Lokalsport

"Ross the Boss" hält die Knights oben

Einen Spieltag vor Ende der Vorrunde führen die Kirchheim Knights weiter die Regionalliga an. 900 Zuschauer sahen beim 101:92 (51:41) gegen den TV Konstanz ein tolles Spiel. Einer stach dabei besonders heraus: Ross Jorgusen machte nach Meinung von Trainer Leftakis sein bestes Spiel für Kirchheim.

KIRCHHEIM Viele Punkte, ein bisschen Dramatik am Ende, ein Sieg der eigenen Farben und einige wirklich bemerkenswerte Basketballer. "Ross the Boss" jedoch war an diesem Samstagabend zweifellos der Chef seiner Truppe, der Antreiber und Anführer, der Scorer vor allem aber der Heißeste und Unermüdlichste von allen. Im ersten Viertel musste das noch als ein Hauch von Übermotivation gesehen werden: Nur ein Treffer bei sechs Wurfversuchen, drei Ballverluste Jorgusen wusste gar nicht, wohin mit all seiner Energie.

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Da auch Kai-Uwe Kranz nicht traf und auf der Gegenseite fast nur Hampton (acht Punkte), endete das Viertel mit dem mageren Ergebnis von 18:13. Jorgusen fand dann aber nach seinem High-Speed-Start im zweiten Viertel zum richtigen Maß. Nicht sofort allerdings: Lars Menck, der Konstanzer Ex-Zweitligaspieler, fand endlich ins Spiel und zeigte seine Klasse. Vom 23:19 (13.) für die Knights bis zum 30:29 (15.) machte er alle Konstanzer Punkte, darunter auch die vier (Dreier plus Bonus-Freiwurf wegen Fouls) zum 23:23, dem einzigen Unentschieden der Partie.

Doch auf der anderen Seite setzte Jorgusen noch einen drauf: elf Punkte in Serie bis zum 34:30 (16.). Als kurz darauf Chuks Neboh einen fast den Ring zerfetzenden Slam-Dunk zum 36:32 durch die Reuse hämmerte, war die Party voll im Gange. Zur Pause führte der VfL mit zehn Punkten 51:41, hatte aber in der Abwehr Schwächen gezeigt. Das sah auch Leftakis so: "Der Angriff war positiv, die Abwehr negativ." Das sollte sich im dritten Viertel ändern. Sean Hampton legte einige Auszeiten auf dem Feld ein (nur drei Punkte im Viertel), Kirchheim punktete weiter regelmäßig, und nach 30 Minuten schien die Partie beim 82:64 entschieden. Fortan stellte sich nur noch die Frage, ob die 100 Punkte erreicht würden oder nicht. Diese Haltung führte allerdings zu einem gewissen Schlendrian, der Leftakis auf die Palme brachte. Unter anderem mit vier Dreiern von vier verschiedenen Spielern nutzte der TVK dies aus. Drei Minuten vor Schluss stand es nur noch 91:82. Jorgusen hielt auf Anweisung seines Coaches, den Abschluss selbst zu suchen dagegen (95:82, 38.), doch in der vorletzten Minute punkteten wieder nur die Gäste bis zum 95:88. Die einen bekamen nun ein bisschen Angst, Leftakis und Jorgusen nicht. Letzterer machte noch einmal sechs Punkte zum 101:90, wobei besonders der Freiwurf des an diesem Abend an der Linie perfekten (14:14) Amerikaners zum 100. Punkt mit standing ovations gefeiert wurde.

Das Fazit: Konstanz hat sich als starker Aufsteiger präsentiert, der nie aufgab und mit Hampton und Menck zwei absolute Ausnahmespieler in seinen Reihen hat. Entschieden wurde das Spiel von den Knights aber auf der Aufbauposition, wo Kienzle und Otero gegen Jorgusen die kompletten 40 Minuten überfordert waren, und natürlich unter dem Korb. Chuks Neboh machte, fast unbemerkt, 22 Punkte, holte neun Rebounds und blockte vier Würfe. Wie oft Konstanzer Spieler wieder abdrehten, als sie auf den Nigerianer zusteuerten, oder daneben warfen, nur weil er in der Nähe stand, ist nicht dokumentiert.

Am kommenden Sonntag steigt nun der absolute Knaller: Dann müssen die Knights zum Titelverteidiger nach Schwenningen, der sich beim 89:102 gegen Heidelberg-Kirchheim völlig überraschend einen Patzer leistete und damit schwer unter Druck steht. Zum Auswärtsspiel des Jahres fährt natürlich der Fanbus (Anmeldung unter 07021/41219 oder ulrich@tangl.de).

mad

VfL Kirchheim:

Beck (n.e.), Goehrke (6), Hayden (16), Ifuly (n.e.), Jorgusen (37/3), Kikic, Kranz (13/3), Lenger, Lukic (n.e.), Neboh (22), Tsouknidis (5/1).TV Konstanz:

Gierszewski, Kienzle (6), Dotzauer (5/1), Buljan, Köllö, Hampton (34/1), Otero (7/1), Menck (28/3), Stanev, Sulc (2), Dalvit (4). Dreier:

7 (VfL), 7 (TVK).Fouls:

20 (VfL), 26 (TVK).Freiwürfe:

28:36/58,3 %(VfL), 19:26/73,1 % (TVK).Viertel:

18:13, 33:28, 31:23, 19:28.Schiedsrichter:

Ingo Röckle (Leonberg) und Markus Aichele (Tübingen) waren souverän.Zuschauer:

900.