Lokalsport

Rote Karte für Dirk Müller im Ferrari

In der American Le Mans Serie profitiert Rennprofi Wolf Henzler von einer Sanktion des Kampfgerichts

Den achten Lauf zur American Le Mans Serie (ALMS) im kanadischen Mosport beendeten Wolf Henzler und Jörg Bergmeister im Porsche 911 GT3 RSR des Flying Lizard Teams auf dem dritten Rang in der Klasse der GT2-Boliden. Beide profitierten von einer nachträglichen Bestrafung des Ferrari-Piloten Dirk Müller. Henzler/Bergmeister bauten ihre Tabellenführung auf zehn Punkte Vorsprung aus.

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Bowmanville. Nach Bowmanville – auf der kanadischen Seite des Lake Ontario gelegen – reisten Wolf Henzler und Jörg Bergmeister als Tabellenführer bei den GT2-Sportwagen mit sieben Punkten Vorsprung auf die Verfolger, und Henzler war schon früher da. „Wir haben verschiedene Features am Lizard-Porsche getestet“, sagte er. Eine wichtige Maßnahme: Die 3,957 Kilometer lange Strecke mit je fünf Rechts- und fünf Linkskurven ist eine der Schnellsten der ALMS-Serie.

Bedingt durch einige kleine Zwischenfälle starteten Henzler/Bergmeister ins entscheidende Qualifying auf Platz drei. Der Schlagabtausch um die besten Startplätze begann. Es war ein Wechselbad der Rundenzeiten, bis Ferrari-Pilot Jaime Melo die Poleposiion herausfuhr und einen neuen Rundenrekord aufstellte. Henzler/Bergmeister mussten sich mit Startplatz vier begnügen.

Wolf Henzler setzte sich diesmal als Erster ins Cockpit, behielt Platz vier über mehrere Runden und versuchte dann den Farnbacher-Porsche von Dirk Werner zu attackieren, doch alle Versuche scheiterten: Sie vergrößerten vielmehr die Zeitdifferenz. Der Abstand zum führenden Ferrari betrug 13 Sekunden. Nach rund 40 Minuten harten Infights passierte Henzler den Farnbacher-Porsche von Dirk Werner – Position drei. Kurz darauf folgte die erste Gelbphase, als Marc Basseng im Porsche 911 GT3 RSR in den Reifenwall fuhr. Nutznießer waren die ­Lizard-Porsches, die allesamt auf die beiden Ferraris an der Spitze aufschlossen. Nach einer Stunde übergab Henzler an Jörg Bergmeister, der durch einen geschickten Schachzug der Boxencrew die Ferrari-Pilotencrew Dominik Farnbacher/Dirk Müller überholte – der Vorstoß auf Platz zwei. Der allerdings ging wieder verloren: Ein Rammstoß durch den Tafel-Ferrari brachte Platz vier.

Nun begann zwischen Jörg Bergmeister und Dirk Müller im Tafel-Ferrari ein heftiger Zweikampf in den letzten zwanzig Rennminuten. Der Ferrari-Fahrer attackierte immer wieder mit Remplern unfair und bekam von der Rennleitung nachträglich prompt den dritten Platz aberkannt – zum Vorteil von Henzler/Bergmeister. „Der Kampf mit Müller war wirklich heftig“, sagte Henzler später.

Am Samstag geht es für Wolf Henzler zwischen den Häuserschluchten von Detroit zur Sache: Die Detroit Sports Car Challenge steht an.