagen, fehlte es jedoch gegenüber den Knights an Treffsicherheit von der Freiwurflinie sowie aus der kurzen und mittleren Distanz. Überlegen zeigten sich die Knights bei den Ballgewinnen und den zum Punkterfolg führenden Zuspielen, den sogenannten Assists. Auch nicht zu verachten: die sieben geblockten Würfe, die an der Kirchheimer Abwehr abprallten.

Am kommenden Samstag reisen die Knights zum traditionellen Weihnachtsspiel nach Crailsheim.

VfL Kirchheim Knights: Kranz (14 Punkte / 4 Dreier), McCray (25/1, 8 Assists, 9 Rebounds), Burnette (21/1), Wysocki (8/1), Lenger, Peter Klemm (n.e.), Howard (2), Reichmuth (n.e.), Tom Klemm (5), Kesselring (4), Hornig (11, 11 Rebounds)Teamstatistik: 29:63 Würfe (46 %), 7:23 Dreier (30 %), 25:35 Freiwürfe (71 %), 35 Rebounds, 10 Ballverluste, 14 Assists, 6 Ballge-winne, 26 FoulsUSC Freiburg: Tomasevic (15/4 Dreier), OReilly (11), Geiger, Francis (2), Muya (3/1), Wright (22/1), Menck (15/2), Roquette, Foebel (9)Teamstatistik: 28:68 Würfe (41 %), 8:19 Dreier (42%), 13:26 Freiwürfe (50 %), 39 Rebounds, 17 Ballverluste, 10 Assists, 2 Ballgewinne, 24 FoulsViertelergebnisse: 29:23, 28:16, 19:20, 14:18 Zuschauer: 1200